Die Medienpolitik der Besatzungsmächte

Zeitstrahl

5.1.      Beginn eines Prozesses gegen 23 ehemalige KZ-Ärzte wegen

8.1.      Braunschweiger Zeitung erste Lizenzzeitung der brit. Zone

12.1.    Der Alliierte Kontrollrat einigt sich auf eine gemeinsame Entnazifizierungsdirektive, dennoch wird die Entnazifizierung in den Besatzungszonen mit unterschiedlicher Strenge durchgeführt.

19.1.    In der SBZ kommt die erste deutsche Wochenschau seit Kriegsende, "Der Augenzeuge", in die Kinos.

20.1.    Erste freie deutsche Wahlen seit 1933 in der amerikanischen Besatzungszone (Gemeindewahlen)

1.2.      In Stuttgart erscheint die erste Ausgabe der von Erich Kästner herausgegebenen Jugendzeitschrift "Der Pinguin".

7.2.      Beginn der Bodenreform in der SBZ

21.2.    erste Ausgabe der ZEIT

16.4.    Der 1000. Personenkraftwagen seit Kriegsende läuft im Wolfsburger Volkswagenwerk vom Band.

21./22.4.           Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in der Sowjetzone.

9.-11.5. Auf dem ersten Parteitag der SPD der drei westlichen Besatzungszonen wird Kurt Schumacher zum Vorsitzenden gewählt.

15.5.    Eröffnung einer Kunstausstellung in Hamburg mit während des Nationalsozialismus verbotenen Werken von Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Käthe Kollwitz und Max Beckmann.

16.5.    Die Erstausgabe der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" erscheint in Düsseldorf.

17.5.    Gründung der staatlichen Deutschen Film AG (DEFA) in Potsdam-Babelsberg.

25.5.    General Lucius Clay ordnet Demontage-Stopp für die amerikanische Zone an.

6.6.      Die amerikanische Militärregierung unterzeichnet einen Vertrag mit der US- Hilfsorganisation "Cooperative for American Remittances to Europe" (CARE) zur Unterstützung der deutschen Zivilbevölkerung.

30.6.    Referendum in der SBZ: 78 % der Sachsen sprechen sich für eine Enteignung der Großbetriebe von Nationalsozialisten aus

1.7.      der Zusammenschluss aller Besatzungszonen zur BRD – auf Vorschlag der USA – wird durch Frankreich und der UdSSR verhindert

22.7.    Die ersten deutschen Soldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.

1.9.      Frankreich stimmt gegen einen Zusammenschluss der drei westlichen Zonen zur BRD - daraufhin wird am 5.9. die Bi-Zone von den Besatzungsmächte USA und GB gegründet – die USA möchten die Wirtschaft in allen Zonen vereinen (Stuttgarter Rede von Byrnes am 6.9. - Zustimmung nur von GB)

5.9.      In Berlin nimmt der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" (RIAS) seinen Sendebetrieb auf.

30.9./1.10.        Urteilsverkündung in Nürnberg

10.10.   Gründung der Nachrichtenagentur ADN (Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst) in der sowjetischen Besatzungszone.

16.10.   Vollstreckung der Todesurteile

29.10.   Erste Nachkriegs-Volkszählung in den vier Besatzungszonen Deutschlands. Dabei werden 65,9 Millionen Einwohner erfasst, darunter 36,6 Millionen Frauen und 29,3 Millionen Männer einschließlich 9,7 Millionen Vertriebene.

16.11.   die SED legt einen ersten Verfassungsentwurf für eine demokratische deutsche Republik vor

10.12.   Hermann Hesse erhält den Literaturnobelpreis. Rückwirkende Verleihung des Nobelpreises für Chemie 1944 an Otto Hahn.

11.12.   erste Rundfunkprogrammzeitschrift Hör Zu

31.12.   berühmte Silvesterrede von Kardinal Frings – fringsen erlaubt

1.1.      Wirtschaftliche Vereinigung der amerikanischen und der britischen Besatzungszone zur Bizone.

4.1.      SPIEGEL erscheint

8.1.      Der Reeducation-Film "Todesmühlen" wird erstmals in den drei westlichen Besatzungszonen öffentlich gezeigt. Er wurde von den Alliierten in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Bergen-Belsen gedreht.

ab 27.1.            Eine Kältewelle in Zentraleuropa führt zu Tiefsttemperaturen von 20 Grad unter Null. Wegen der Kälte müssen z.B. in der amerikanischen Besatzungszone 75 Prozent aller Industriebetriebe zeitweise stillgelegt werden. In Berlin werden pro Tag bis zu 1000 Menschen mit Erfrierungen in die Krankenhäuser eingeliefert.

3.2.      Ahlener Programm der CDU

26.3.    Der ehemalige US-Präsident Hoover tritt nach einer Reise durch Deutschland für eine Aufhebung der wirtschaftlichen Einschränkungen und für eine Neuorientierung der Deutschlandpolitik ein.

27.3.    Großdemonstrationen in vielen Städten von NRW durch hungernde Arbeiter

9.5.      Streik der Hamburger Hafenarbeiter wegen ungenügender Ernährungslage

29.5.    Aufhebung des Heiratsverbots zwischen US-Soldaten und Deutschen

5.6.      US-Außenminister George C. Marshall fordert in einer Rede an der Harvard-University ein wirtschaftliches Aufbauprogramm für Europa und die Einbeziehung Deutschlands auf der Basis gegenseitiger Hilfe und der Hilfestellung durch die USA. Dieses European Recovery Program (ERP) wird als sogenannter Marshallplan bekannt.

6.6.      Im Durchgangslager Friedland trifft der erste Transport ehemaliger Rotkreuzschwestern ein, die sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befunden hatten.

6.-8.6.  Ministerpräsidentenkonferenz in München. Vorzeitige Abreise der Ministerpräsidenten-Delegation aus der SBZ.

17.6.    Ernst Reuter wird Berliner Oberbürgermeister – die Sowjets verweigern Anerkennung

30.7.    Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Die Zahl der noch vermissten deutschen Wehrmachtsangehörigen wird von der Wiesbadener Zentralstelle auf 1,7 Millionen geschätzt.

8.9.      In Hamburg werden 4.500 jüdische Flüchtlinge, die sich auf dem Schiff "Exodus" befinden, auf Anweisung der britischen Behörden zwangsweise an Land gebracht.

10.9.    Gründung der Gruppe "Junge Literatur", die sich später "Gruppe 47" nennt, durch die ehemaligen Herausgeber der 1946/47 erschienen und schließlich verbotenen Zeitschrift "Der Ruf", Hans Werner Richter und Alfred Andersch.

7.2.      Entnazifizierungsverfahren in der brit. Zone: 1,5 Mio deutsche werden als Mitläufer amnestiert

6.11.    Gründung des Gewerkschaftsrates der Bizone unter Vorsitz von Hans Böckler.

8.11.    Verabschiedung der saarländischen Verfassung, die den wirtschaftlicher Anschluß des Saarlandes an Frankreich und die politische Autonomie vorsieht.

21.11.   Uraufführung des Bühnenstückes "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert in Hamburg. Tags zuvor starb Borchert in Basel.

1.1.      Heinrich Nordhoff wird Generaldirektor von Volkswagen.

3.1.      Einführung der französischen Währung im Saarland.

30.1.    Mahatma Gandhi wird von einem Hindu erschossen

1.3.      die Bank deutscher Länder – später Bundesbank – beginnt ihre Arbeit.

2.3.      Ludwig Erhard wird vom Wirtschaftsrat zum Direktor der Wirtschaftsverwaltung der Bizone gewählt.

3.4.      der Marshall-Plan – 5,3 Mrd. $ für Europa – wird in Kraft gesetzt. Im Laufe der folgenden vier Jahre wurden für die Aufbauhilfe 13,3 Milliarden US Dollar bewilligt. Deutschlands Westzonen erhalten im ersten Jahr 550 Mio. $. Die DDR lehnt den Marshall-Plan ab: „Wir brauchen keinen Marshall-Plan, wir kurbeln selbst die Wirtschaft an.“

23.2.-6.3.         Erste Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächtekonferenz, zu der die Sowjetunion nicht eingeladen wird: Die drei Westalliierten und die Benelux-Staaten empfehlen die Schaffung eines bundesstaatlichen Systems in Westdeutschland sowie dessen Einbeziehung in den Marshallplan und die Ruhrkontrolle.

1.4.      Beginn der "kleinen" Berlin-Blockade: Behinderung des Verkehrs durch sowjetische Inspektionen und Behinderungen westalliierter Militärreisender; später werden die Maßnahmen der SMAD Sowjetische Militäradministration in Deutschland auch auf den zivilen Personen- und Güterverkehr zu Wasser und zu Lande ausgedehnt.

23.4.    in der SBZ wird die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VEB) gegründet

20.6.    Währungsreform in den Westzonen (Trizone) einschl. West-Berlin

23.6.    eigene Währung für die SBZ

24.6.    Die SMAD beginnt die Großblockade der Berliner Westsektoren zu Lande und zu Wasser als Reaktion auf den gescheiterten Versuch, ihre Währungsreform auf Gesamtberlin auszudehnen; die Westmächte führen in ihren Sektoren die D-Mark ein. Die Sowjetunion erklärt die Vier-Mächte-Verwaltung Groß-Berlins für "praktisch beendet".

26.6.    erste Maschine der Luftbrücke – 2 Tage später Start der brit. Luftbrücke Plain Fare

1.7.      Die drei westalliierten Militärgouverneure übergeben die "Frankfurter Dokumente" (Bedingungen für das zu schaffende Grundgesetz)an die Regierungschefs der elf Länder in den drei westlichen Besatzungszonen. Sie sehen die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung bis zum 1.9.1949 mit dem Ziel der Bildung eines föderalen Staates, die Neugliederung der Länder und den Erlass eines alliierten Besatzungsstatuts vor.

3.7.      Bildung der kasernierten Volkspolizei in der SBZ

6.7.      Die Westalliierten fordern von der Sowjetunion ultimativ das Recht auf freien Zugang nach Berlin gemäß der gemeinsamen alliierten Vereinbarung vom 5.6.1945 (Berliner Deklaration).

8.7.      die Reparationsleistungen aus der Tri-Zone in die UdSSR werden eingestellt.

14.7.    Eine sowjetische Note spricht den Westmächten das von ihnen beanspruchte Recht auf freien Zugang nach Berlin ab; sie bezeichnet die Stadt als Teil der sowjetischen Besatzungszone.

1.8.      der  STERN erscheint erstmalig WamS als erste Sonntagszeitung.

10.8.    Einrichtung des Bayerischen Rundfunks als Anstalt des öffentlichen Rechts.

10.-23.8.          Verfassungskonvent in Herrenchiemsee

15.-30.8.          Wahl der Delegierten für den Parlamentarischen Rat in den Landtagen.

1.9.      Konstituierung des Parlamentarischen Rates in Bonn.

5.9.      Erster Deutscher Katholikentag seit 1932 in Mainz.

11.9.    Kurt Schumacher Vorsitzender der SPD in den Westzonen

15.9.    Wahl Konrad Adenauers zum Präsidenten des Parlamentarischen Rats.

18.9.    897 Flüge an diesem Tag – Rekord in der Luftbrückenzeit

22.9.    Gründung der "Freien Universität" in West-Berlin.

9.10.    Gesetz des Wirtschaftsrates zur Einführung des "Notopfers Berlin".

13.10.   Der Bergarbeiter Adolf Hennecke aus Zwickau übertrifft laut offiziellen Angaben in einer Sonderschicht das Förderungssoll für Bergarbeiter in der SBZ um 380%: Beginn der Aktivistenbewegung in der SBZ. (Hennecke-Tempo als Norm)

22.10.   Bertolt Brecht und Helene Weigel kehren aus dem amerikanischen Exil nach Ost-Berlin zurück.

28.10.   Die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler beginnen ihre erste Auslandstournee seit Kriegsende.

20.11.   Neun Millionen Werktätige beteiligen sich an einem von den Gewerkschaften der Bizone ausgerufenen Generalstreik gegen steigende Preise und für eine demokratische Struktur der Wirtschaft.

22.11.   Memorandum der Westalliierten an den Parlamentarischen Rat über ihre Forderung nach einer föderativen Struktur des künftigen westdeutschen Staates.

30.11.   Die SED spaltet den Berliner Magistrat. In Ost-Berlin wird eine eigene Stadtverwaltung eingerichtet. Der Amtssitz des West-Berliner Magistrats ist das Schöneberger Rathaus. Friedrich Ebert (SED) Oberbürgermeister von Ost-Berlin

11.12.   Zusammenschluss der liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen zur FDP in Heppenheim. Theodor Heuss wird zum Parteivorsitzenden gewählt.

28.12.   Londoner Sechsmächteabkommen über die Einrichtung einer Internationalen Ruhrbehörde. Die Sowjetunion wird von der Ruhrkontrolle ausgeschlossen.

31.12.   die 100.000 Landung seit Beginn der Luftbrücke

3.1.      Der West-Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter verlangt die Einbeziehung West-Berlins in den zukünftigen Bundesstaat.

24.1.    Konstituierung eines gemeinsamen Vorbereitungsausschusses aus Vertretern des Parlamentarischen Rats und der Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder. Der Ausschuss koordiniert die politischen- und Verwaltungsaufgaben Westdeutschlands bis zur Bildung der ersten Bundesregierung.

3.2.      Die Fünferkommission des Parlamentarischen Rats einigt sich in Bonn darauf, West-Berlin neben den elf Ländern der westlichen Besatzungszonen als zwölftes Bundesland in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen.

9.2.      Hessen-Lotto wird gegründet

8.4.      Deutschlandkonferenz der drei Westmächte in Washington: Die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der USA beschließen eine endgültige Fassung des Besatzungsstatuts. Außerdem soll die Bizone durch Fusion mit dem französischen Besatzungsgebiet zur Trizone erweitert werden. Die Militärregierung soll beendet werden, indem Alliierte Hohe Kommissare politische Kontrollbefugnisse und die Oberbefehlshaber nur noch militärische Funktionen wahrnehmen. Des Weiteren wird vereinbart, das Demontageprogramm zu reduzieren und die Industrieproduktion zu steigern.

9.4.      Mit der Einführung des Tarifvertragsgesetzes stellt der Frankfurter Wirtschaftsrat die Tarifautonomie zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern wieder her.

22.4.    Das Ruhrstatut, das die internationale Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion des Ruhrgebietes durch die westlichen Besatzungsmächte und die Beneluxstaaten regelt, tritt in Kraft.

1.5.      In den westlichen Besatzungszonen wird der Lizenzierungszwang für Druckschriften aufgehoben.

8.5.      Das Grundgesetz wird in dritter Lesung vom Parlamentarischen Rat angenommen.

10.5.    der Parlamentarische Rat verabschiedet das Wahlgesetz zur Bundesrepublik. Bonn wird vom Parlamentarischen Rat zur vorläufigen Bundeshauptstadt gewählt. Von 62 gültigen Stimmen entfallen 33 auf Bonn und 29 auf Frankfurt/Main.

12.5.    Aufhebung der Berliner Blockade; Die westalliierten Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig billigen das vom Parlamentarischen Rat verabschiedete Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des Besatzungsstatuts und der Anerkennung West-Berlins als zwölftes Bundesland.

18.5.    John McCloy wird zum amerikanischen Hochkommissar in Deutschland ernannt.

18.-20.5.          Alle westdeutschen Landtage mit Ausnahme Bayerns billigen das Grundgesetz.

19.5.    André François-Poncet wird zum französischen Hochkommissar für Deutschland ernannt.

23.5.    Verkündung des Grundgesetzes, das tags darauf in Kraft tritt

23.5.-20.6.        Letzte Konferenz des Rats der Außenminister in Paris: Die Sowjetunion befürwortet, den Alliierten Kontrollrat wiederzubeleben, einen Friedensvertrag abzuschließen und einen paritätisch besetzten gesamtdeutschen Staatsrat zu bilden. Die Westmächte schlagen vor, dass die Länder der SBZ dem soeben verabschiedeten Grundgesetz beitreten. Die Konferenz bestätigt das Ende der Berlin-Blockade und die Freizügigkeit des Verkehrs in Deutschland. Insgesamt scheitert die Konferenz jedoch am unüberbrückbaren Dissens zwischen der Sowjetunion und den Westmächten in der Deutschlandfrage.

30.5.    Der Deutsche Volkskongress billigt die Verfassung der DDR.

1.6.      Sir Brian Robertson wird zum britischen Hochkommissar für Deutschland ernannt.

20.6.    Die westalliierten Außenminister unterzeichnen das Statut, welches die bisherigen Militärregierungen durch die Alliierte Hohe Kommission ersetzt.

1.7.      Die westalliierte Stadtkommandantur übermittelt Oberbürgermeister Ernst Reuter das Verbot der Teilnahme Berlins an den allgemeinen Wahlen zum Ersten Deutschen Bundestag; die Berliner Stadtverordnetenversammlung entsendet Abgeordnete ohne Stimmrecht.

13.7.    Papst Pius XII. droht allen Katholiken, die Mitglieder oder Sympathisanten kommunistischer Parteien sind, mit der Exkommunikation.

15.7.    Abkehr der CDU vom Ahlener Programm – die neuen  Düsseldorfer Leitsätze fördern Leistungswettbewerb und freies Unternehmertum

25.7.    In der Frankfurter Paulskirche wird der 1933 aus Deutschland emigrierte Schriftsteller Thomas Mann mit dem Goethe-Preis ausgezeichnet.

14.8.    Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag, die Wahlbeteiligung liegt bei 78,5 Prozent.

Die Stimmen für die Parteien verteilen sich wie folgt:

  • SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) 29,2 %,
  • CDU (Christlich Demokratische Union) 25,2 %,
  • CSU (Christlich Soziale Union) 5,8 %,
  • FDP (Freie Demokratische Partei) 11,9 %,
  • BP (Bayernpartei) 4,2 %,
  • DKP/DRP (Deutsche Konservative Partei/ Deutsche Reichspartei) 1,8 %,
  • DP (Deutsche Partei) 4,0 %,
  • Zentrum 3,1 %,
  • EVD (Europäische Volksbewegung Deutschlands) 0,1 %,
  • KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) 5,7 %,
  • Parteilose 4,8 %,
  • RSF (Radikal-Soziale Freiheitspartei) 0,9 %,
  • RWVP (Rheinisch-Westfälische Volkspartei) 0,1 %,
  • SSW (Südschleswigscher Wählerverband) 0,3 %,
  • WAV (Wirtschaftliche Aufbauvereinigung) 2,9 %.

18.8.    Die Nachrichtenagenturen der drei westdeutschen Besatzungszonen - die Deutsche Nachrichtenagentur (dena), der Deutsche Pressedienst (dpd) und die Süddeutsche Nachrichtenagentur (südena) - schließen sich zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) zusammen.

7.9.      Konstituierende Sitzungen des 1. Deutschen Bundestags und des Bundesrats.

7.9.      die Deutsche Bundesbahn wird gegründet

8.9.      Richard Strauss stirbt in Garmisch

12.9.    Theodor Heuss wird von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt

15.9.    Konrad Adenauer wird Bundeskanzler

20.9.    Bildung des ersten Kabinetts Adenauer aus CDU/CSU, FDP und DP.

21.9.    Ende der Militärregierung - das Besatzungsstatut tritt in Kraft, Amtsantritt der Alliierten Hohen Kommissare.

30.9.    Die Alliierten stellen nach über 277.000 Hilfsflügen die Luftbrücke nach West-Berlin ein.

7.10.    Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die Provisorische Volkskammer (bisher 2. Deutscher Volksrat) setzt die Verfassung in Kraft.

10.10.   An die Stelle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) , die ihre Verwaltungsfunktionen an die DDR-Regierung überträgt und aufgelöst wird, tritt die Sowjetische Kontrollkommission (SKK). Wahl der Provisorischen Länderkammer durch die fünf Landtage der DDR.

11.10.   Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen einstimmig den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR.

12.10.   Die Provisorische Volkskammer bestätigt die Provisorische Regierung aus Vertretern der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), LDP (Liberal-Demokratische Partei), CDU (Christlich Demokratische Union), NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) und DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands). Otto Grotewohl wird Ministerpräsident der DDR.

12.-14.10.         Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in München. Erster Vorsitzender wird Hans Böckler.

19.10.   Der "Bundesverband der Deutschen Industrie" (BDI) wird gegründet.

31.10.   Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Die OEEC soll die Marshallplan-Gelder verteilen, das wirtschaftliche Wiederaufbauprogramm koordinieren und den Zahlungsverkehr liberalisieren.

22.11.   Die Alliierten Hohen Kommissare und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnen das Petersberger Abkommen. Es berechtigt die Bundesrepublik unter anderem, konsularische Beziehungen zu westlichen Staaten aufzunehmen und internationalen Organisationen beizutreten.

30.11.   Beitritt der Bundesregierung zur Internationalen Ruhrbehörde.

10.12.   Gründung des westdeutschen "Deutschen Journalistenverbandes".

21.12.   Der Deutsche Frauenring protestiert gegen die sogenannte "Zölibatsklausel" im Entwurf des Beamtengesetzes. Danach müssen verheiratete weibliche Beamte entlassen werden, wenn das Familieneinkommen auch ohne ihren Verdienst für ihre wirtschaftliche Versorgung ausreicht.

Nach der bedingungslosen Kapitulation des „Dritten Reichs“ teilten die alliierten Streitkräfte Deutschland in vier Besatzungszonen auf. Berlin wurde zur „Vier-Sektoren-Stadt“ und unter die gemeinsame Verwaltung eines „Alliierten Kontrollrats“ gestellt.

Die Siegermächte gingen sofort daran, ihre Anordnungen der Bevölkerung bekannt zu machen. Sie gaben zunächst zwei- oder vierseitige Heeresgruppen-Mitteilungsblätter heraus.

Ein Sonderfall waren die Aachener Nachrichten. Aachen war bereits im Oktober 1944 von den alliierten Truppen besetzt worden. So konnten bereits am 24. Januar 1945 die Aachener Nachrichten als Zeitung der Psychological Warfare Division, der psychologischen Kriegsführung, herausgegeben werden. Wichtiger Mitarbeiter war der jüdische Emigrant und US-AbwehroffizierHans Habe. Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde der sozialdemokratische Drucker Heinrich Hollands Herausgeber dieser Zeitung und ab 27. Juni 1945 Lizenzträger dieser „Ersten neudeutschen Zeitung“.

Über die Geschäftsführende Deutsche Reichsregierung unter Admiral Dönitz, das so genannte Vierte Reich vom 9. bis 23. Mai 1945, veröffentlichte das Flensburger Tageblatt vom 9. bis  23. Mai 2015, also 70 Jahre danach, eine aufschlussreiche zwölfteilige Serie über jene besagten 12 Tage:

  • Wie die „Stunde Null“ vor 70 Jahren im Norden ein Nachspiel hatte PDF Folge 1
  • Das Ende des Dritten Reiches in der Enklave Flensburg PDF Folge2 
  • Das „Dritte Reich“ liegt in den letzten Zügen – die Schergen machen sich aus dem Staub PDF Folge 3
  • Himmlers Flucht – Zivilkleidung, Augenklappe, neuer Name PDF Folge 4
  • Noch nach der Kapitulation fällt die NS-Militärjustiz Todesurteile. Und Dönitz lässt sie vollstrecken. PDF Folge 5
  • Die Rückkehr zehntausender KZ-Häftlinge nach Dänemark PDF Folge 6
  • Deutsche Kriegsverbrecher im Lager Fröslee in Dänemark PDF Folge 7
  • Auf dem „Friedenshügel“ liegen Täter und Opfer begraben PDF Folge 8
  • Selbstversenkung von Kriegsschiffen in der Ostsee PDF Folge 9
  • Jagd auf Ausschwitz-Kommandant Rudolf Höß und wie er 1946 aufgespürt wurde PDF Folge 10
  • Die Eckernförder Bucht im Bombenhagel PDF Folge 11
  • Das Ende der Reichsregierung Dönitz als Medienereignis PDF Folge 12

Schnell allerdings reagierten die Sowjets, die schon am 21. Mai 1945 die erste Ausgabe der Berliner Zeitung als vierseitiges Regional-Blatt für Ost-Berlin starteten. Die Redaktion bestand aus sowjetischen Offizieren, ehemaligen Widerstandskämpfern und KPD-Mitgliedern. Erster Chefredakteur war ein Oberst der Sowjet-Armee. Ab Juli 1945 war Rudolf Herrnstadt Chefredakteur, ein ehemaliger Mitarbeiter des Berliner Tageblatts und Agent des russischen Auslandgeheimdienstes. Daneben erteilten die Sowjets Lizenzen für KPD- und SPD-nahe Zeitungen wie die Deutsche Volkszeitung (am 13.6.1945) oder Das Volk (am 7.7.1945)

Sowie für Parteiblätter in verschiedenen Regionen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)

Die erste Ausgabe der Neue Zeit (das Blatt der Ost-CDU) erschien am 22.7.1945.

Die Amerikaner lizensierten am 1. August 1945 die Frankfurter Rundschau als erste Zeitung für ihre Besatzungszone und damit als dritte Vollzeitung im besetzten Deutschland. Ihre Neue Zeitung (NZ) erschien - als „amerikanische Zeitung für die deutsche Bevölkerung“ - ab 17. Oktober 1945 und wurde von der Information Control Division für die amerikanische Besatzungszone herausgegeben. Es gab drei Ausgaben: in Frankfurt, München und Berlin. Sie sollten die re-education, die Umerziehung der Deutschen vorantreiben. Chefredakteur war zeitweise Hans HabeRobert Lembke leitete das Ressort Innenpolitik, Erich Kästnerwar Feuilletonchef. In Berlin setzte man weitere Akzente, dort leitete etwa Friedrich Luft das Feuilleton.

Ähnlich gedacht war DIE WELT als Organ der britischen Besatzungsbehörden, geplant nach dem Vorbild der ehrwürdigen Times. Sie kam am 2. April 1946 auf den Markt.

Ansonsten vergaben die Engländer zunächst Lizenzen für Parteirichtungs-Zeitungen, um so den Demokratisierungsprozess in Gang zu setzen. In Hamburg beispielsweise erschienen die Hamburger Allgemeine Zeitung (HAZ) als Organ der CDU, dasHamburger Echo (HE) der SPD, die Hamburger Freie Presse (HFP) der FDP und die Hamburger Volkszeitung (HV) der KPD. Sie alle kamen ebenfalls Anfang April 1946 auf den Markt. Ab 1947 wurde auch noch die Niederdeutsche Zeitung (NDZ) der DP in Hamburg verlegt und gedruckt.

Die Briten waren über ihre Lizenzvergabe an parteinahe Lizenzträger allerdings bald enttäuscht, denn diese Blätter berichteten fast ausschließlich über ihre Parteien und das oft genug kritiklos, ja beschönigend. Attackiert wurden nur die anderen Parteien.

Die erste Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT erschien am 21. Februar 1946 in Hamburg. Als liberale und kritische Stimme auch gegenüber den Besatzungsmächten hatte sie sich sehr schnell eine treue Leserschaft erschlossen.

In der französischen Besatzungszone erschien am 8. August 1945 das Badener Tageblatt als erste Lizenzzeitung, gefolgt von der Saarbrücker Zeitung am 27.8. und dem Konstanzer Südkurier am 7.9.1945.

Am 21. September 1949, vier Monate nach Gründung der Bundesrepublik, endete die Lizenzpflicht in Westdeutschland. In der DDR blieb sie bis zur Wende im Jahr 1989 bestehen.

(HHB)

 

Literaturhinweise:

Koszyk, Kurt (1986): Pressepolitik für Deutsche. Geschichte der deutschen Presse / Teil 4; Colloquium Verlag, Berlin

Gossel, Daniel A. (1993); Die Hamburger Presse nach dem Zweiten Weltkrieg; Verein für Hamburgische Geschichte, Band 45

Hachmeister, Lutz/Siering, Friedemann (2002): Die Herren Journalisten. Die Elite der deutschen Presse nach 1945; C.H. Beck Verlag, München