Stuttgarter Zeitung

Die Lizenz zur Herausgabe der Stuttgarter Zeitung wurde von der amerikanischen Information Control Division (eine Propaganda- und Zensurabteilung der Amerikaner) an drei unbelastete Lizenzträger vergeben: Josef Eberle, Karl Ackermann und Henry Bernhard. Diesen Herausgebern wurden auch beschlagnahmte Druckmaschinen zur Verfügung gestellt. So konnte die Stuttgarter Zeitung bereits am 18. September 1945 zum ersten Mal erscheinen.

Josef Eberle, ein erfahrener Rundfunkredakteur und Schriftsteller, wurde in der NS-Zeit mehrfach inhaftiert und in der Folge aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Die Amerikaner machten ihn nach ihrem Einmarsch zum Programmberater beim Radio Stuttgart und im September 45 zum Lizenznehmer der Stuttgarter Zeitung. Eberle machte „das tägliche Bemühen um kritische Wahrheit“ zur Leitidee des Blattes und blieb der Zeitung bis 1971 als geschäftsführender Herausgeber verbunden.

Ackermann hingegen schied bald wieder aus, um den Mannheimer Morgen zu gründen. Und Bernhard verließ die Stuttgarter Zeitung, um im November 1946 das Konkurrenzblatt Stuttgarter Nachrichten zu starten.

Dafür stieg Erich Schairer, der 1920 die linkssozialistische Heilbronner Sonntags-Zeitung gegründet hatte, als weiterer Verleger bei der Stuttgarter Zeitung ein.

(hhb)