Charlotte March

Die Hamburger Fotografin Charlotte March setzte mit ihren Modeaufnahmen für Magazine wie Brigitte, Elle, Harper’s Bazaar, Stern, twen, Vanity Fair oder Vogue immer neue Maßstäbe. Mit ihren Arbeiten zeigte sie ein modernes Frauenbild.

Charlotte March wurde am 8. Oktober 1930 in Essen geboren. In Hamburg besuchte sie von 1950 bis 1954 die Kunstschule am Alsterdamm und bildete in ihren ersten frühen Fotos das Nachkriegs-Hamburg der 50er Jahre ab, in vielen Facetten zur Stadt und ihrer Bewohner. Ab 1956 wurde sie Dozentin an der Meisterschule für Mode in der Armgardstraße – heute Teil der Design-Abteilung in der HAW Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg.

Damals zeichnete sie zunächst noch Modeskizzen für Constanze oder Film und Frau, begann aber sich von da an auf die Fotografie zu konzentrieren. 1961 eröffnete sie in Hamburg ihr erstes Foto-Studio.

 

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Copyright: aus dem Besitz von Harald Falckenberg/Sammlung Falckenberg

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Da war sie bereits etabliert und fotografierte für den Verlag Gruner +J ahr sowie von London aus für internationale Medien wie den Daily Mirror oder den Evening Standard und für Magazine wie Flair, Harper’s Bazaar, Queen oder Tatler. Darüber hinaus erledigte sie Auftragsarbeiten für große Werbeagenturen.

Als Willy Fleckhaus den twen herausbrachte, war sie ab 1961 dabei, ähnlich wie zuvor schon Will McBride. Engagiert und phantasievoll half sie, die aufwendigen und für das Magazin so typischen Fotostrecken umzusetzen. Alles fulminante Foto-Essays, die das Blatt prägten. Im Vordergrund stand bei ihr stets die Persönlichkeit und das Lebensgefühl der abgebildeten Models – möglichst ohne künstliche Posen, lieber lässig und zwanglos, immer aber elegant. 1966 schaffte es ihr Porträt des schwarzen Models Donyale Luna sogar auf die Titelseite der britischen Vogue.

1964 beteiligte sich Charlotte March an der Weltausstellung der Photographie „Was ist der Mensch“. Und vier Jahre später auch an der 2. Weltausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Stern nun von 261 Kunstmuseen in 36 Ländern umgesetzt wurde. Das Thema: Die Frau.

Im gleichen Jahr gewann sie den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, zusammen mit Chargesheimer und Thomas Hoepker. Außerdem wurde sie mehrmals vom New Yorker Art Director‘s Club für ihre Foto-Serien im twen ausgezeichnet.

Sie machte aber auch Männer zu Objekten der Begierde und stellte damit bisherige Rollenverständnisse auf den Kopf. So entstand ihr Buch „Mann oh Mann – ein Vorschlag zur Emanzipation des attraktiven Mannes“. Mehr als 50 Jahre lang war Charlotte March mit dem Schauspieler, Schriftsteller und Objektkünstler Balduin Baas verheiratet.

Sie starb am 29. Mai 2005 in Hamburg. Ihr fotografischer Nachlass umfasst rund 30.000 Aufnahmen und wird immer wieder in Museen ausgestellt.

(hhb)

 

Ausstellung:

Eine aktuelle Ausstellung ihrer Arbeiten gibt es ab August 2023 in der Galerie im Stammelbachspeicher, Wachsmuthstraße 20-21 im Bahnhofsviertel von Hildesheim.

Quellen:

Zur Ausstellung in den Deichtorhallen 2022

Charlotte March-Ausstellung in Hamburg: Eine Sensation / NDR am 28.7.2022

Deichtorhallen Hamburg INTRO: Charlotte March – Das unbekannte Frühwerk

Bücher:

Charlotte March: Mann oh Mann – Ein Vorschlag zur Emanzipation des attraktiven Mannes / Selbstverlag, 1977