Als die im Versailler Vertrag, der am 10. Januar 1920 in Kraft trat, festgelegte Demobilisierung umgesetzt und damit auch die Freikorps und Bürgerwehren aufgelöst werden mussten, darunter die Marinebrigade Ehrhardt, protestierte General Walther von Lüttwitz gegen diesen Auflösungsbefehl. Als sein Protest ohne Erfolg blieb, besetzte er am 13. März mit eben dieser Brigade das Berliner Regierungsviertel. Reichspräsident Ebert und mit ihm die Reichsregierung aus SPD, Zentrum und DDP flohen daraufhin nach Dresden und von dort weiter nach Stuttgart.
Die Putschisten verteilten Flugblätter mit der Aufschrift: „Die Lüge vom monarchistischen Putsch!“ Und Wolfgang Kapp, einer der Gründer der rechtsradikalen DVP Deutschen Vaterlands-Partei, rief sich zum neuen Reichskanzler aus, fand aber aus der Berliner Ministerialbürokratie kaum Unterstützung. Als dann die Gewerkschaften einen Generalstreik ausriefen, brach der Putsch schnell zusammen. Die Putschisten Kapp, von Lüttwitz und Ehrhardt setzten sich ins Ausland ab.
(hhb)