Verlag Rudolf Mosse

Rudolf Mosse startete 1867 in Berlin mit einer so genannten „Annoncen-Expedition“, die die kompletten Anzeigenteile verschiedener Zeitungen pachtete und den Anzeigenraum dann mit einer Provision weiterverkaufte. Zur Abwicklung dieses Geschäfts, das zum Grundstein seines Medienkonzerns wurde, betrieb Mosse kurz darauf rund 130 Zweigstellen im In- und Ausland.

Sein Verlagsgeschäft baute er zusammen mit seinem Schwager Emil Cohn auf. Zu den wichtigsten Publikationen des Mosse-Verlags, der zunächst weitgehend durch besagte Werbe-Einnahmen finanziert wurde, gehörten das 1872 gegründete auflagenstarke „Berliner Tageblatt“, die „Berliner Morgen-Zeitung“ (1889), die Allgemeine Zeitung des Judentums“ (1890) oder die „Berliner Volks-Zeitung“ (1904).

Außerdem verlegte er Zeitschriften wie „Ulk“ (eine Satire-Zeitschrift), Zeitungen wie das „Sonntagsblatt“ (ab 1873), die „Handelszeitung“ (1886), „Technische Rundschau“ /1895) oder „Haus, Hof, Garten“ (1899) und betreute darüber hinaus das Anzeigengeschäft zahlreicher Fachschriften.

Rudolf Mosse war ein kaisertreuer, liberal-konservativer deutsch-jüdischer Verleger, der in seinen Zeitungen dazu aufrief, den Versailler Vertrag nicht zu unterzeichnen.

1932 ging der Verlag in Konkurs und wurde in eine Stiftung überführt.

 

Sitz des Rudolf Mosse Verlags in Berlin

article picture