Nach seiner 14-jährigen Amtszeit als erster deutscher Bundeskanzler trat Adenauer am 15. Oktober 1963 zurück. In seinen letzten Regierungsjahren hatte es mehrere Krisen gegeben, die auch sein Image angekratzt hatten. So wollte Adenauer 1959 eigentlich selber für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren, bis er merkte, dass er dort vor allem repräsentative Aufgaben mit wenig Einfluss zu erledigen hätte. Und sein Nachfolger wäre schon damals der von ihm als Kanzler ungeeignet beurteilte Ludwig Erhard geworden.
1960/61 kam es dann zum Streit über die Gründung eines "Freien Fernsehens", das Adenauer gern staatsnäher gehabt hätte. Ein solcher von seinen Kritikern als "Adenauer Fernsehen" bezeichneter Sender scheiterte am Widerstand der Bundesländer - sie riefen das Bundesverfassungsgericht an, das mit dem Rundfunk-Urteil vom 28.02.1961 dieses untersagte.
Und zu alledem verloren dann die Unionsparteien bei der Bundestagswahl 1961 ihre absolute Mehrheit. Am 15.10.1963 wurde er während einer Sondersitzung des Bundestags geehrte und ►verabschiedet.
(hhb)
CDU Kundgebung in den Kölner Messehallen am 12. Oktober 1963
Copyright: Bundesarchiv B 145 Bild-F016566-0058; Foto Ludwig Wegmann
Quellen
SPIEGEL 41/1963 vom 8.10.1963
Rudolf Augstein: Konrad Adenauer und seine Epoche / SPIEGEL 41/1963
Kollegialer Respekt – Macmillan über Adenauer / SPIEGEL 41/1963
Mein guter Freund – Eisenhower über Adenauer / SPIEGEL 41/1963
Paul-Henri Spaak: Der Traum von Europa / SPIEGEL 41/1963
Eugen Gerstenmaier: Was heißt hier regieren? / SPIEGEL 41/1963
Harry S. Truman: Ein außerordentlicher Mann / SPIEGEL 41/1963
Anthony Eden: Wer langsam geht, kommt weit / SPIEGEL 41/1963
Lauris Norstad: Regisseur und Hauptdarsteller / SPIEGEL 41/1963
Willy Brandt: Auf Trab / SPIEGEL 41/1963
Kurt Georg Kiesinger: Schlagfertigkeit 1949 und 1962 / SPIEGEL 41/1963
Bischof Hanns Lilje: Ich glaube ihm sein Christentum / SPIEGEL 41/1963
Andrej Smirnow: Ungenutzte Möglichkeiten / SPIEGEL 41/1963
Zeitgenössische Berichte und Dokumente über Konrad Adenauer und seine Politik / SPIEGEL 41/1963
Friedrich Sieburg: Undank ist ihm gewiß / SPIEGEL 41/1963
Malcolm Muggeridge: Leben ohne Adenauer / SPIEGEL 41/1963
Lucius D. Clay: Sein Rat wird gelten / SPIEGEL 41/1963
Otto Brenner: Guter Abgang / SPIEGEL 41/1963
A.J.P. Taylor: Der letzte Rheinbündler / SPIEGEL 41/1963
Rudolf Augstein: Dreißig Divisionen / SPIEGEL 41/1963
Pierre Koenig: Ein Fuchs? Im Gegenteil / SPIEGEL 41/1963
Ernst Lemmer: Du wirst Postminister / SPIEGEL 41/1963
Felix von Eckardt: Alles legal / SPIEGEL 41/1963
Brigadier John Barraclough: Ich entließ Dr. Adenauer / SPIEGEL 41/1963
Erik Blumenfeld: Weinprobe in Hamburg / SPIEGEL 41/1963
Jean Monnet: Ein Großer unserer Zeit / SPIEGEL 41/1963
Gustav Heinemann: Die Bedrängnisse bleiben / SPIEGEL 41/1963
Nahum Goldmann: Er gehört zu den Auserwählten / SPIEGEL 41/1963
Richard Nixon: Ein Riese / SPIEGEL 41/1963
Dean Acheson: Jahre der Erziehung / SPIEGEL 41/1963
Henry Luce: Architekt der Nation / SPIEGEL 41/1963
John Hynd: Es hätte schlimmer kommen können / SPIEGEL 41/1963
Averell Harriman: Seine Zeit gestempelt / SPIEGEL 41/1963
Brian Robertson: Der Lotse geht von Bord / SPIEGEL 41/1963
Francis Pakenham: Vision vom christlichen Europa / SPIEGEL 41/1963
Paul Wilhelm Wenger: Adenauer und Bismarck / SPIEGEL 41/1963
Außenpolitik – Brot für die Sowjets? / SPIEGEL 41/1963