Dr. Gustav Canaval war ein österreichischer Journalist. Nach seinem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften entschied er sich für eine Laufbahn im Pressewesen. Der engagierte Katholik wurde in den 30er Jahren zum entschiedenen Gegner des in Österreich aufkommenden Austrofaschismus und des Nationalsozialismus. Beiden trat er als Journalist engagiert entgegen. Sofort nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Frühjahr 1938 wurde Canaval verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern interniert und erst 1945 von den Amerikanern befreit. In Österreich bekam er nach Kriegsende zusammen mit einem Drucker die erste Zeitungslizenz und gründete die Salzburger Nachrichten.
Gustav Adolf Canaval di Moneta wurde am 5. August 1898 als Sohn eines Bahnbeamten in Linz geboren. Seine streng katholische Familie stammte ursprünglich aus Italien. Erst in Linz und später in Wien besuchte er die Realschule. Als Schüler interessierte er sich sehr für Elektrotechnik und unterbrach daher seine Schulausbildung für ein Volontariat in einer elektrotechnischen Fabrik. Später holte er aber seine Matura nach und studierte dann vier Semester Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Wien. An der Wiener Universität belegte er außerdem Vorlesungen in Medizin, Philosophie und Theologie. Letztendlich wechselte er an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Graz, wo er 1926 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde.
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Schon als Student schrieb er Beiträge für die Reichspost, eine in Wien erscheinende christlich-katholische Tageszeitung. Nach seinem Studium arbeitete Canaval zunächst für die Caritas, bis er sich im Juli 1934 endgültig für das Pressewesen entschied und Herausgeber der Wochenzeitung Sturm über Österreich wurde. Dieses Wochenblatt gehörte zur Ostmärkischen Sturmschar, einer katholischen Jugendbewegung, deren Landessekretär für Niederösterreich Canaval seit 1932 war. Angesichts der zunehmend nach rechts driftenden Sturmschar-Bewegung verließ er sie 1935 und auch deren Zeitung. Canaval wechselte als Geschäftsführer und Mitgesellschafter zum Boulevardblatt Telegraf – ein sechsmal wöchentlich erscheinendes Spätabendblatt mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren. Ab 24. Juli 1936 wurde Gustav Canaval dessen Chefredakteur und wandte sich in seinem Blatt scharf gegen den in Österreich aufkommenden Nationalsozialismus.
Gustav Canaval war ein entschiedener Nazi-Gegner und gehörte daher zu den ersten Journalisten, die schon im März 1938 nach dem Einmarsch der Deutschen Truppen in der Redaktion verhaftet und ins KZ Dachau eingeliefert wurde. Ende September 1937 wurde er vorübergehend ins KZ Flossenbürg überstellt, musste aber bereits im März 1944 zurück nach Dachau. Dort wurde er 1945 von der US-Army befreit.
Im Oktober 1945 bekam er gemeinsam mit Max Dasch, zu diesem Zeitpunkt Direktor der Salzburger Druckerei, die Lizenz Nr. 1 zur Gründung einer Tageszeitung im wieder befreiten Österreich. Daraus wurden die Salzburger Nachrichten, wo Canaval Mitbesitzer und erster Chefredakteur wurde.
Die Salzburger Nachrichten engagierten sich sofort für die Überwindung der alten parteipolitischen Gegensätze und traten für eine Versöhnung auch mit den ehemaligen Nazis und Faschisten ein – natürlich mit dem Ziel ihrer Demokratisierung im Sinne der „Reeducation“. Und auch eine Normalisierung des deutsch-österreichischen Nachkriegsverhältnisses lag Canaval am Herzen.
Dafür gründete er 1947 den „Verband zur Wahrung der Staatsbürgerrechte“ nach dem Vorbild der amerikanischen Civil Rights Organization. Diese Organisation sollte ganz allgemein im noch von den Siegermächten besetzten Österreich die demokratische Gesinnung fördern.
Für seine Verdienste um Österreich erhielt er 1957 das Große Ehrenzeichen der Republik.
Gustav Canaval starb am 26. November 1959 und wurde auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beigesetzt.
(hhb)