Am 9. November 1989 fiel zunächst die 155 Kilometer lange Mauer zwischen Ost- und West-Berlin. Zuvor hatten zahlreiche DDR-Bürger vielerorts mit Mut und Ausdauer gewaltfreien Widerstand gegen die Diktatur in ihrem Staat geleistet, mit Demonstrationen für Meinungsfreiheit. Dazu ermutigt wurden sie auch durch die Reformpolitik von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion.
Zuvor hatte eine Massenflucht in den Westen eingesetzt – vor allem über Ungarn oder Tschechien - und eine neue Oppositionsbewegung sowie die zunehmenden Montagsdemonstrationen setzten die DDR-Regierung immer stärker unter Druck.
4. November 1989: Zehntausende Bürger beteiligten sich an einer Demonstration, zu der Berliner Kunst- und Kulturschaffende ins Zentrum der Hauptstadt eingeladen hatten.
Copyright: Bundesarchiv Bild 183-1989-1104-006; Peter Zimmermann
Schon am 4. November kam es auf dem Alexanderplatz in Berlin mit rund einer Million Teilnehmern zur bis dahin größten Demonstration in der Geschichte der DDR. Zentrale Forderung war die Reisefreiheit – was das DDR-Fernsehen live übertrug.
Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, informierte im Internationalen Pressezentrum über Verlauf und Ergebnisse des zweiten Beratungstages des 10. Plenums des ZK der SED. Günter Schabowski stand den in- und ausländischen Journalisten Rede und Antwort.
Copyright: Bundesarchiv Bild 183-1989-1109-030; Thomas Lehmann
Drei Tage später trat der Ministerrat der DDR geschlossen zurück. Und am Abend des 9. November verkündete Günter Schabowski vor laufenden Kameras, dass ab sofort Privatreisen ins Ausland ohne Vorliegen von privaten Voraussetzungen möglich seien und kurzfristig genehmigt würden. Da gab es kein Halten mehr: Tags darauf besuchten Millionen DDR-Bürger West-Berlin und andere grenznahe Städte in der Bundesrepublik.
(hhb)
Gera: Nach Friedensgebeten in drei Kirchen formierte sich ein Demonstrationszug mit mehreren zehntausend Teilnehmern in der Bezirksstadt. An der Spitze liefen der Oberbürgermeister Horst Jäger (2.v.r.), Superintendent Otto Heinrich Müller (r) und Vertreter des Neuen Forums.
Copyright: Bundesarchiv Bild 183-1989-1109-036; Jan Peter Kasper
Der Abriß der Berliner Mauer hat begonnen. Ecke Bernauer- Ackerstrasse in Westberlin brachte ein Bagger erste Betonsegmente zu Fall. Bis 1. Juli sollen an insgesamt 39 Stellen Straßen wieder verbunden sein, die vor nahezu drei Jahrzehnten getrennt worden waren.
Copyright: Bundesarchiv Bild 183-1990-0613-024; Hartmut Reiche
Quellen:
Die Berliner Mauer / rbb
Meine Nacht des Mauerfalls / ZDF
Der Fall der Mauer / SPIEGELGeschichte vom 7.4.2008
Günter Schabowski: Sein Zettel und der Mauerfall / NDR am 6.11.2024
9. November 1989: Der Tag, an dem die Mauer fällt / NDR am 5.9.2025
Dina Bogdanski: Meine Nacht des Mauerfalls: Am 9. November „mitten in der Geschichte gelandet“ / zdfheute am 3.10.2025
SPIEGEL 1/1990 vom 31.12.1989
Wenn das Eis bricht … / SPIEGEL 1/1990
BRDDR – das erstemal, endlich / SPIEGEL 1/1990
Das ‚tolle‘ Jahr 1989 / SPIEGEL 1/1990
Zwischen 4. September und 23. Oktober 1989 – Wendepunkt: Erste Montagsdemonstration in Leipzig / mdr am 23.10.2024
7. Oktober 1989 – Demonstration in Plauen: Blut, Gewalt oder Hoffnung? / mdr am 7.10.2022
4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz – Deutschlands größte Demonstration / mdr am 1.9.2019
Grenzenlos – Das Jahr 1989 / ARD/rbb 9.11.2024
Antonia Kleikamp: Sein Versprecher machte den Fall der Mauer möglich / WELT am 9.11.2021
19. Dezember 1989 - Helmut Kohls historische Rede in Dresden / mdr 16.12.2021
SPIEGEL 52/1989 vom 24.12.1989
Nicht von heute auf morgen / Spiegel 52/1989
Kohl wünscht sich die Wiedervereinigung – Rede vor der Dresdner Frauenkirche / ARD Archivradio am 19.12.1989
Vor 30 Jahren hielt Helmut Kohl seine berühmte Rede vor der Frauenkirche in Dresden / DNN Dresdner Neueste Nachrichten am 16.12.2019
Leonie von Hammerstein: Dresden 1989: Helmut Kohls schwierige Rede / DW 19.12.2019