Goldene Victoria für Pressefreiheit posthum für Daphne Caruana Galizia und Ján Kuciak

Am 5. November 2018, auf der Publisher's Night, zeichnet der VDZ die Journalisten Daphne Caruana Galizia aus Malta und den Slowaken Ján Kuciak posthum mit der „Goldenen Victoria 2018 – Pressefreiheit“ aus. Caruana Galizia galt als scharfe Kritikerin des maltesischen Premierministers und seiner Regierung, sie berichtete schonungslos über Korruption und den Handel mit der maltesischen Staatsbürgerschaft. Auch Kuciak untersuchte zuletzt das korrupte Verhältnis zwischen slowakischen Regierungsmitgliedern und der italienischen Mafia. Der Mord an ihm und seiner Verlobten wird von Journalisten im Land als Warnung bezeichnet. Die auf Journalisten ausgeübten Attentate verdeutlichen die Auswirkungen der weltweit steigenden Bedrohungen gegenüber Journalisten innerhalb der EU-Grenzen. Der Kampf der Hinterbliebenen ist jedoch ein Zeichen, dass die freie Presse auch in Zeiten der Krise nicht zum Schweigen gebracht, sondern als Gemeinschaft nur entscheidender wird. 

Caruana Galizia kommentierte als Maltas populärste Investigativ-Bloggerin und Kolumnistin die politischen und wirtschaftlichen Zustände des Landes mit einem kritischen Blick. Die Auftraggeber hinter ihrem Tod durch eine Autobombe im Oktober 2017 sind noch immer nicht gefasst. Andrew Caruana Galizia bezeichnet den Preis als ein Zeichen der Anerkennung Galizias Vermächtnisses: „Das Andenken meiner Mutter wird noch immer von mächtigen Menschen bekämpft, die ihr Erbe zerstören wollen wie ihr Leben zerstört wurde. Die Auszeichnung der Goldenen Victoria für Pressefreiheit zeigt, dass der VDZ und die deutsche Freie Presse die Rolle meiner Mutter für die Gesellschaft erkennen und ihrer Stimme der Freiheit neues Leben geben, für deren Schweigen jemand gezahlt hat.“

Der Journalist und Student Kuciak arbeitete bis zu seinem Tod im Februar diesen Jahres als Investigativ-Reporter für ein online Nachrichtenportal an Wirtschaftsthemen, zuletzt an Mafiaverbindungen zwischen Italien und der Slowakei. Seine Recherchen und sein damit verbundener Mord führten in der Slowakei zu Massenprotesten und schließlich Neuwahlen. Vertreter der Familie Kuciak nehmen die Goldene Victoria mit Stolz für ihn entgegen, „auch, wenn sie uns unseren Jan nicht zurückbringt“.

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