Gepanschter Wein aus Österreich und Deutschland - anfangs zeigte das deutsche Weingewerbe mit ausgestrecktem Finger auf die österreichische Konkurrenz, denn die hatten Weine mit dem Frostschutzmittel Diethylenglykol gesüßt und so zu Prädikatsweinen gemacht, zu teureren Spätlesen oder gar Auslesen. Doch bald steckten deutsche Abfüller selber mitten drin in diesem Skandal, weil sie die Glykol-Weine aus dem Nachbarland auch mit deutschen Weinen gemischt und dann teurer vermarktet hatten. So wurden auch von ihnen billige Massenweine zu Ausleseweinen veredelt.
Am 14. Juli titelte der SPIEGEL 29/1985: "Frostschutz-Auslese in deutschen Kellern"
Worauf es offenbar schon im Februar erste Hinweise aus Österreich gab – deutsche Verbraucher aber wurden erst Anfang Juli gewarnt vom Bundesgesundheitsministerium gewarnt. Diese Weinverfälschungen waren wochenlang Thema in den Medien und deckten auch die Versuche auf, die deutsche Beteiligung an dem Skandal klein zu reden, in Untersuchungsausschüssen oder durch das rheinland-pfälzische Landwirtschafts- und Weinbauministerium.
(hhb)