Pressefreiheit in Deutschland durch Corona unter Druck: Pandemie-Berichterstattung grenzt andere wichtige Themen aus

Pressefreiheit in Deutschland durch Corona unter Druck: Pandemie-Berichterstattung grenzt andere wichtige Themen aus

Die Corona-Pandemie hat in Deutschland nicht nur erhebliche Konsequenzen für die Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft, sie beeinflusst auch die Pressefreiheit hierzulande negativ. Das zeigt nicht nur die jüngst vorgenommene, erstmalige Herabstufung der Pressefreiheit in Deutschland in der Rangliste von Reporter ohne Grenzen durch die im Umfeld der Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen ausgeübte Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland in nie dagewesener Dimension. Diese gewalttätigen Angriffe gegen Journalistinnen und Journalisten in 2020 führten dazu, dass Deutschland in der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit vom 11. auf den 13. Rang fiel.

Auch die Mitglieder des Vereins „Haus der Pressefreiheit“ (www.hausderpressefreiheit.de) betrachten diese Entwicklung mit Sorge, wie sie es in einer Mitglieder-Umfrage mehrheitlich zum Ausdruck brachten. Danach bemängeln deutlich mehr als zwei Drittel, dass durch die ausführliche Pandemie-Berichterstattung andere wichtige Themen zu kurz kommen. Ebenso viele sehen die Gefahr einer Corona getriebenen Infodemie in den Sozialen Medien, die es den Menschen noch schwerer macht, Falschinformationen von korrekten Informationen zu unterscheiden. „Das ist eine bedenkliche Entwicklung, die die Journalisten künftig noch mehr herausfordern wird“, erklärt HdP-Vorstand Michael Seufert.

Das im April 2016 gestartete Internet-Portal www.hausderpressefreiheit.de dokumentiert tagesaktuell die Angriffe auf die Meinungs- und Pressefreiheit, auf die Redaktionsfreiheit und den Quellenschutz von Journalisten. Darüber hinaus zeigt es aktuelle und historische Aspekte zum Thema Pressefreiheit und wurde zum „Internationalen Tag der Pressefreiheit“ weiter ausgebaut. So finden sich jetzt in der Rubrik „Hall of Fame“ beispielsweise 142 Journalisten, Verleger, Karikaturisten und Fotografen als Vorbilder für den Einsatz für die Pressefreiheit. Das Internet-Portal bietet allen interessierten Mitbürgern Informationen zur Entwicklung der Pressefreiheit mit Rechtsdokumenten und Präzedenz-Urteilen.

 

Für Rückfragen:
Joachim Haack, Pressesprecher „Haus der Pressefreiheit“,
Tel. 040/39 92 72-0, E-Mail: presse@hausderpressefreiheit.de

 

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