Am 7. August 1962 wurde die Madonna mit dem Rosenkranz, ein Werk von Tilman Riemenschneider, zusammen mit anderen Kunstwerken aus der Volkacher Wallfahrtskirche gestohlen. Darüber wurde in vielen Medien berichtet.
Stern-Chefredakteur Henri Nannen hatte den Dieben für die Rückgabe des Riemenschneider-Werks 100.000 DM und Diskretion zugesichert, worauf sich die Diebe nach wochenlangen Verhandlungen einließen – was allerdings nicht allen gefiel. Speziell in der Kirchenpresse wurde Nannens Rettungstat als anrüchig dargestellt. So klagte ausgerechnet das katholische Fränkische Volksblatt: „Musste es ausgerechnet der Stern-Chefredakteur sein, der die frommen Bildwerke herbeischafft?“ Der Kunsthistoriker Nannen wollte nichts anderes als ein wichtiges Kunstwerk für Deutschland erhalten. Er wurde dennoch mehrfach der Hehlerei angeklagt.
Süddeutsche Zeitung am 13.7.2022: Nannen lädt mit Helfern im November 1962 die zurückgegebene Madonna aus einem VW-Bus
Stern vom 21.8.1962: Henri Nannen – Der Raub der Volkacher Madonna
Dazu im stern: „... haben wir uns entschlossen, für die Rückgabe der Riemenschneider-Madonna ... die Summe von 100.000 DM auszusetzen. Der Stern wird diese 100.000 Mark ohne Ansehen der Person demjenigen aushändigen, der uns in die Lage versetzt, die Madonna im Rosenkranz der Gemeinde Volkach zurückzugeben. Wir sichern den Tätern oder ihren Mittelsleuten absolute Verschwiegenheit zu.“
Spiegel 47/1962 vom 20.11.1962: Kunst im Kombi
(hhb)
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