Erst Ende 1961 wurde ein Zusammenhang des bis dato millionenfach verschriebenen Mittels Contergan gegen Schwangerschaftsübelkeit und den zunehmend aufgetretenen Fehlbildungen an Kindern erkannt. Contergan war seit Herbst 1957 als rezeptfreies Beruhigungs- und Schlafmittel empfohlen und vertrieben worden – seither waren die schweren Fehlbildungen an Neugeborenen, das Fehlen von Gliedmaßen und anderen Organen sowie die Zahl von Totgeburten sprunghaft angestiegen. Als Ursache hatte man zunächst die Kernwaffentests vermutet.
Ärzte hatten allerdings bald den Verdacht, dass das in Contergan enthaltene Thalidomit die Ursache sein könnte, was der Hersteller allerdings bestritt. Erst als die Welt am Sonntag am 26. November 1961 einen Artikel darüber veröffentlichte, zog der Pharmakonzern Grünenthal das Medikament sofort aus dem Handel.
(hhb)
Quellen
Mißgeburten durch Tabletten? / In Welt am Sonntag vom 26.11.1961
Kalte Füße / SPIEGEL 50/61 vom 6. Dezember 1961
WamS vom 26.11.1961
Copyright: Bild aus dem Artikel: Henryk M. Broder: Der Kampf der Contergan-Firma gegen die Opfer. In: Die Welt. 15. August 2012; nachbearbeitet, PD-Schöpfungshöhe, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=7586672
Frances Kathleen Oldham Kelsey verhinderte als Mitarbeiterin der US-amerikanischen Food and Drug Administration verhinderte, dass die Thalidomid auf dem US-amerikanischen Markt zugelassen wurde. 1962 erhielt sie von Präsident Kennedy dafür den President’s Distinguished Federal Civilian Service Award, die höchste Auszeichnung für zivile Regierungsangestellte in den USA.
Copyright: unbekannt - https://ihm.nlm.nih.gov/images/A18057http://lhncbc.nlm.nih.gov/apdb/phsHistory/resources/safe_klsy.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6424741