Else Neuländer war in der Zeit der Weimarer Republik und zu Beginn der Nazi-Zeit unter ihrem Künstlernamen Yva eine sehr erfolgreiche Fotografin, die in Berlin lebte und für renommierte Zeitungen und Zeitschriften wie die Berliner Illustrirte Zeitung, Die Dame, die Münchner Illustrierte Presse oder den Uhu als Mode- und Pressefotografin arbeitete. Und ab 1929 für den Ullstein-Verlag. Außerdem war sie von 1936 bis 1938 die Ausbilderin von Helmut Newton.
Else Ernestine Neuländer wurde am 26. Januar 1900 in Berlin als jüngstes von neun Kindern geboren. Ihre Eltern waren die Kaufleute Siegfried und Jenny Neuländer.
Else Neuländer gründete mit 25 Jahren ihr erstes Fotostudio in Berlin und wurde bald zu einer gefragten Modefotografin bei den damals führenden Modezeitschriften. Schon 1927 erscheinen erste Fotos von ihr im Weltspiegel und in Die schöne Frau. Ab 1929 arbeitet sie vor allem für den Ullstein-Verlag. Dort und in anderen Blättern – wie Querschnitt, Das Illustrierte Blatt, Wiener Magazin oder Moden-Spiegel - erscheinen ganze Bildgeschichten und Porträts von ihr.
Als Yva hatte sie neue Formen von Porträtaufnahmen entwickelt: etwa durch Überblendungen zwischen der abgebildeten Person und ihrer jeweiligen Tätigkeit, wie in ihren Porträts einer Cellospielerin.
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Hugo Lederer bei Fotoaufnahmen mit der Fotografin Yva (eigentlich Else Ernestine Neuländer) in seinem Atelier vor seiner neuesten Plastik "Anna Pawlowa, ein Reh fütternd", 1930
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So legte sie verschiedene Wesenszüge der abgebildeten Person mit einem einzigen Foto frei, damals eine neuartige künstlerische Idee in der Porträtfotografie. Und berichtete darüber in der Fachzeitschrift Das Deutsche Lichtbild.
Ab 1929 arbeitete sie vor allem für den Ullstein-Verlag und beschäftigte in ihrem Atelier bis zu zehn Personen.
Wegen ihrer jüdischen Herkunft erhielt sie 1933 Berufsverbot als Pressefotografin, arbeitete von da an aber auch weiter für die österreichische Pressebildagentur Schostal. 1934 heiratete sie Alfred Simon. 1936 musste sie die offizielle Leitung ihres Ateliers einer arischen Freundin übertragen, um es zu erhalten. Damals begann Helmut Newton – damals noch Helmut Neustädter – seine Ausbildung zum Fotografen bei ihr.
1938 musste Yva wegen des totalen Berufsverbotes das Atelier und auch ihre Wohnung aufgeben. Von nun an musste das Ehepaar in einem so genannten „Judenhaus“ in der Düsseldorfer Straße wohnen. Else Neuländer-Simon arbeitete fortan als Röntgenassistentin im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding. Aber noch bis 1939 erschienen Fotos mit ihrer Namensnennung etwa in der Wiener Modenzeitung.
1942 bereitete das Ehepaar Simon ihre Auswanderung vor und wurde darum enteignet. Zur Auswanderung aber kam es nicht mehr: Am 1. Juni 1942 wurden Else und Heinz Simon verhaftet und entweder ins Konzentrationslager Majdanek oder ins Vernichtungslager Sobibor überstellt. Dort wurden sie ermordet – ihr Sterbedatum wurde später gerichtlich auf den 31. Dezember 1944 festgelegt.
(hhb)