Medienpreise

Die vorgestellten Medienpreise bieten einen kurzen Überblick über die Vielfalt an Auszeichnungen. Die Auswahl ist subjektiv, es finden sich hier Preise, die wir für wichtig und einflussreich halten.

Axel-Eggebrecht-Preis – Leipziger Medienpreis
Medienstiftung der Sparkasse Leipzig

www.leipziger-medienstiftung.de

Der Axel-Eggebrecht-Preis wird von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig verliehen. Er ist Bestandteil der Leipziger Medienpreise, zu denen auch der Günter-Eich-Preis, die Goldene Taube und der Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien gehören, und wurde erstmals 2008 verliehen. Mit dem Preis möchte die Medienstiftung in Erinnerung an den in Leipzig geborenen Publizisten Axel Eggebrecht „ein sich über einen längeren Zeitraum erstreckendes Werk, Gesamtwerk oder Lebenswerk von Autorinnen und Autoren würdigen, die mit ihren Radio-Arbeiten das Repertoire der Gattung Feature vielgesichtig und akustisch-kreativ stetig erweitert haben.“

Der Axel-Eggebrecht-Preis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Günter-Eich-Preis verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Erster Preisträger war der Feature-Autor Helmut Kopetzky.

 

Axel-Springer-Preis für junge Journalisten
Axel Springer Akademie

www.axel-springer-preis.de

Der Axel-Springer-Preis für junge Journalisten wird seit 1991 jährlich an Journalistinnen und Journalisten vergeben, die höchstens 33 Jahre alt sind. Gestiftet wird der Preis von der Axel Springer SE und den Erben Axel Springers, um – in Gedenken an den „Journalisten, Verleger und Patrioten“ – „den journalistischen Nachwuchs zu fördern und zu besonderen Leistungen anzuspornen“.

Der Preis wird jährlich am 2. Mai, dem Geburtstag Axel Springers, in den Kategorien Print, Fernsehen, Hörfunk und Internet verliehen. In den Kategorien Fernsehen, Hörfunk und Internet gibt es erste, zweite und dritte Preise die mit jeweils 6.000, 4.000 und 2.000 Euro dotiert sind. Die Kategorie Print ist in die Rubriken Lokales/Regionales, Überregional/National und Wochen-/Monatspublikationen unterteilt, für die jeweils ausschließlich ein erster Preis verliehen wird.

Zu den bekanntesten Preisträgern gehören der jetzige Springer-Vorstand Dr. Matthias Döpfner, der Journalist Patrick Gensing, der Schriftsteller Christian Kracht, die Journalistin Ildikó von Kürthy, der Journalist und jetzige Welt-Chefredakteur Dr. Ulf Poschardt und die Fernsehjournalistin Anja Reschke.

Bayerischer Printmedienpreis
Bayerische Staatsregierung in Kooperation mit dem Verband Bayerischer Zeitungsverleger e. V. (VBZV), Verband Druck und Medien Bayern e. V. (vdmb), Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern e. V. (VZB)

www.bayerischer-printmedienpreis.de

Der Bayerische Printmedienpreis ist einer von vier Staatspreisen, die die Landesregierung seit dem Jahr 2000 an die Medienbranche verleiht. Ausgezeichnet werden nicht journalistische Leistungen, sondern herausragende verlegerische, gestalterische und technische Leistungen im Bereich Zeitung, Zeitschrift und Druck und Gestaltung. Der Preis besteht aus den Kategorien „Unternehmerpreis“, „Technikpreis“, „Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten“ und dem „Innovationspreis“. Letzterer ist mit 10.000 Euro dotiert. Ursprünglich auf die Bayerische Medienbranche bezogen, wird der Preis seit 2008 bundesweit ausgeschrieben. Bis 2006 wurde der Preis jährlich verliehen, danach alle zwei Jahre.

 

Ben-Witter-Preis
Ben Witter Stiftung aktuell unterstützt durch Literaturhaus e. V.

www.literaturhaus-hamburg.de

Der vom Journalisten Ben Witter (1920–1993) testamentarisch gestiftete Preis wird seit 1995 jährlich für Autoren/innen und Journalisten/innen vergeben, deren Werke unkonventionelle Sichtweisen, geistige Unabhängigkeit, gesellschaftskritischen Humor und ähnliche Attribute aufweisen, die auch die Arbeiten von Ben Witter auszeichneten. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

Bekannte Preisträger sind u. a. der Publizist Wiglaf Droste, der Schriftsteller Wladimir Kaminer und die Schriftstellerin Susanne Fischer.

 

Bert-Donnepp-Preis – Deutscher Preis für Medienpublizistik
Freunde des Adolf-Grimme-Preises e. V.

www.grimmefreunde.de

Der Bert-Donnepp-Preis wird seit 1991 jährlich an Journalisten verliehen, die sich kritisch mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien auseinandersetzen. Ausgezeichnet wird die „kompetente journalistische Beschäftigung mit Fragen des Hörfunks, Fernsehens, der Presse und/oder mit übergreifenden Medienfragen“, die „zur Erkenntnis der spezifischen Leistungen dieser Massenmedien, ihrer Inhalte, ihrer Strukturen und/oder ihrer Wirkungen beiträgt.“ Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Bekannte Preisträger sind u. a. der Journalist Stefan Niggemeier und die Redaktion des Fernsehmagazins „Zapp“.

Namensgeber Bert Donnepp (1914-1995) war ein deutscher Publizist und Pionier der kommunalen Weiterbildung. Aus dem von ihm initiierten Projekt einer Medien-Volkshochschule ging 1964 der Adolf-Grimme-Preis hervor.

 

Deutscher Lokaljournalistenpreis
Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.

www.kas.de

Der Deutsche Lokaljournalistenpreis „wird vergeben für herausragende Arbeiten und Konzepte im Lokalteil. Der Preis soll Redaktionen anspornen, die Qualität im wichtigsten Ressort der Zeitung hochzuhalten“, gemäß dem Leitspruch der Stiftung, dass Demokratie im Kleinen beginnt. Verliehen wurde der Preis erstmals 1980 und hat sich seitdem laut Selbstdarstellung als „wichtigster Medienpreis Deutschlands“ etabliert.

Die Kriterien der unabhängigen Jury für die Auswahl der Zeitungen sind journalistische Qualität und die lesernahe Umsetzung schwieriger Themen. Seit 2013 wird zudem ein Sonderpreis für Volontär-Projekte junger Journalisten vergeben.

Der 1. Preis ist mit 6.000 Euro dotiert, der 2. Preis mit 3.000 Euro und der Sonderpreis für Volontär-Projekte mit 2.000 Euro. Werden mehrere Bewerber in einer Kategorie ausgezeichnet, werden die Preisgelder auf die Gewinner verteilt.

 

Deutscher Medienpreis Entwicklungspolitik
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), seit 2013 in Kooperation mit der Deutschen Welle (DW)

Der seit 1975 jährlich vergebene Deutsche Medienpreis Entwicklungspolitik wird an Journalisten und Journalistinnen verliehen, die sich in ihrem Medium in herausragender Weise mit den Themen Menschenrechte und Entwicklung beschäftigt haben. Erfolgsgeschichten sollen ebenso thematisiert werden wie Konfliktsituationen und Missstände. Die prämierten Beiträge sollen „das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit für die Notwendigkeit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern" fördern.

Seit 2013 wird der Preis in Kooperation mit der Deutschen Welle verliehen, die seitdem auch für die organisatorische Umsetzung verantwortlich ist. Wurden zuvor nur deutsche Journalisten/innen ausgezeichnet, können seit 2013 auch Journalisten/innen aus Afrika, Asien, Lateinamerika, dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Osteuropa teilnehmen. Die Beiträge können in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, spanisch, arabisch, chinesisch und russisch eingereicht werden.

Die Anzahl der Preisträger/innen ist nicht festgelegt, maßgeblich ist die Qualität der eingereichten Arbeiten. Dotiert sind die Preise mit jeweils 2.000 Euro, die Preisverleihung findet unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in Berlin statt.

Zurzeit keine Preisvergabe.

 

Deutscher Reporterpreis
Reporter-Forum e.V.

www.reporter-forum.de

Mit dem Deutschen Reporterpreis sollen herausragende Reportagen, Interviews, Essays und Innovationen des Jahres ausgezeichnet und vorbildliche Texte und Multimedia-Arbeiten zur Diskussion gestellt werden.

Initiator des Preises ist das Reporterforum e.V., ein Netzwerk deutscher Journalisten/innen, verliehen wurde die Auszeichnung erstmals 2009. Weil die Auszeichnungen „von Journalisten für Journalisten“ vergeben werden, zählen sie branchenintern zu den angesehensten Journalistenpreisen. Preise in den Kategorien Reportage, Essay, freier Reporter, Lokalreportage, Freistil, Interview, Webreportage und politische Reportage verliehen. Alle Preise sind nicht dotiert.

 

Deutsch-Französischer Journalistenpreis
Saarländischer Rundfunk (ARD) in Zusammenarbeit mit arte, Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW), Deutschlandradio, Robert Bosch Stiftung, ZDF u. a.

www.dfjp.eu

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis wird in acht verschiedenen Kategorien seit 1983 vergeben. Dazu gehören Video, Text, Audio, Multimedia, Nachwuchs sowie Sonderpreise des Deutsch-Französischen Kulturrates, der ASKO Europa-Stiftung und der Deutsch-Französische Medienpreis.

Ziel der Preise ist die Förderung der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich und der Abbau von Klischees und Vorurteilen, die trotz der Freundschaft zwischen beiden Nationen immer wieder in den Medien auftauchen. „Der Deutsch-Französische Journalistenpreis hat es sich (...) zur Aufgabe gesetzt, solchen Entwicklungen entgegen zu steuern, indem er herausragende Beiträge zu deutsch-französischen (...) Themen in allen journalistischen Genres prämiert und deren Autoren/innen damit in ihrer Arbeit bestärkt – sowie die Redaktionen, die diese Beiträge in ihren Programmen platziert haben.“

Die Kategorien Audio, Text, Video, Multimedia und Nachwuchs sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert, die anderen Auszeichnungen sind Ehrenpreise.

 

Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik
Verlagsgruppe Handelsblatt

www.vhb.de/awards/

Der Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik wird seit dem Jahr 2000 jährlich an Journalisten vergeben, die es verstehen, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge kompetent und allgemein verständlich zu vermitteln. Seit 2012 wird zusätzlich der Ferdinand-Simoneit-Nachwuchspreis an Journalisten/innen unter 30 verliehen. Die Auszeichnung wird medienübergreifend (Print/Hörfunk/TV/Online) verliehen. Jedes Medium sowie der Nachwuchspreis sind mit 5.000 Euro dotiert.

 

Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus
Holtzbrinck Publishing Group

www.vf-holtzbrinck.de

Der Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus wird seit dem Jahr 1995 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Zeitschrift "Scientific American" jährlich für „herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Wissenschaftsjournalismus, insbesondere aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technologie und Medizin“ verliehen.

Das Preisgeld beträgt insgesamt 12.500 Euro und wird in die Kategorien Print und Online (jeweils 5000 Euro) sowie Nachwuchs (2.500 Euro) aufgeteilt.

 

Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus
Verein zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises für Fernsehjournalismus e. V.

www.hanns-joachim-friedrichs.de

Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis werden seit 1995 jährlich Journalisten ausgezeichnet, die wie der Namensgeber Herausragendes im Bereich des kritischen, unabhängigen und aufklärerischen Fernsehjournalismus geleistet haben. Seit 2015 wird zudem ein mit 5.000 Euro dotiertes Förderstipendium für Journalisten/innen unter 35 Jahren vergeben. Der Hauptpreis ist ebenfalls mit 5.000 Euro dotiert, ein Sonderpreis mit 2.500 Euro.

Bekannte Preisträger/innen sind der Journalist und Produzent Stefan Lamby, die Journalistinnen und Moderatorinnen Marietta Slomka und Anke Will sowie der Journalist und Comedian Oliver Welke.

 

Hansel-Mieth-Preis
Agentur Zeitenspiegel und Unterstützer; aktuell zahlreiche Einzelspender und u. a. Pfizer, kress, Künzel Anwälte, Berthold Leibinger Stiftung

www.zeitenspiegel.de

Der Hansel-Mieth-Preis wurde erstmals 1998 von der Agentur Zeitenspiegel Reportagen in Gedenken an die in jenem Jahr verstorbene Fotografin Johanna “Hansel” Mieth verliehen, die bis zu ihrem Tod der Agentur angehörte. Ausgezeichnet werden seitdem jährlich Autoren/innen- oder Fotografen/innen-Teams, die im Sinne der Namensgeberin herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der engagierten Reportage-Fotografie in Printmedien veröffentlicht haben. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert, die von dem gemeinnützigen Verein Gabriel Grüner Stipendium e. V. und zahlreichen Einzelspendern (kress, Pfizer, Künzel Anwälte, Berthold Leibinger Stiftung) aufgebracht werden.

Für Veröffentlichungen, die sich digitaler Techniken bedienen, wird mit dem Hansel-Mieth-Preis digital eine weitere Auszeichnung vergeben, die ebenfalls mit 6.000 Euro dotiert ist.

Zur Förderung der Produktion engagierter Reportagen in Wort und Bild hat die Agentur Zeitenspiegel zudem das Gabriel-Grüner-Stipendium initiiert. Namenspatron des wiederum mit 6.000 Euro dotierten Stipendiums ist der 1999 im Kosovo ermordete Stern-Reporter Gabriel Grüner.

 

Herbert Riehl-Heyse-Preis
Süddeutsche Zeitung (SZ) / Süddeutscher Verlag

www.sueddeutsche.de

Zur Erinnerung an das journalistische Vermächtnis des 2003 verstorbenen Journalisten vergibt der Süddeutsche Verlag alle zwei Jahre den Herbert-Riehl-Heyse-Preis. Der Namensgeber schrieb 30 Jahre lang für die Süddeutsche Zeitung und war bekannt als stilbildender politischer Essayist. Riehl-Heyses Arbeiten waren eine „Art literarischer Journalismus“, „unaufdringlich, distanziert-kritisch, selbstironisch, aber auch scharf im Ton“ wenn es galt, Missstände anzuprangern.

Der Herbert-Riehl-Heyse-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

 

Karl Theodor Vogel Preis der Deutschen Fachpresse – Fachjournalist des Jahres
Karl Theodor Vogel Stiftung in Kooperation mit der Deutschen Fachpresse

www.karl-theodor-vogel-preis.de

Der Karl-Theodor-Vogel-Preis wird seit 2005 jährlich an Journalisten/innen verliehen, deren Beiträge herausragende „fachjournalistische Qualität in Print- und Online-Beiträgen von Fachmedien“ aufweisen. Er gilt als der renommierteste Fachjournalisten-Preis in Deutschland und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Pro Jahr werden drei Preise vergeben, das Preisgeld ist gestaffelt in 7.500 Euro für den ersten, 5.000 Euro für den zweiten und 2.500 Euro für den dritten Preis.

Ziel des Preises ist es, Journalisten/innen zu unterstützen, die Leser/innen und User/innen mit „Fachwissen, Glaubwürdigkeit, Authentizität, Effizienz und Vertrauen der übermittelten Informationen“ überzeugen können. Prämiert werden sowohl Print-, als auch Online-Veröffentlichungen.

 

Ludwig-Börne-Preis
Ludwig-Börne-Stiftung

www.boerne-stiftung.de

Seit 1993 verleiht die Ludwig-Börne-Stiftung alljährlich den Ludwig-Börne-Preis, der deutschsprachige Autoren/innen ehren soll, die im Bereich des Essays, der Kritik und der Reportage Hervorragendes geleistet haben. Die Preissumme beträgt 20.000 Euro.

Über die Preisträger/innen entscheidet ein/e vom Vorstand der Stiftung benannte/r Preisrichter/in in alleiniger Verantwortung. Er/Sie hält auch die Laudatio auf den/die Preisträger/in.

Bekannte Preisträger/innen sind u.a. der Philosoph und Autor Peter Sloterdijk, Bundespräsident Joachim Gauck und der Publizist Henryk M. Broder.

 

Medienpreis Bildungsjournalismus
Deutsche Telekom Stiftung

https://www.telekom-stiftung.de/de/medienpreis-bildungsjournalismus

Seit 2014 zeichnet die Deutsche Telekom Stiftung Bildungsjournalisten aus, die komplexe Themen so aufbereiten, dass sie auch für Laien gut verständlich sind. Die Auszeichnung wird an freie und festangestellte Journalisten aller deutschsprachigen Medien verliehen, die über Bildung, Bildungspolitik, Bildungspraxis und Bildungskritik berichten.

Die Deutsche Telekom Stiftung möchte mit dem Medienpreis dem Thema Bildung mehr Aufmerksamkeit verschaffen und Bildungsjournalisten mehr Anerkennung. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet eine fünfköpfige Jury aus namhaften Journalisten sowie renommierten Bildungs- und Medienwissenschaftlern.

Die Hauptkategorien „Text“ und Audio/Video/Multimedia“ sind mit insgesamt 24.000 Euro dotiert. Zusätzlich vergibt die Stiftung einen Nachwuchspreis für das beste Story-Exposé, das Preisgeld beträgt bis zu 3.000 Euro.

 

Nannen Preis
Gruner + Jahr GmbH & Co KG

www.nannen-preis.de

1977 stiftete der Gründer des stern, Henri Nannen, den Egon Erwin Kisch-Preis. Mit ihm zeichnete der stern 30 Jahre lang jedes Jahr die besten Reportagen in der deutsch­sprachigen Presse aus. Von 2005 an ging der Egon Erwin Kisch-Preis im Henri Nannen Preis auf. Verliehen wird der Preis in Gedenken an Henri Nannen (1913–1996), „dessen Überzeugung es war: Guter Journalismus informiert und orientiert, er regt an und klärt auf, er unterhält und inspiriert.“

Aufgrund von Sparmaßnahmen im Hause Gruner + Jahr wurde 2015 kein Preis verliehen. Seit2016 wird die Auszeichnung wieder vergeben und deckt mit sechs Kategorien mehr journalistische Formate ab als zuvor: Reportage (Egon-Erwin-Kisch-Preis), Investigation, Dokumentation, Web-Reportage, Foto-Reportage und Inszenierte Fotografie. Die Jury behält sich zudem vor, einen Sonderpreis für herausragende Leistungen zu vergeben.

Laut Selbstdarstellung ist der Nannen Preis „die renommierteste Auszeichnung für journalistische Arbeiten in deutscher Sprache, die in Print und online erschienen sind.“ Dennoch stand der Preis bereits mehrfach im Fokus der Kritik. So verweigerten Redakteure der Süddeutschen Zeitung 2012 die Annahme des Preises, weil zusammen mit ihnen erstmals auch Journalisten der Bild ausgezeichnet wurden. 2014 lehnte der Preisträger Jacob Appelbaum die Auszeichnung ab, er warf Nannen eine Nähe zum Nazi-Regime vor.

 

Otto Brenner Preis
Die Otto-Brenner-Stiftung vergibt jährlich den Otto- Brenner-Preis für kritischen Journalismus

www.otto-brenner-preis.de

Der seit 2005 jährlich von der Wissenschaftsstiftung der IG Metall vergebene Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus „orientiert sich am politischen Vermächtnis Otto Brenners, der Zivilcourage zum Maßstab seines Handelns machte und dies auch von anderen einforderte.“ Das Motto des Preises lautet „Kritischer Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten". Der Preis soll Journalisten/innen dazu ermutigen, „ungeachtet möglicher Konsequenzen unbequeme Fragen zu stellen und Missstände klar zu benennen“ und „gesellschaftlich relevante, aber gemessen an deren Bedeutung nicht ausreichend behandelte Themen in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.“

Der Otto Brenner Preis ist mit einem Preisgeld von insgesamt 47.000 Euro dotiert, und wird in folgender Aufteilung vergeben: Otto-Brenner-Preis allgemein: Erster Preis 10.000 Euro, zweiter Preis 5.000 Euro und dritter Preis 3.000 Euro. I

Mit dem Otto Brenner Preis Spezial werden herausragende publizistische Analysen in der Kategorie "Meinung, Deutung, Kommentar" ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zudem vergibt die die Stiftung vergibt einen jeweils mit 2.000 Euro dotierten Newcomer-Preis und einen innovative Leistungen würdigenden Medienprojektpreis. Das Höchstalter für den Newcomer-Preis ist 35 Jahre.

Ausgelobt werden zusätzlich drei Recherche-Stipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

 

Theodor-Wolff-Preis
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (BDZV)

www.bdzv.de

Der Theodor-Wolff-Preis wird seit 1962 jährlich in Gedenken an den jüdischen Journalisten Theodor Wolff verliehen, der bis 1933 Chefredakteur des Berliner Tageblatts gewesen ist. Stifter des Preises ist der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger.

Ausgezeichnet werden jeweils drei journalistische Arbeiten, die sich an den vom Namensgeber gesetzten Maßstäbe hinsichtlich „gründlicher Recherche, eingehender Analyse und breiter Information sowie Vorbildlichkeit in Sprache, Stil und Form“ orientieren und sich zudem durch „ demokratische und gesellschaftspolitische Verantwortung“ auszeichnen.

Je zwei Einzelpreise werden für Artikel aus den Kategorien „Lokaljournalismus“ und „Reportage/Essay/Analyse“ ausgesetzt; außerdem wird ein Preis im Bereich „Meinung/Leitartikel/Kommentar/Glosse“ ausgelobt. Die Preise sind jeweils mit 6.000 Euro dotiert. Ebenfalls verliehen wird ein nicht dotierter Ehrenpreis für das Lebenswerk.

Bekannte Preisträger/innen sind u.a. der Kolumnist Harald Martenstein, der Journalist Nikolaus Blome und die Journalistin Barbara Sichtermann.

 

Wächterpreis der Tagespresse
Stiftung „Freiheit der Presse“

www.anstageslicht.de

Der Wächterpreis der deutschen Tagespresse wird seit 1969 jährlich von der Stiftung „Freiheit der Presse“ vergeben.

Gewürdigt werden mit dem Preis journalistische Arbeiten, die sich durch kritische, couragierte und investigative Berichterstattung über Korruption, Vetternwirtschaft, Missstände und Missbrauch auszeichnen. Laut Stiftung haben „die Medien – neben ihrem Job der Nachrichtenvermittlung – auch die Aufgabe, den Finger in solche Wunden zu legen“ und als gesellschaftlicher Wachhund zu fungieren. Preisträger/innen können sowohl einzelne Journalisten/innen aber auch Redaktionen sein.

Derzeit werden jährlich ein erster, zweiter und dritter Preis vergeben, die jeweils mit 10.000 Euro, 6.000 Euro und 4.000 Euro dotiert sind.