Eindrucksvoll und spannend wird die Geschichte der sogenannten "Pentagon Papers" nachgezeichnet, die von der Washington Post und der New York Times in der Regierungszeit von Richard Nixon (1969 bis 1974) die Desinformation mehrerer US-Regierungen seit 1945 zum Krieg in Indochina und Vietnam offen legten. Ein unabhängige Redaktion und eine mutige Verlegerin entscheiden sich für die Publikation trotz massivem Druck durch Politik, Gerichte und Geldgeber. Ähnlich wie in der SPIEGEL-Affäre in Deutschland entscheidet der Oberste Gerichtshof des Landes schließlich, dass die Pressefreiheit höher zu bewerten sei als ein angeblicher Landesverrat.
Aus der 6:3 Entscheidung der Richter: „Nur eine freie, unbehindert agierende Presse kann wirksam Täuschungen durch die Regierung aufdecken. Und über allen Verantwortlichkeiten einer freien Presse steht die Pflicht, jeglichen Teil der Regierung daran zu hindern, die Menschen zu betrügen und in ferne Länder zu schicken, um an fremdländischen Krankheiten und fremdländischen Kugeln und Granaten zu sterben.“
Spielberg sieht seinen nach dem Amtsantritt von Donald Trump gedrehten Film als Beitrag gegen "Fake News". (sk)
Trailer zum Kinofilm "Die Verlegerin" von Steven Spielberg mit Meryl Streep als Verlegerin und Tom Hanks als Chefredakteur der Washington Post
Der Film "Die Verlegerin" rund um die Pentagon-Papiere aus dem Jahr 1971 ist brandaktuell, wie die Diskussion von Christine Richter, stellvertretende Chefredakteurin der Berliner Morgenpost mit Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende und Verlegerin der Funke Mediengruppe, und Katarzyna Mol-Wolf Geschäftsführerin des Emotion-Verlags, am 13. Februar 2018 in Berlin zeigte.
Für Julia Becker ist die Pressefreiheit "das zentrale Thema bei den Werten und Zielvorstellungen" ihrer verlegerischen Arbeit: "Ohne Pressefreiheit ist alles nichts." Schon auf dem VDZ Publisher’s Summit am 6. November 2017 sagte sie: "Damit gute Inhalte entstehen, müssen wir unseren Inhaltsproduzenten, den Redakteuren, den Rücken freihalten und dafür sorgen, dass ihre Arbeitsbedingungen gut sind." Bei der Verleihung der Goldenen Kamera 2018 am 22. Februar 2018 in Hamburg führte sie das Thema weiter aus und betonte: "Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass jeder Journalist ohne Angst vor Zensur oder Repressalien seinen Beruf ausüben kann. Und zwar kritisch, unbeugsam und mutig."
Katarzyna Mol-Wolf betonte die Tugenden des Qualitätsjournalismus, die in der heutigen Zeit besonders wichtig seien: gute Recherche und die Fähigkeit, die eigene Intuition zu trainieren.