Alfred Bauer

Alfred Louis Heinrich Bauer wurde am 14. April 1898 in Hamburg geboren. Sein Großvater war der Firmengründer und seine Enkelin ist die heutige Chefin der Bauer Media Group. Der Lithograph Ludolph Bauer (1852-1941) hatte 1875 mit einer Druckerei für Visitenkarten den Grundstein für das Familienunternehmen gelegt. 

Der Gründersohn Heinrich Bauer (1874-1949) gliederte dem technischen Betrieb 1896 die „Rothenburgsorter Zeitung“ an. Dessen Sohn Alfred absolvierte seine Ausbildung zum Drucker und Setzer (Schweizer Degen). Ab 1920 gab er die Sportzeitung „Extrablatt am Montag“ heraus; dabei war auch sein späterer Verlegerkonkurrent John Jahr (1900-1991) – als Volontär (Bauer: „Herr Jahr war mal unser Angstellter“). Nach Gründung der Norddeutschen Rundfunk AG (Norag) brachte Bauer 1926 am neuen Firmensitz in der Hamburger Innenstadt mit der „Rundfunk Kritik“ (später „Funkwacht“) die erste Radiozeitschrift auf den Markt. Das Druckerei- und Verlagsgebäude in der Buchardstraße wurde 1943 zum Teil ausgebombt.

 

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Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Alfred Bauer 1945 den Wiederaufbau mit einer Akzidenzdruckerei, die vor allem Lohnsteuertabellen produzierte. Erst nach Aufhebung der alliierten Lizenzpflicht kam 1949 die „Funkwacht“ wieder heraus, die in Folge der Übernahme zahlreicher ähnlicher Titel in allen Bundesländern ab 1953 als „Hören und Sehen“ erschien. Im selben Jahr gründete Alfred Bauer das anspruchsvolle Jugendmagazin „Rasselbande“. Sein wichtigster Mitarbeiter war der legendäre Siegfried Moenig (1916-1987). Bauer holte ihn 1946 als Bilanzbuchhalter in das Unternehmen und berief ihn 1961 zu seinem Generalbevollmächtigten. In den folgenden Jahren erwarb Moenig für Bauer Dutzende von Zeitschriften wie „Neue Post“ und „TV Fernsehwoche“, die „Neue Illustrierte“, „Quick“ und „Revue“ sowie „Das neue Blatt“ und „Bravo“.

Später schuf Alfred Bauer mit den Eigengründungen „Tina“ (1975) und „Bella“ (1978) einen völlig neuen Typ Frauenzeitschrift. Er starb am 20. Mai 1984 in seiner Heimatstadt. Die Nachfolge trat sein Sohn Heinz Heinrich Bauer (Jahrgang 1939) an, der bereits seit 1972 als persönlich haftender Gesellschafter der Heinrich Bauer Verlag KG fungierte. Heinz Bauer leitete die Internationalisierung des Hauses ein und reichte den Führungsstab 2010 an seine Tochter Yvonne Bauer  (Jahrgang 1977) weiter. Im Jahr 2014 erzielte sie mit der Bauer Media Group einen Umsatz von fast 2,3 Milliarden Euro, davon 65 Prozent im Ausland. (jjm)