Max Scheler

Der deutsche Fotograf Max Scheler, einer der bedeutendsten Bildjournalisten, fotografierte zunächst als freier Bildreporter von Paris und Rom aus für internationale Magazine wie Look, Life, Paris Match oder Epoca. 1959 kam er nach Hamburg und arbeitete von da an im Verlagshaus Gruner + Jahr lange Jahre für den Stern. Später gehörte er auch zum Entwicklungsteam der Zeitschrift GEO.

Max Scheler wurde am 28. Dezember 1928 als Sohn des gleichnamigen Philosophen in Köln geboren. Nach dem Krieg studierte er ab 1948 in München Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitete nebenher als Fotograf. So assistierte er 1951 dem Fotografen Herbert List bei dessen Fotoreisen durch Italien, Spanien und Griechenland. Im gleichen Jahr lernte Scheler in Paris ►Robert Capa kennen, der ihn als Juniorpartner für die Fotoagentur Magnum Photos gewann, eine Genossenschaft im Besitz ihrer Mitglieder. Gegründet nach Capas Credo: „Ein Journalist ist nichts, wenn er nicht die Rechte an seinen Negativen besitzt.“ Diese Zusammenarbeit hielt bis 1956 an.

Von 1953 bis 1959 lebte und arbeitete Max Scheler in Rom als freier Bildjournalist. Von Rom aus unternahm er Reportage-Reisen quer durch Europa, nach Nordafrika, in den Nahen Osten und nach Asien – für Zeitschriften wie Look, Life, Paris Match, Picture Post, Epoca oder die Münchner Illustrierte. 1957 fotografierte er bei den Dreharbeiten von Romy Schneider für den Film „Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin“ in Venedig und später mehrere Prominente bei den dortigen Filmfestspielen.

 

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Besuch in Indonesien, Djakarta 1966

Copyright: MAX SCHELER ESTATE - www.max-scheler.com

1959 übersiedelte er nach Hamburg und begann dort seine langjährige Arbeit als Fotograf für den Stern. Im Mittelpunkt seiner Fotoarbeiten standen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, deren Verhalten er in den verschiedenen Phasen ihres Lebens ablichtete: im Alltag, bei der Arbeit, bei Familienfesten oder während religiöser Rituale, egal ob in Friedens- oder Kriegszeiten. So berichtete er etwa 1960 für den Stern aus China über den dortigen ideologischen Umbruch und die Folgen dieser Kulturrevolution von Mao Zedong für die Menschen dort.

Und er porträtierte Prominente wie Konrad Adenauer, Giovanni Agnelli, die Beatles oder Willy Brandt, möglichst authentisch bei ihrer Arbeit.

1975 wechselte Scheler auf die andere Seite, von seiner Karriere als Fotograf zum Bildredakteur. Er gehörte zu dem Team, das zusammen mit ► Rolf Gillhausen und Rolf Winter die Zeitschrift GEO entwickelte, deren stellvertretender Chefredakteur er bis 1980 war. Danach wechselte er zum Jahreszeiten-Verlag, wo er bis 1992 Mitglied der Chefredaktion und Foto-Chef des Merian war.

Sein großes Vorbild war und blieb der Meisterfotograf Herbert List, dem er als Zwölfjähriger erstmals begegnet war und dem er als Student während mehrerer Fotoreisen assistiert hatte. „List hat mich das Sehen gelehrt“, so Scheler. Folgerichtig widmete er seine letzten Lebensjahre dem Nachlass seines Mentors, organisierte Fotoausstellungen mit Fotografien von List und veröffentlichte Fotobücher.

Sein eigener fotografischer Nachlass wird in Hamburg verwaltet. 2009 zeigte das Haus der Photographie in den Deichtorhallen eine erste Retrospektive mit 150 Exponaten unter dem Titel „Von Konrad A. bis Jackie O.“.

Max Scheler starb am 7. Februar 2003 im Alter von 74 Jahren in Hamburg an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde im Familiengrab auf dem Kölner Südfriedhof beigesetzt.

(hhb)

 

Quellen:

Max Scheler – der Bild-Philosoph

Meister des Augenblicks / DIE WELT