Die in der vergangenen Woche festgenommenen Journalisten des staatskritischen Portals „Matsaddash“ wurden wegen Vorwürfen von Terrorismus und der Verbreitung von Falschnachrichten angeklagt. Die Regierung beschuldigt die sechs Journalisten zudem Mitglieder der Muslimbruderschaft zu sein, die 2013 für eine kurze Zeit das Land regierte. Von den Journalisten ist nur der Aufenthaltsort von Chefredakteur Mohamed Ashraf bekannt. Dieser sei nach Berichten einer ägyptischen Menschenrechtsorganisation von zehn Uhr abends bis acht Uhr morgens verhört wurden sein. „Matsaddash“, das mit „Glaub es nicht“ übersetzt werden kann, wies alle Vorwürfe zurück. Bisher ist unklar, wann und ob die Journalisten wieder freikommen. Ägypten zählt weltweit zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten und belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) Platz 169 von 180. (ila)
Reporters without borders: Egypt: Entire newsroom missing, RSF demands authorities release six detained Matsada2sh journalists
The New York Times: Egypt Arrests 6 Journalists Accused of Spreading Disinformation
The Guardian: Egyptian journalist faces terrorism charges after entire newsroom detained
Süddeutsche Zeitung: Eine Stimme weniger
BBC: Egyptian journalists from fact-checking website facing terrorism charges