In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 brachen zunächst die Deiche am Spreehafen und bald darauf weitere Deiche am Reiherstieg und am Friedhof Finkenriek. Vielerorts lebten damals noch Ausgebombte und Flüchtlinge in Behelfsheimen und in den Lauben von Schrebergartenkolonien. Die sehr alten und wenig gepflegten Deiche wurden schnell unter- oder überspült, das dahinter tiefer liegende Gartenland mit seinen Notbehausungen war, genau wie ganze Stadtteile, im Nu von meterhohen Wellen überflutet. Viele Bewohner wurden im Schlaf überrascht, einige versuchten sich auf den Dächern ihrer Häuser und Hütten in Sicherheit zu bringen, aber mehr als 200 Menschen mussten allein in Wilhelmsburg ihr Leben lassen. Es war Hamburgs größte Katastrophe nach Ende des Zweiten Weltkriegs – eine Naturkatastrophe, die nur durch das beherzte Zupacken des damaligen Innensenators Helmut Schmidt einigermaßen unter Kontrolle gebracht werden konnte. Hat man inzwischen aus früheren Fehlern gelernt? Ein Rückblick auf die Flutkatastrophe an der Ahr im Jahr 2021 weckt da erneut Zweifel.