Die Weimarer Republik

Zeitstrahl

Die Weimarer Republik im Spiegel der Presse

Die Zeit der Weimarer Republik, die Jahre zwischen 1918 und 1933, kann man in drei sehr unterschiedliche Phasen einordnen:

  • 1918 bis 1923: Revolutionäre Nachkriegswirren
  • 1924 bis 1928/29 waren die Jahre einer relativen Stabilisierung
  • 1929 bis 1933 wurde zur Zeit der Wirtschafts- und Staatskrise

Am 4. November 1918 kommt es in Kiel zu einem Matrosenaufstand, als sich die Besatzungen deutscher Kriegsschiffe weigern, einem Befehl der Seekriegsleitung Folge zu leisten. Trotz der absehbaren Niederlage sollten sie in einer letzten Schlacht gegen die Royal Navy im wahrsten Sinne des Wortes verheizt werden. Aus dieser Meuterei wurde in kürzester Zeit eine landesweite Revolution von Arbeiter- und Soldatenräten. Die sich in ihrer Mehrheit als Übergangslösungen sahen, zwecks Demobilisierung und Sicherung der Ernährung. Die Mehrheit dieser Räte wollte letztendlich eine parlamentarische Demokratie, nur eine kleine Minderheit strebte eine Diktatur des Proletariat nach sowjetischem Vorbild an.

Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen, kurz darauf traten Wilhelm II. und mehrere Landesfürsten zurück. Spontan bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, die allerdings unterschiedliche Ziele verfolgten.

Die SPD mit Friedrich Ebert an der Spitze wollte einen denkbaren Bürgerkrieg verhindern und darum die alten kaiserlichen und bürgerlichen Eliten – Militär, Verwaltung, Beamte – nicht völlig entmachten, sondern in die gewünschte Demokratisierung einbinden.

Ebert, inzwischen Vorsitzender eines Rates der Volksbeauftragten, vereinbarte darum mit dem Reichswehrgeneral Groener das gemeinsame Vorgehen gegen linksradikale Gruppen wie den Spartakusbund, um einen geplanten Übergang von der Monarchie in einen demokratischen Parlamentarismus zu ermöglichen. In Folge wurden Aufstände, die das Ziel einer sozialistischen Gesellschaft hatten, blutig niedergeschlagen. Der Machtfaktor Reichswehr blieb so weiterhin eine Art Staat im Staate und auf dem rechten Auge blind.

Es begann eine Zeit der Fememorde, nach dem Scheitern des Kapp-Lüttwitz-Putsches im Jahr 1920 von der nationalistischen paramilitärischen Gruppe Organisation Consul ausgeführt (an Erzberger oder Rathenau). Ein Geheimbund, hervorgegangen aus der Brigade Ehrhard. Zuvor wurden bereits Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vom Freikorps der Reichswehr ermordet oder der bayrische Politiker Kurt Eisner von einem früheren Reichswehroffizier.

Nach Unterzeichnung und Inkrafttreten des Versailler Vertrags nahmen die innerdeutschen Auseinandersetzungen weiter zu. Reichswehr und Freikorps kämpften in Mitteldeutschland, im Ruhrgebiet gegen Gruppen wie die Rote Ruhrarmee oder gegen polnische Einwohner in Oberschlesien, die den Anschluss an Polen forderten.

In vielen Konferenzen wurden Teilungspläne für Schlesien und Schleswig festgelegt sowie deutsche Reparationsleistungen auf 132 Mrd. Goldmark. Was zusammen ab 1922 zu einer Hyperinflation führte, die erst nach der Einführung der Rentenmark und der Festlegung einer realistischen Zahlungsfähigkeit Deutschlands überwunden wurde.

(hhb)