Die Medienpolitik der Besatzungsmächte

Zeitstrahl

1946

5. Januar: Beginn eines Prozesses gegen 23 ehemalige KZ-Ärzte

8. Januar: Braunschweiger Zeitung erste Lizenz-Zeitung der britischen Zone

12. Januar: Der Alliierte Kontrollrat einigt sich auf eine gemeinsame Entnazifizierungsdirektive, dennoch wird die Entnazifizierung in den Besatzungszonen mit unterschiedlicher Strenge durchgeführt.

19. Januar: In der SBZ kommt mit Der Augenzeuge die erste deutsche Wochenschau seit Kriegsende in die Kinos.

20. Januar: Erste freie deutsche Wahlen seit 1933 in der amerikanischen Besatzungszone (Gemeindewahlen)

1. Februar: In Stuttgart erscheint die erste Ausgabe der von Erich Kästner herausgegebenen Jugendzeitschrift Der Pinguin.

7. Februar: Beginn der Bodenreform in der SBZ

21. Februar: Erste Ausgabe von Die ZEIT

16. April: Der tausendste Personenkraftwagen seit Kriegsende läuft im Wolfsburger Volkswagenwerk vom Band.

21./22. April: Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in der Sowjetzone

9.-11. Mai: Auf dem ersten Parteitag der SPD der drei westlichen Besatzungszonen wird Kurt Schumacher zum Vorsitzenden gewählt.

15. Mai: Eröffnung einer Kunstausstellung in Hamburg mit während des Nationalsozialismus verbotenen Werken von Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Käthe Kollwitz und Max Beckmann.

16. Mai: Die Erstausgabe der Wirtschaftszeitung Handelsblatt erscheint in Düsseldorf.

17. Mai: Gründung der staatlichen Deutschen Film AG (DEFA) in Potsdam-Babelsberg

25. Mai: General Lucius Clay ordnet Demontage-Stopp für die amerikanische Zone an.

6. Juni: Die amerikanische Militärregierung unterzeichnet einen Vertrag mit der US-Hilfsorganisation "Cooperative for American Remittances to Europe" (CARE) zur Unterstützung der deutschen Zivilbevölkerung.

30. Juni: Referendum in der SBZ, 78 Prozent der Sachsen sprechen sich für eine Enteignung der Großbetriebe von Nationalsozialisten aus.

1. Juli: Der Zusammenschluss aller Besatzungszonen zur BRD – auf Vorschlag der USA – wird durch Frankreich und der UdSSR verhindert.

22. Juli: Die ersten deutschen Soldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.

1. September: Frankreich stimmt gegen einen Zusammenschluss der drei westlichen Zonen zur BRD – daraufhin wird am 5. September die Bi-Zone von den Besatzungsmächte USA und GB gegründet – die USA möchten die Wirtschaft in allen Zonen vereinen (Stuttgarter Rede von Byrnes am 6.9. – Zustimmung nur von GB).

5. September: In Berlin nimmt der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" (RIAS) seinen Sendebetrieb auf.

30. September/1. Oktober: Urteilsverkündung in Nürnberg

10. Oktober: Gründung der Nachrichtenagentur ADN (Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst) in der sowjetischen Besatzungszone

16. Oktober: Vollstreckung der Todesurteile

29. Oktober: Erste Nachkriegs-Volkszählung in den vier Besatzungszonen Deutschlands. Dabei werden 65,9 Millionen Einwohner erfasst, darunter 36,6 Millionen Frauen und 29,3 Millionen Männer einschließlich 9,7 Millionen Vertriebene.

16. November: Die SED legt einen ersten Verfassungsentwurf für eine demokratische deutsche Republik vor.

10. Dezember: Hermann Hesse erhält den Literaturnobelpreis. Rückwirkende Verleihung des Nobelpreises für Chemie 1944 an Otto Hahn.

11. Dezember: Erste Rundfunkprogrammzeitschrift Hör Zu

31. Dezember: Berühmte Silvesterrede von Kardinal Frings – fringsen erlaubt

1947

1. Januar: Wirtschaftliche Vereinigung der amerikanischen und der britischen Besatzungszone zur Bizone

4 Januar: Der SPIEGEL erscheint

8. Januar: Der Reeducation-Film "Todesmühlen" wird erstmals in den drei westlichen Besatzungszonen öffentlich gezeigt. Er wurde von den Alliierten in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Bergen-Belsen gedreht.

ab 27. Januar: Eine Kältewelle in Zentraleuropa führt zu Tiefsttemperaturen von 20 Grad unter Null. Wegen der Kälte müssen z.B. in der amerikanischen Besatzungszone 75 Prozent aller Industriebetriebe zeitweise stillgelegt werden. In Berlin werden pro Tag bis zu 1.000 Menschen mit Erfrierungen in die Krankenhäuser eingeliefert.

3. Februar: Ahlener Programm der CDU

7. Februar: Entnazifizierungsverfahren in der britischen Zone, 1,5 Millionen Deutsche werden als Mitläufer amnestiert.

26. März: Der ehemalige US-Präsident Hoover tritt nach einer Reise durch Deutschland für eine Aufhebung der wirtschaftlichen Einschränkungen und für eine Neuorientierung der Deutschlandpolitik ein.

27. März: Großdemonstrationen in vielen Städten von NRW durch hungernde Arbeiter

9. Mai: Streik der Hamburger Hafenarbeiter wegen ungenügender Ernährungslage

29. Mai: Aufhebung des Heiratsverbots zwischen US-Soldaten und Deutschen

5. Juni: US-Außenminister George C. Marshall fordert in einer Rede an der Harvard-University ein wirtschaftliches Aufbauprogramm für Europa und die Einbeziehung Deutschlands auf der Basis gegenseitiger Hilfe und der Hilfestellung durch die USA. Dieses European Recovery Program (ERP) wird als sogenannter Marshallplan bekannt.

6. Juni: Im Durchgangslager Friedland trifft der erste Transport ehemaliger Rotkreuzschwestern ein, die sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befunden hatten.

6.-8. Juni: Ministerpräsidentenkonferenz in München, vorzeitige Abreise der Ministerpräsidenten-Delegation aus der SBZ

17. Juni: Ernst Reuter wird Berliner Oberbürgermeister – die Sowjets verweigern die Anerkennung.

30. Juli: Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes, die Zahl der noch vermissten deutschen Wehrmachtsangehörigen wird von der Wiesbadener Zentralstelle auf 1,7 Millionen geschätzt.

8. September: In Hamburg werden 4.500 jüdische Flüchtlinge, die sich auf dem Schiff "Exodus" befinden, auf Anweisung der britischen Behörden zwangsweise an Land gebracht.

10. September: Gründung der Gruppe "Junge Literatur", die sich später "Gruppe 47" nennt, durch die ehemaligen Herausgeber der 1946/47 erschienen und schließlich verbotenen Zeitschrift Der Ruf, Hans Werner Richter und Alfred Andersch.

6. November: Gründung des Gewerkschaftsrates der Bi-Zone unter Vorsitz von Hans Böckler

8. November: Verabschiedung der saarländischen Verfassung, die den wirtschaftlichen Anschluss des Saarlandes an Frankreich und die politische Autonomie vorsieht.

21. November: Uraufführung des Bühnenstückes "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert in Hamburg. Tags zuvor starb Borchert in Basel.

1948

1. Januar: Heinrich Nordhoff wird Generaldirektor von Volkswagen.

3. Januar: Einführung der französischen Währung im Saarland

30. Januar: Mahatma Gandhi wird von einem Hindu erschossen

23. Februar bis 6. März: Erste Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächte-Konferenz, zu der die Sowjetunion nicht eingeladen wird: Die drei Westalliierten und die Benelux-Staaten empfehlen die Schaffung eines bundesstaatlichen Systems in Westdeutschland sowie dessen Einbeziehung in den Marshallplan und die Ruhrkontrolle.

1. März: Die Bank deutscher Länder – später Bundesbank – beginnt ihre Arbeit.

2. März: Ludwig Erhard wird vom Wirtschaftsrat zum Direktor der Wirtschaftsverwaltung der Bi-Zone gewählt.

1. April: Beginn der "kleinen" Berlin-Blockade, Behinderung des Verkehrs durch sowjetische Inspektionen und Behinderungen westalliierter Militärreisender; später werden die Maßnahmen der SMAD Sowjetische Militäradministration in Deutschland auch auf den zivilen Personen- und Güterverkehr zu Wasser und zu Lande ausgedehnt.

3. April: Der Marshall-Plan – 5,3 Mrd. US Dollar für Europa – wird in Kraft gesetzt. Im Laufe der folgenden vier Jahre wurden für die Aufbauhilfe 13,3 Milliarden US Dollar bewilligt. Deutschlands Westzonen erhalten im ersten Jahr 550 Mio. US Dollar. Die DDR lehnt den Marshall-Plan ab: „Wir brauchen keinen Marshall-Plan, wir kurbeln selbst die Wirtschaft an.“

23. April: In der SBZ wird die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VEB) gegründet.

20. Juni: Währungsreform in den Westzonen (Tri-Zone) einschl. West-Berlin

23. Juni: Eigene Währung für die SBZ

24. Juni: Die SMAD beginnt die Großblockade der Berliner Westsektoren zu Lande und zu Wasser als Reaktion auf den gescheiterten Versuch, ihre Währungsreform auf Gesamtberlin auszudehnen; die Westmächte führen in ihren Sektoren die D-Mark ein. Die Sowjetunion erklärt die Vier-Mächte-Verwaltung Groß-Berlins für "praktisch beendet".

26. Juni: Erste Maschine der Luftbrücke – zwei Tage später Start der britischen Luftbrücke Plain Fare

1. Juli: Die drei westalliierten Militärgouverneure übergeben die "Frankfurter Dokumente" (Bedingungen für das zu schaffende Grundgesetz) an die Regierungschefs der elf Länder in den drei westlichen Besatzungszonen. Sie sehen die Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung bis zum 1. September 1949 mit dem Ziel der Bildung eines föderalen Staates, die Neugliederung der Länder und den Erlass eines alliierten Besatzungsstatuts vor.

3. Juli: Bildung der kasernierten Volkspolizei in der SBZ

6. Juli: Die Westalliierten fordern von der Sowjetunion ultimativ das Recht auf freien Zugang nach Berlin gemäß der gemeinsamen alliierten Vereinbarung vom 5. Juni 1945 (Berliner Deklaration).

8. Juli: Die Reparationsleistungen aus der Tri-Zone in die UdSSR werden eingestellt.

14. Juli: Eine sowjetische Note spricht den Westmächten das von ihnen beanspruchte Recht auf freien Zugang nach Berlin ab; sie bezeichnet die Stadt als Teil der sowjetischen Besatzungszone.

1. August: Der STERN erscheint zum ersten Mal, WamS als erste Sonntagszeitung.

10. August: Einrichtung des Bayerischen Rundfunks als Anstalt des öffentlichen Rechts

10.-23. August:  Verfassungskonvent in Herrenchiemsee

15.-30. August:  Wahl der Delegierten für den Parlamentarischen Rat in den Landtagen

1. September: Konstituierung des Parlamentarischen Rates in Bonn

5. September: Erster Deutscher Katholikentag seit 1932 in Mainz

11. September: Kurt Schumacher Vorsitzender der SPD in den Westzonen

15. September: Wahl Konrad Adenauers zum Präsidenten des Parlamentarischen Rats

18. September: 897 Flüge an diesem Tag – Rekord in der Luftbrückenzeit

22. September: Gründung der "Freien Universität" in West-Berlin

9. Oktober: Gesetz des Wirtschaftsrates zur Einführung des "Notopfers Berlin"

13. Oktober: Der Bergarbeiter Adolf Hennecke aus Zwickau übertrifft laut offiziellen Angaben in einer Sonderschicht das Förderungssoll für Bergarbeiter in der SBZ um 380 Prozent, Beginn der Aktivistenbewegung in der SBZ (Hennecke-Tempo als Norm).

22. Oktober: Bertolt Brecht und Helene Weigel kehren aus dem amerikanischen Exil nach Ost-Berlin zurück.

28. Oktober: Die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler beginnen ihre erste Auslandstournee seit Kriegsende.

20. November: Neun Millionen Werktätige beteiligen sich an einem von den Gewerkschaften der Bi-Zone ausgerufenen Generalstreik gegen steigende Preise und für eine demokratische Struktur der Wirtschaft.

22. November: Memorandum der Westalliierten an den Parlamentarischen Rat über ihre Forderung nach einer föderativen Struktur des künftigen westdeutschen Staates

30. November: Die SED spaltet den Berliner Magistrat. In Ost-Berlin wird eine eigene Stadtverwaltung eingerichtet. Der Amtssitz des West-Berliner Magistrats ist das Schöneberger Rathaus, Friedrich Ebert (SED) Oberbürgermeister von Ost-Berlin.

11. Dezember: Zusammenschluss der liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen zur FDP in Heppenheim, Theodor Heuss wird zum Parteivorsitzenden gewählt.

28. Dezember: Londoner Sechsmächte-Abkommen über die Einrichtung einer Internationalen Ruhrbehörde, die Sowjetunion wird von der Ruhrkontrolle ausgeschlossen.

31. Dezember: Die 100.000 Landung seit Beginn der Luftbrücke

1949

3. Januar: Der West-Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter verlangt die Einbeziehung West-Berlins in den zukünftigen Bundesstaat.

24. Januar: Konstituierung eines gemeinsamen Vorbereitungsausschusses aus Vertretern des Parlamentarischen Rats und der Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder. Der Ausschuss koordiniert die politischen und Verwaltungsaufgaben Westdeutschlands bis zur Bildung der ersten Bundesregierung.

3. Februar: Die Fünferkommission des Parlamentarischen Rats einigt sich in Bonn darauf, West-Berlin neben den elf Ländern der westlichen Besatzungszonen als zwölftes Bundesland in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen.

9. Februar: Hessen-Lotto wird gegründet

8. April: Deutschlandkonferenz der drei Westmächte in Washington. Die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der USA beschließen eine endgültige Fassung des Besatzungsstatuts. Außerdem soll die Bi-Zone durch Fusion mit dem französischen Besatzungsgebiet zur Tri-Zone erweitert werden. Die Militärregierung soll beendet werden, indem Alliierte Hohe Kommissare politische Kontrollbefugnisse und die Oberbefehlshaber nur noch militärische Funktionen wahrnehmen. Des Weiteren wird vereinbart, das Demontageprogramm zu reduzieren und die Industrieproduktion zu steigern.

9. April: Mit der Einführung des Tarifvertragsgesetzes stellt der Frankfurter Wirtschaftsrat die Tarifautonomie zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern wieder her.

22. April: Das Ruhrstatut, das die internationale Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion des Ruhrgebietes durch die westlichen Besatzungsmächte und die Beneluxstaaten regelt, tritt in Kraft.

1. Mai: In den westlichen Besatzungszonen wird der Lizenzierungszwang für Druckschriften aufgehoben.

8. Mai: Das Grundgesetz wird in dritter Lesung vom Parlamentarischen Rat angenommen.

10. Mai: Der Parlamentarische Rat verabschiedet das Wahlgesetz zur Bundesrepublik. Bonn wird vom Parlamentarischen Rat zur vorläufigen Bundeshauptstadt gewählt. Von 62 gültigen Stimmen entfallen 33 auf Bonn und 29 auf Frankfurt/Main.

12. Mai: Aufhebung der Berliner Blockade; die westalliierten Militärgouverneure Clay, Robertson und Koenig billigen das vom Parlamentarischen Rat verabschiedete Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des Besatzungsstatuts und der Anerkennung West-Berlins als zwölftes Bundesland.

18. Mai: John McCloy wird zum amerikanischen Hochkommissar in Deutschland ernannt.

18.-20. Mai: Alle westdeutschen Landtage mit Ausnahme Bayerns billigen das Grundgesetz.

19. Mai: André François-Poncet wird zum französischen Hochkommissar für Deutschland ernannt.

23. Mai: Verkündung des Grundgesetzes, das tags darauf in Kraft tritt.

23. Mai bis 20. Juni: Letzte Konferenz des Rats der Außenminister in Paris, die Sowjetunion befürwortet, den Alliierten Kontrollrat wiederzubeleben, einen Friedensvertrag abzuschließen und einen paritätisch besetzten gesamtdeutschen Staatsrat zu bilden. Die Westmächte schlagen vor, dass die Länder der SBZ dem soeben verabschiedeten Grundgesetz beitreten. Die Konferenz bestätigt das Ende der Berlin-Blockade und die Freizügigkeit des Verkehrs in Deutschland. Insgesamt scheitert die Konferenz jedoch am unüberbrückbaren Dissens zwischen der Sowjetunion und den Westmächten in der Deutschlandfrage.

30. Mai: Der Deutsche Volkskongress billigt die Verfassung der DDR.

1. Juni: Sir Brian Robertson wird zum britischen Hochkommissar für Deutschland ernannt.

20. Juni: Die westalliierten Außenminister unterzeichnen das Statut, welches die bisherigen Militärregierungen durch die Alliierte Hohe Kommission ersetzt.

1. Juli: Die westalliierte Stadtkommandantur übermittelt Oberbürgermeister Ernst Reuter das Verbot der Teilnahme Berlins an den allgemeinen Wahlen zum Ersten Deutschen Bundestag; die Berliner Stadtverordnetenversammlung entsendet Abgeordnete ohne Stimmrecht.

13. Juli: Papst Pius XII. droht allen Katholiken, die Mitglieder oder Sympathisanten kommunistischer Parteien sind, mit der Exkommunikation.

15. Juli: Abkehr der CDU vom Ahlener Programm – die neuen Düsseldorfer Leitsätze fördern Leistungswettbewerb und freies Unternehmertum.

25. Juli: In der Frankfurter Paulskirche wird der 1933 aus Deutschland emigrierte Schriftsteller Thomas Mann mit dem Goethe-Preis ausgezeichnet.

14. August: Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag, die Wahlbeteiligung liegt bei 78,5 Prozent.

Die Stimmen für die Parteien verteilen sich wie folgt:

  • SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) 29,2 %,
  • CDU (Christlich Demokratische Union) 25,2 %,
  • CSU (Christlich Soziale Union) 5,8 %,
  • FDP (Freie Demokratische Partei) 11,9 %,
  • BP (Bayernpartei) 4,2 %,
  • DKP/DRP (Deutsche Konservative Partei/ Deutsche Reichspartei) 1,8 %,
  • DP (Deutsche Partei) 4,0 %,
  • Zentrum 3,1 %,
  • EVD (Europäische Volksbewegung Deutschlands) 0,1 %,
  • KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) 5,7 %,
  • Parteilose 4,8 %,
  • RSF (Radikal-Soziale Freiheitspartei) 0,9 %,
  • RWVP (Rheinisch-Westfälische Volkspartei) 0,1 %,
  • SSW (Südschleswigscher Wählerverband) 0,3 %,
  • WAV (Wirtschaftliche Aufbauvereinigung) 2,9 %.

18. August: Die Nachrichtenagenturen der drei westdeutschen Besatzungszonen – die Deutsche Nachrichtenagentur (dena), der Deutsche Pressedienst (dpd) und die Süddeutsche Nachrichtenagentur (südena) – schließen sich zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) zusammen.

7. September: Konstituierende Sitzungen des 1. Deutschen Bundestags und des Bundesrats

7. September: Die Deutsche Bundesbahn wird gegründet.

8. September: Richard Strauss stirbt in Garmisch.

12. September: Theodor Heuss wird von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt.

15. September: Konrad Adenauer wird Bundeskanzler.

20. September: Bildung des ersten Kabinetts Adenauer aus CDU/CSU, FDP und DP

21. September: Ende der Militärregierung – das Besatzungsstatut tritt in Kraft, Amtsantritt der Alliierten Hohen Kommissare.

30. September: Die Alliierten stellen nach über 277.000 Hilfsflügen die Luftbrücke nach West-Berlin ein.

7. Oktober: Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die Provisorische Volkskammer (bisher 2. Deutscher Volksrat) setzt die Verfassung in Kraft.

10. Oktober: An die Stelle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD), die ihre Verwaltungsfunktionen an die DDR-Regierung überträgt und aufgelöst wird, tritt die Sowjetische Kontrollkommission (SKK). Wahl der Provisorischen Länderkammer durch die fünf Landtage der DDR.

11. Oktober: Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen einstimmig den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR.

12. Oktober: Die Provisorische Volkskammer bestätigt die Provisorische Regierung aus Vertretern der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), LDP (Liberal-Demokratische Partei), CDU (Christlich Demokratische Union), NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) und DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands). Otto Grotewohl wird Ministerpräsident der DDR.

12.-14. Oktober: Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in München, erster Vorsitzender wird Hans Böckler.

19. Oktober: Der "Bundesverband der Deutschen Industrie" (BDI) wird gegründet.

31. Oktober: Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Die OEEC soll die Marshallplan-Gelder verteilen, das wirtschaftliche Wiederaufbauprogramm koordinieren und den Zahlungsverkehr liberalisieren.

22. November: Die Alliierten Hohen Kommissare und Bundeskanzler Adenauer unterzeichnen das Petersberger Abkommen. Es berechtigt die Bundesrepublik unter anderem, konsularische Beziehungen zu westlichen Staaten aufzunehmen und internationalen Organisationen beizutreten.

30. November: Beitritt der Bundesregierung zur Internationalen Ruhrbehörde

10. Dezember: Gründung des westdeutschen "Deutschen Journalistenverbandes"

21. Dezember: Der Deutsche Frauenring protestiert gegen die sogenannte "Zölibatsklausel" im Entwurf des Beamtengesetzes. Danach müssen verheiratete weibliche Beamte entlassen werden, wenn das Familieneinkommen auch ohne ihren Verdienst für ihre wirtschaftliche Versorgung ausreicht.

1945

8.5.: Ende des Zweiten Weltkriegs

15.5.: Erste Ausgabe der „Tägliche Rundschau“, der ersten deutschsprachigen Zeitung nach Kriegsende für Berlin, zunächst mit dem Untertitel „Tageszeitung des Kommandos der Roten Armee für die deutsche Bevölkerung“, der kurz darauf in „Zeitung für die deutsche Bevölkerung“ geändert wurde.

21.5.: Erstausgabe der „Berliner Zeitung“

5.6.: Mit der Berliner Deklaration "in Anbetracht der Niederlage" übernehmen die Regierungen der vier Siegermächte die "Oberste Regierungsgewalt in Deutschland". Sie teilen Deutschland entsprechend den Grenzen von 1937 in vier Besatzungszonen auf, Berlin unter einer Militärkommandantur in vier Sektoren. Die oberste Gewalt übernimmt der Alliierte Kontrollrat, bestehend aus den vier alliierten Oberbefehlshabern in Berlin. Die interalliierte Militärkommandantur für Berlin nimmt ihre Arbeit am 11.7., der Alliierte Kontrollrat am 30.8.1945 auf.

11.6.: Die aus Moskau angereiste Gruppe Ulbricht gründet in der Sowjetisch Besetzen Zone die KPD neu

15.6.: Neugründung der SPD in Berlin

1.8.: Frankfurter Rundschau als 1. Zeitungslizenz der amerikanischen Zone

2.8.: Potsdamer Konferenz in Schloss Cecilienhof

6.8.: Atombombe auf Hiroshima

8.8.: Badisches Tageblatt als 1. Lizenz in der französischen Zone

9.8.: Atombombe auf Nagasaki

22.9.: Der Rundfunksender Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR) nimmt den Sendebetrieb auf.

27.9.: Erstes Erscheinen des "Tagesspiegel" in Berlin.

2.10.: Lizenzierung der "Süddeutschen Zeitung" in München.

20.11.: Beginn des Nürnberger Prozesses gegen die

21.11.: Gründung des RIAS (Radio im amerikanischen Sektor) in Berlin.

 

Die Medienpolitik der Besatzungsmächte

Nach der bedingungslosen Kapitulation des „Dritten Reichs“ teilten die alliierten Streitkräfte Deutschland in vier Besatzungszonen auf. Berlin wurde zur „Vier-Sektoren-Stadt“ und unter die gemeinsame Verwaltung eines „Alliierten Kontrollrats“ gestellt.

Die Siegermächte gingen sofort daran, ihre Anordnungen der Bevölkerung bekannt zu machen. Sie gaben zunächst zwei- oder vierseitige Heeresgruppen-Mitteilungsblätter heraus.

Ein Sonderfall waren die Aachener Nachrichten. Aachen war bereits im Oktober 1944 von den alliierten Truppen  besetzt worden. So konnten bereits am 24. Januar 1945 die Aachener Nachrichten als Zeitung der Psychological Warfare Division, der psychologischen Kriegsführung, herausgegeben werden. Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde der sozialdemokratische Drucker Heinrich Hollands Herausgeber dieser Zeitung und ab 27. Juni 1945 Lizenzträger dieser „Ersten neudeutschen Zeitung“.

Schnell allerdings reagierten die Sowjets, die schon am 21. Mai 1945 die erste Ausgabe der Berliner Zeitung als vierseitiges Regional-Blatt für Ost-Berlin starteten. Die Redaktion bestand aus sowjetischen Offizieren, ehemaligen Widerstandskämpfern und KPD-Mitgliedern. Erster Chefredakteur war ein Oberst der Sowjet-Armee. Ab Juli 1945 war Rudolf Herrnstadt Chefredakteur, ein ehemaliger Mitarbeiter des Berliner Tageblatts und Agent des russischen Auslandgeheimdienstes. Daneben erteilten die Sowjets Lizenzen für KPD- und SPD-nahe Zeitungen wie die Deutsche Volkszeitung (am 13.6.1945) oder Das Volk (am 7.7.1945) sowie für Parteiblätter in verschiedenen Regionen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ).

Die erste Ausgabe der Neue Zeit (das Blatt der Ost-CDU) erschien am 22.7.1945.

Die Amerikaner lizensierten am 1. August 1945 die Frankfurter Rundschau als erste Zeitung für ihre Besatzungszone und damit als dritte Vollzeitung im besetzten Deutschland. Ihre Neue Zeitung (NZ) erschien - als „amerikanische Zeitung für die deutsche Bevölkerung“ - ab 17. Oktober 1945 und wurde von der Information Control Division für die amerikanische Besatzungszone herausgegeben. Es gab drei Ausgaben: in Frankfurt, München und Berlin. Sie sollten die re-education, die Umerziehung der Deutschen vorantreiben. Chefredakteur war zeitweise Hans Habe; Robert Lembke leitete das Ressort Innenpolitik, Erich Kästner war Feuilletonchef. In  Berlin setzte man weitere Akzente, dort leitete etwa Friedrich Luft das Feuilleton.

Ähnlich gedacht war DIE WELT als Organ der britischen Besatzungsbehörden, geplant nach dem Vorbild der ehrwürdigen Times. Sie kam am 2. April 1946 auf den Markt.

Ansonsten vergaben die Engländer zunächst Lizenzen für Parteirichtungs-Zeitungen, um so den Demokratisierungsprozess in Gang zu setzen. In Hamburg beispielsweise erschienen die Hamburger Allgemeine Zeitung (HAZ) als Organ der CDU, das Hamburger Echo (HE) der SPD, die Hamburger Freie Presse (HFP) der FDP und die Hamburger Volkszeitung (HV) der KPD. Sie alle kamen ebenfalls Anfang April 1946 auf den Markt. Ab 1947 wurde auch noch die Niederdeutsche Zeitung (NDZ) der DP in Hamburg verlegt und gedruckt.

Die Briten waren über ihre Lizenzvergabe an parteinahe Lizenzträger allerdings bald enttäuscht, denn diese Blätter berichteten fast ausschließlich über ihre Parteien und das oft genug kritiklos, ja beschönigend. Attackiert wurden nur die anderen Parteien.

Die erste Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT erschien am 21. Februar 1946 in Hamburg. Als liberale und kritische Stimme auch gegenüber den Besatzungsmächten hatte sie sich sehr schnell eine treue Leserschaft erschlossen.

In der französischen Besatzungszone erschien am 8. August 1945 das Badener Tageblatt als erste Lizenzzeitung, gefolgt von der Saarbrücker Zeitung am 27.8. und dem Konstanzer Südkurier am 7.9.1945.

Am 21. September 1949, vier Monate nach Gründung der Bundesrepublik, endete die Lizenzpflicht in Westdeutschland. In der DDR blieb sie bis zur Wende im Jahr 1989 bestehen.

(HHB)

1950

13. Januar: Die Lizensierungspflicht für politische Parteien wird beendet.

3. Februar: In den Vorprogrammen von Kinos in der Bundesrepublik wird erstmals die ‚Neue Deutsche Wochenschau‘ gezeigt

8. Februar: In der DDR billigt die Volkskammer ein Gesetz zur Bildung des ‚Ministeriums für Staatssicherheit‘ (MfS).

1. März: Nach seiner Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg zieht sich Chiang Kai-shek ganz auf die Insel Taiwan/Formosa zurück.

16. März: Winston Churchill fordert einen deutschen Verteidigungsbeitrag.

22. März: Erklärung der BRD mit Bedingungen zur Wiederherstellung der deutschen Einheit.

1. Mai: In der Bundesrepublik entfallen die letzten Lebensmittelrationierungen, zuletzt für Zucker.

6. Juni: Die DDR und Polen erklären die Oder-Neiße-Grenze als endgültig.

13. Juni: Gegen diese Anerkennung erfolgt eine Rechtsverwahrung des Bundestags.

25. Juni: Nordkoreanische Truppen überfallen Südkorea – damit beginnt der Korea-Krieg.

6. Juli: Unterzeichnung des Görlitzer Abkommens über die Oder-Neiße-Grenze.

8. Juli: Hans Globcke wird Staatssekretär und Personalchef im Kanzleramt.

19. Juli: Gründung des Zentralrats der Juden in Frankfurt/Main.

5. August: Die ‚Charta der Heimatvertriebenen‘ in Stuttgart beschlossen. Verzicht auf Rache und Vergeltung.

17. August: Erster Fünfjahresplan der DDR verabschiedet.

7. September: In Ost-Berlin beginnt die Sprengung des Stadtschlosses.

13. September: Die erste Volkszählung in der Bundesrepublik.

15. September: UN-Streitkräfte landen in Korea.

9. Oktober: Gustav Heinemann tritt aus Protest gegen die Wiederbewaffnung als Bundesinnenminister zurück.

15. Oktober: Wahlen in der DDR. 99,7 % wählen die ‚Nationale Front‘.

20./22. Oktober: Bundesparteitag der CDU: Adenauer zum Vorsitzenden gewählt

25. November: Chinesische Truppen greifen in den Korea-Krieg ein.

15. Dezember: In den USA wird der nationale Notstand ausgerufen wegen der militärischen Lage in Korea.

18./19. Dezember: Eisenhower wird oberster Alliierter Befehlshaber in Europa.

1951

15. Januar: Konrad Adenauer lehnt einen von Otto Grotewohl vorgeschlagenen ‚Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat‘ ab und fordert freie Wahlen als ersten Schritt für eine Wiedervereinigung.

27./28. Januar: In Bonn wird die Partei ‚BHE Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten‘ auf Bundesebene gegründet.

15. Februar: Im Verlauf der Diskussionen um eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik wird zunächst das Gesetz zur Schaffung eines Bundesgrenzschutzes als Sonderpolizei verabschiedet.

6. März: Erste Revision des Besatzungsstatuts durch die drei West-Alliierten – die Bundesrepublik erhält damit eine begrenzte Souveränität in der Außen- und Wirtschaftspolitik.

15. März: Adenauer übernimmt zusätzlich das Amt des Außenministers.

1. Mai: Heftige Proteste gegen eine Wiederaufrüstung der Bundesrepublik.

6. Mai: Bei den niedersächsischen Landtagswahlen erringt die neo-nazistische ‚SRP Sozialistische Reichspartei‘ 11 % der Stimmen.

6. Juni: 1. Internationale Filmfestspiele in Berlin eröffnet.

14.-18. Juni: Adenauers erster Auslandsbesuch – in Italien.

9. Juli: Großbritannien erklärt als erste der drei Westmächte den Krieg mit Deutschland als beendet.

20. September: Unterzeichnung eines Interzonenhandelsabkommen zwischen BRD und DDR.

8. Oktober: In der DDR wird die Rationierung aller Nahrungsmittel bis auf Fett, Fleisch und Zucker aufgehoben.

25. Oktober: Winston Churchill wird erneut Premierminister in Großbritannien.

1. November: Beschluss der Volkskammer über den Fünfjahresplan mit zentraler Planwirtschaft und Wirtschaftslenkung.

16. November: Die Bundesregierung stellt beim Verfassungsgericht Verbotsanträge gegen die SRP Sozialistische Reichspartei und gegen die KPD Kommunistische Partei Deutschlands.

3. Dezember: Adenauer auf Staatsbesuch in London.

9. Dezember : Ein Volksentscheid stimmt für Zusammenlegung von Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zum Bundesland Baden-Württemberg.

1952

8. Januar: Wilhelm Furtwängler übernimmt die Leitung der Berliner Philharmoniker

4. Februar: Grundsteinlegung für den Bau der Stalinallee

14. - 25. Februar: ‚Olympische Winterspiele‘ in Oslo, an denen Deutschland erstmals nach Kriegsende wieder teilnehmen darf. Anderl Ostler und Lorenz Nieberl gewinnen Gold im Zweierbob.

1. März: Helgoland wird an Deutschland zurückgegeben.

7. März: Beginn des Prozesses gegen Otto Ernst Remer vor dem Braunschweiger Landgericht wegen übler Nachrede und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener. Remer war am 20. Juli 1944 Kommandeur des Berliner Wachbataillons. Nach Kriegsende gehörte er zu den Gründern der ‚Sozialistischen Reichspartei‘ und bezeichnete als immer noch überzeugter Nationalsozialist die damaligen Widerstandskämpfer „als vom Ausland gedungene Landesverräter“.

10. März: Erste Stalin-Note: Friedensvertrag, gesamtdeutsche Regierung, Abzug aller ausländischen Truppen und Neutralität des Landes

25. März: Die Westmächte weisen die Forderungen der Stalin-Note zurück.

9. April: Zweite Stalin-Note: freie Wahlen aber nicht unter UN-Kontrolle

25. April: Baden-Württemberg als Bundesland gebildet

2. Mai: Bundespräsident Theodor Heuss und Kanzler Adenauer einigen sich auf die dritte Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne.

7. Juni: Die letzten Todesurteile werden von den Amerikanern in Landsberg vollstreckt

Skandal beim Boxen: Peter Müller schlägt Ringrichter k.o.

24. Juni: Erstausgabe der BILD-Zeitung.

5. Juli: Erste Händel-Festspiele in Halle an der Saale.

19.Juli. - 3.August: Olympische Sommerspiele in Helsinki

20. August: Kurt Schumacher/SPD stirbt.

1. September: Das Lastenausgleichsgesetz tritt in Kraft

10. September: Die Bundesrepublik unterzeichnet in Luxemburg ein ‚Wiedergutmachungsabkommen‘ mit Israel – das sog. ‚Luxemburger Abkommen‘.

11. Oktober: Das Betriebsverfassungsgesetz wird eingeführt.

4. November: Eisenhower neuer Präsident der USA.

29./30. November: Gustav Heinemann und Helene Wessel gründen die GVP Gesamtdeutsche Volkspartei.

10. Dezember: Albert Schweitzer erhält den Friedensnobelpreis.

25. Dezember: Erstausstrahlung eines 2-stündigen Fernsehprogramms im NDR.

26. Dezember: Erstmals wird die ‚Tagesschau‘ gesendet.

1953

15. Januar: Der DDR der Außenminister und stellv. Vorsitzende der OST-CDU wird wegen Spionage verhaftet.

6. Februar: Die ‚Deutsche Bischofskonferenz‘ wendet sich gegen einen Entwurf der Bundesregierung, in welchem der Grundsatz einer Gleichberechtigung von Mann und Frau auch im Familiengesetz angeglichen werden soll. Nach Meinung der Bischöfe aber entspräche die alleinige Entscheidungsbefugnis des Mannes in bestimmten Fragen einer ‚natürlichen Ordnung‘.

5. März: Josef Stalin stirbt in Moskau.

3. Mai: Sendebeginn der ‚Deutschen Welle‘.

10. Mai: Chemnitz wird in Karl-Marx-Stadt umbenannt.

28. Mai: Die SED erhöht die Arbeitsnormen in der DDR um 10,3 %.

2. Juni: Elisabeth II. von Großbritannien wird gekrönt. Live-Übertragung im Fernsehen im Rahmen der ‚Eurovision‘.

16. Juni: In der Berliner Stalinallee treten Bauarbeiter in den Ausstand, aus Protest gegen die jüngst erlassenen Normenerhöhungen. Daraus wird schnell eine Groß-Demo in Ostberlin.

17. Juni: Dieser Streik breitet sich auf 72 Städte in der DDR aus. Sowjetsoldaten und Volkspolizei gehen mit Gewalt gegen die Streikenden vor – die DDR-Regierung verhängt den Ausnahmezustand in 167 Städten und Landkreisen. Tags darauf werden rund 20.000 Personen vorübergehend in Haft genommen.

21. Juni: Das Zentralkomitee der SED beschließt eine Kurskorrektur und nimmt die Normenerhöhung zurück. Außerdem werden plötzlich Wohltaten angekündigt: Fahrpreisermäßigungen, Erhöhung der Mindestrenten und Beschleunigung des Wohnungsbauprogramms.

25. Juni: Im Rahmen eines neuen Wahlgesetzes wird die Fünf-Prozent-Hürde vom Bundestag beschlossen.

27. Juli: Der Waffenstillstand in Korea wird zwischen den USA und Nordkorea unterzeichnet.

4. August: Der 17. Juni wird durch Bundesgesetz zum ‚Tag der deutschen Einheit‘ bestimmt.

6. September: Die zweite deutsche Bundestagswahl gewinnt die CDU/CSU mit absoluter Mehrheit.

13. September: Nikita Chruschtschow wird zum Ersten Sekretär des ZK der KPdSU gewählt.

7. Oktober: Einstimmige Wiederwahl von Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR.

Oktober: Konrad Adenauer bildet seine zweite Regierung aus den Unionsparteien, der FDP, der DP und dem BHE.

1954

Januar: Die letzten Betriebe der SAG Sowjetische Aktiengesellschaften werden an die DDR zurückgegeben und zu Volkseigenen Betrieben (VEB) gemacht.

18. Januar: Der WDR startet seinen Sendebetrieb von Köln aus.

25.1. – 18.2.: Bei der Vier-Mächte-Außenministerkonferenz in Berlin bleiben die Beratungen über eine Wiedervereinigung ohne Ergebnis.

25. März: Die Sowjetunion erweitert die Souveränitätsrechte der DDR.

7. April: Die Bundesregierung lehnt die Anerkennung der DDR ab und besteht auf einem Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik.

7. Mai: Die letzte Bastion Dien-Bien-Phu der Franzosen in Indochina fällt.

1. Juni: Die DDR-Fluglinie wird in Interflug umbenannt.

14. Juni: Das überparteiliche Kuratorium ‚Unteilbares Deutschland‘ wird gegründet, um so den Willen der Bundesbürger zur Wiedervereinigung zu mobilisieren.

17. Juni: Erstmals wird in der Bundesrepublik der ‚Tag der deutschen Einheit‘ als gesetzlicher Feiertag begangen.

4. Juli: Nach dem 3:2-Sieg über Ungarn wird die Bundesrepublik Fußballweltmeister.

17. Juli: Theodor Heuss wird zum Bundespräsidenten wiedergewählt.

21. Juli: Die französische Kolonialherrschaft in Indochina ist beendet.

23. Juli: Der Verfassungsschutzpräsident Otto John ist in die DDR übergelaufen und gibt das in einer Rundfunkansprache bekannt.

30. August: Frankreich lehnt den EVG-Vertrag ab. Damit ist die geplante ‚Europäische Verteidigungsgemeinschaft‘ gescheitert.

29. September: Im Hessischen Fernsehen geht als erste Familienserie ‚Familie Schölermann‘ auf Sendung und wird für viele Familien zu einer Art Lagerfeuer, um das man sich gern versammelt.

5. Oktober: Der Simplicissimus, 1944 eingestellt, erscheint wieder.

17. Oktober: Volkskammerwahlen: die Einheitslisten bekommen 99,46 %.

1. November: Beginn des ARD-Gemeinschaftsprogramms.

10. Dezember: Max Born und Walter Bothe bekommen den Nobelpreis für Physik.

1955

15. Januar: Die sowjetische Regierung bietet freie gesamtdeutsche Wahlen an für den Fall, dass die Bundesregierung auf die Ratifizierung der ‚Pariser Verträge‘ verzichtet.

25. Januar: Die Sowjetunion beendet den Kriegszustand mit Deutschland.

29. Januar: Oppositionspolitiker, Gewerkschafter und Theologen fordern in einem ‚Deutschen Manifest‘ die Ablehnung der Pariser Verträge.

27. Februar: Die Pariser Verträge werden im Bundestag ratifiziert.

3. März: ‚Proklamation an das deutsche Volk‘ der Volkskammer gegen die Ratifizierung der Pariser Verträge.

5. April: Churchill tritt zurück – Nachfolger wird Anthony Eden.

5. Mai: Die Pariser Verträge treten in Kraft – damit erlischt das Besatzungsstatut bis auf einige Sonderregelungen.

9. Mai: Beitritt der Bundesrepublik in die NATO.

14. Mai: Gründung des ‚Warschauer Pakts‘ als Antwort auf die NATO.

15. Mai: Mit dem von allen vier Siegermächten unterzeichneten Staatsvertrag bekommt Österreich seine volle Souveränität.

2. Juni: Die SED unterbreitet ein ‚Zehn-Punkte-Programm‘ zur Wiedervereinigung.

6. Juni: Die bisherige Dienststelle Blank wird Bundesministerium für Verteidigung.

8. Juni: Heinrich von Brentano wird Außenminister.

16. Juli: ‚1. documenta‘ in Kassel eröffnet.

27. August: Die nationalen Olympischen Komitees von BRD und DDR beschließen die Entsendung einer gemeinsamen Mannschaft nach Melbourne.

8.-14. September: Adenauer in Moskau. Aufnahme diplomatischer Beziehungen und Entlassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen.

7. Oktober: Die ersten Spätheimkehrer in Friedland.

21. Oktober: F.J. Strauß wird Bundesminister für Atomfragen.

23. Oktober: Bei einer Volksabstimmung lehnen 67,7 % der Saarländer das bisherige Saarstatut ab.

1. November: Für die DDR schwarz-rot-goldene Fahne mit dem Staatswappen Hammer und Zirkel.

1956

2. Januar: Die ersten Bundeswehrsoldaten werden eingezogen.

3. Januar: Start des DDR-Fernsehens ‚Deutscher Fernsehfunk‘.

5. Januar: Ankunft der ersten Gastarbeiter aus Italien.

18. Januar: Die Volkskammer der DDR beschließt die Aufstellung einer ‚Nationalen Volksarmee‘ NVA.

16. Februar : Die Bundesminister des BHE treten in die CDU ein.

23. Februar: FDP-Bundestagsabgeordnete verlassen die Koalition mit der CDU/CSU und schließen sich der Opposition an. 16 Abgeordnete gründen die FVP Freie Volkspartei und bleiben in der Regierung.

25. Februar: Chruschtschow deckt auf dem 20. Parteitag der KPdSU Stalins Verbrechen auf. Das ist der Beginn einer ‚Entstalinisierung‘.

29. April: BILD am Sonntag (BamS) erscheint.

1. Mai: Vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin demonstrieren 100.000 Bürger für eine Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

7. Juli: Der Bundestag verabschiedet das Wehrpflichtgesetz und erlaubt für Kriegsdienstverweigerer einen zivilen Ersatzdienst.

21. August: Adenauer ist gegen die atomare Aufrüstung der US-Streitkräfte. Kernwaffen seien die größte Gefahr für die Menschheit.

24. September: Die Bundesrepublik und Belgien regeln ihre Grenzprobleme.

1. Oktober: Das deutsche Fernsehen sendet nun täglich seine Tagesschau

11. Oktober: In Flensburg wird eine zentrale Verkehrssünder-Kartei eingeführt.

16. Oktober: F.J. Strauß wird Verteidigungsminister

23. Oktober: In Ungarn beginnt der bewaffnete Volksaufstand.

29. Oktober: Israel greift Ägypten an und besetzt in kurzer Zeit die Sinai-Halbinsel, nachdem Ägypten den Suez-Kanal verstaatlicht hatte.

22.11.-8.12.: Olympische Sommerspiele in Melbourne

1957

1. Januar: Das Saarland wird 10. Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

2. Januar: In 12 Großbetrieben der DDR wird die 45-Stunden-Woche eingeführt.

21. Januar: Der Bundestag führt die ‚dynamische Rente‘ ein – die Rente soll der Lohnentwicklung angepasst werden.

1. März: Auch in der Bundesrepublik wird die 45-Stunden-Woche von mehreren Unternehmen eingeführt.

15. März: In der Bundesrepublik wird bekannt, dass die hier stationierten amerikanischen Streitkräfte Atomwaffen besitzen.

25. März: Unterzeichnung der sog. ‚Römischen Verträge‘ zur Schaffung einer ‚Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft‘.

1. April: Die ersten 10.000 Wehrpflichtigen rücken ein.

4. April: Adenauer tritt für eine atomare Aufrüstung der Bundeswehr ein.

12. April: Im sog. ‚Göttinger Manifest‘ setzen sich 18 deutsche Atomforscher für einen Verzicht auf Atomwaffen bei der Bundeswehr ein.

23. April: Der Nobelpreisträger Albert Schweitzer warnt vor Atomstrahlen und fordert die Einstellung von Versuchen mit Atomwaffen. Seine Rede wird von mehr als 150 Radiosendern in aller Welt ausgestrahlt.

18. Juni: Gesetz über Gleichberechtigung von Mann und Frau.

27. Juli: Die DDR schlägt einen Staatenbund zwischen DDR und Bundesrepublik vor.

1. August: Gründung der Bundesbank als zentrale Notenbank für die BRD und West-Berlin.

1. September: Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung in geschlossenen Ortschaften der BRD.

15. September: Wahlen zum 3. Deutschen Bundestag: Die Unionsparteien bekommen mit 50,2 % der abgegebenen Stimmen eine absolute Mehrheit.

21. September: Das Segelschulschiff ‚Pamir‘ sinkt – nur 6 der 86 Besatzungsmitglieder werden gerettet.:

3. Oktober: Willy Brandt wird Bürgermeister von West-Berlin.

4. Oktober: Start des ersten künstlichen Erdsatelliten ‚Sputnik‘ durch die UdSSR.

1. November: Die Prostituierte Rosemarie Nitribitt wird erwürgt aufgefunden.

1. Dezember: NDR und WDR strahlen erstmals regionale Fernsehprogramme aus.

16. Dezember: Erster Atomreaktor der DDR in Rossendorf.

1958

1. Januar: Die ‚Römischen Verträge‘ treten in Kraft.

15. Januar: Verkündung des sog. ‚Lüth-Urteils‘ zum Grundrecht der Meinungsfreiheit.

31. Januar: Die USA schicken den Erdsatelliten ‚Explorer 1‘ ins Weltall.

10./11. Februar: In der DDR werden größere Umstrukturierungen beschlossen: eine ‚Staatliche Plankommission‘ und die Neuorganisation der ‚VVB Vereinigung Volkseigener Betriebe‘.

7. März: Atomkraftgegner aus Kirchen, Politik, Kultur und Wissenschaft gründen in der BRD die Organisation ‚Kampf dem Atomtod‘.

19.-21. März: Erste Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg – als Organ von EWG, Montanunion und Europ. Atomgemeinschaft.

25. März: Der Bundestag beschließt Atomwaffen für die Bundeswehr – im Rahmen der NATO.

17. April: Eröffnung der Weltausstellung in Brüssel.

19. April: Erste Massendemonstrationen der Aktion ‚Kampf dem Atomtod‘

29. Mai: Endgültige Abschaffung aller Lebensmittelkarten in der DDR.
General de Gaulle wird nach dem Algerienputsch mit Regierungsbildung beauftragt.

16. Juni: In Ungarn wird Imre Nagy hingerichtet.

1. Juli: Gesetz zur Gleichberechtigung von Frau und Mann tritt in Kraft.

10.-16. Juli: 5. Parteitag der SED: der Lebensstandard der BRD soll 1961 überholt werden.

29. Juli: In den USA wird die NASA als Antwort auf Sputnik gegründet.

30. Juli: Eine in Bremen und Hamburg geplante Volksbefragung zur Atombewaffnung wird vom Bundesverfassungsgericht untersagt.

23. August: In Hamburg läuft die ‚Gorch Fock‘ vom Stapel.

14.-15. September: Erstes Treffen zwischen Adenauer und de Gaulle.

1. Oktober: Elvis Presley als Wehrpflichtiger in Deutschland.

10. November: Beginn der Berlin-Krise, weil Chruschtschow die Kontrolle über Ost-Berlin auf die DDR übertragen will.

27. November: Die Sowjetunion kündigt das Besatzungsstatut für Groß-Berlin und fordert eine entmilitarisierte Freie Stadt West-Berlin. Es ist das sog. ‚Erste Berlin-Ultimatum‘.

1. Dezember: Die Ludwigsburger Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Gewaltverbrechen wird gegründet.

29. Dezember: Auflösung der Europäischen Zahlungsunion.

31. Dezember: Proteste der drei Westmächte gegen das ‚Berlin-Ultimatum‘.

1959

8. Januar: Charles de Gaulle wird Staatspräsident der V. Französischen Republik.

10. Januar: Veröffentlichung des Entwurfs eines Friedensvertrags für Deutschland durch die UdSSR.

23. Januar: Ulbrichts neuer Vorschlag für eine Konföderation beider deutscher Staaten.

1. Februar: Die Schweiz lehnt ein Frauenwahlrecht ab.

6. Februar: Das Verteidigungsministerium bestellt 96 Starfighter in den USA.

19. Februar: Der erste Wehrbeauftragte wird gewählt.

20. Februar: Gemäß Bundesverwaltungsgericht dürfen deutsche Streitkräfte mit Atomwaffen ausgerüstet werden.

18. März: Deutschland-Plan der SPD: eine entmilitarisierte, atomwaffenfreie Entspannungszone in Mitteleuropa.

19. März: Chruschtschow nimmt das ‚Berlin-Ultimatum‘ zurück.

24. März: Erste deutsche Volksaktien von der Preußag AG.

8. April: Adenauer will als Bundespräsident kandidieren.

11. Mai – 20. Juni: Genfer Deutschlandkonferenz von Außenministern der Vier-Mächte.

3. Juni: Gesetz über die endgültige Vergesellschaftung der Landwirtschaft zu LPGs.

18. Juni: Schloss Bellevue wird zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten.

1. Juli: Heinrich Lübke wird neuer Bundespräsident.

26.-27. August: Eisenhower besucht als erster US-Präsident die Bundesrepublik.

13. September: Die sowjetische Sonde ‚Lunik 2‘ landet auf dem Mond.

1. Oktober: Abbruch des Fünfjahresplans in der DDR – dafür neuer Siebenjahresplan von 1959 bis 1965.

5. Oktober: Start der TV-Serie Francis Durbridge, die zum Straßenfeger wird.

29. Oktober: Die ersten Asterix-Comics erscheinen in französischer Zeitschrift.

13.–15. November: Der SPD-Parteitag verabschiedet sein ‚Godesberger Programm‘.

Dezember: Hakenkreuz-Schmierereien in mehreren deutschen Städten, u.a. an der am 25.12. eingeweihten Synagoge in Köln. Aber auch in Paris, London oder Antwerpen.