Manfred Eichel

Manfred Eichel war ein deutscher Kulturjournalist und Filmemacher, der für den SPIEGEL und für mehrere Kulturmagazine in NDR, ARD und ZDF arbeitete. Auf diese Weise hat er die Vermittlung von Kulturthemen durch Deutschlands Medien entscheidend mitgeprägt.

Manfred Eichel wurde am 9. Juli 1938 in Schwelm/Westfalen als Sohn eines Kaufmanns geboren und wuchs in Gevelsberg auf. Nach seiner Schulzeit absolvierte er ein studium generale in den Fächern Kunstgeschichte, Archäologie und Literaturwissenschaften in Hamburg, Berlin und Münster und legte dann 1967 sein Staatsexamen in Geschichte und Anglistik an der Hamburger Universität ab.

Nach dem Studium begann er von 1967 bis 1971 als Redakteur beim SPIEGEL für Themen um Bildung, Erziehung, Religion sowie Presse und Medien. Anschließend begann er als freier Mitarbeiter beim NDR-Fernsehen und übernahm dann von 1975 bis 1992 die Redaktionsleitung des TV-Magazins „Kultur aktuell“ auf N3, welches er auch moderierte. Ab 1989 leitete er zudem die NDR-Ausgaben des ARD-Magazins „Kulturreport“.

Für seine hervorragende Arbeit als Kulturjournalist wurde Manfred Eichel 1988 vom Hamburger Senat mit dem „Alexander-Zinn-Preis“ ausgezeichnet.

article picture

Copyright: Von Manfred Eichel - Kai Bienert, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16037530

Nach 19 Jahren beim NDR holte ihn dann das ZDF nach Mainz, als Chef des Kulturmagazins „aspekte“, das Eichel bis 1999 im Wechsel mit Carola Wedel und Luzia Braun moderierte. Außerdem war er verantwortlicher Redaktionsleiter für die Sendung „Das Literarische Quartett“ und ab 1993 zusätzlich noch Chef der Feature-Redaktion „Literatur und Kunst‘“

Ab Januar 2000 plante und verantwortete er als Chefkorrespondent des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin die 45-minütigen und ganzstündigen Kulturreportagen aus aller Welt. Im Mittelpunkt dieser „Hot Spot-Features“ standen Maler, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller, Filmemacher oder Fotografen – am liebsten noch relativ unbekannte Künstler der Avantgarde.

Manfred Eichel hat für die ARD und das ZDF sicher um die 600 TV-Kulturmagazine verantwortet und sie zumeist auch moderiert. Darin ging es immer um Musik, von Klassik über Jazz bis Rock und Pop, um Literatur, Kunstgeschichte und um faszinierende Kulturporträts aus aller Welt – aus Afrika, Brasilien, China und aus Städten wie Havanna, Krakau oder Hanoi in Vietnam.

Neben diesen journalistischen Arbeiten war Eichel auch für das Goethe-Institut aktiv und berichtete über dessen Arbeit im Deutschen Fernsehen. Und er war Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Kultur im erweiterten Europa, deren Aufgabe es ist, den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den EU-Mitgliedsländern sowie den neuen Aufnahmekandidaten zu fördern.

Seit 1988 war Eichel zudem Dozent im Fachbereich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation in der UdK Universität der Künste in Berlin. Dort ernannte man Eichel 1992 zum Honorarprofessor. Mit Kollegen baute er den Studiengang Kulturjournalismus auf und gehörte dem Leitungsgremium in den Jahren 2005 und 2006 an.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2003 arbeitete er als freier Autor und moderierte Kultur-Veranstaltungen - etwa in den von ihm mitgegründeten Kultur-Clubs in Berlin und Hamburg, wo er immer wieder half, Künstler und Kulturvermittler zusammenzubringen.

Manfred Eichel starb am 14. November 2024 im Alter von 86 Jahren in Berlin

(hhb)

 

Quellen

Prof. Manfred Eichel – mentoring in Kunst und Kultur / Universität der Künste Berlin

Manfred Eichel im Gespräch mit Ute Welty: 50 Jahre "aspekte" im ZDF – neues Programm, gleicher Erfolg  / ZDF 17.10.2015

Kulturjournalist Manfred Eichel gestorben - Aspekte und Literarisches Quartett /  RBB 16.11.2024

"Aspekte" und "Literarisches Quartett"– Kulturjournalist Manfred Eichel gestorben / ARD-Tagesschau am 16.11.2024

ZDF-Kulturmoderator Manfred Eichel gestorben / FAZ 17.11.2024

Der deutsche Kulturjournalist Manfred Eichel ist gestorben / ch-cultura.ch 19.11.24

Zum Tod von Manfred Eichel – Herausragender Vermittler der Kultur / Spiegel 22.11.24

 

Bücher, Schriften und Filme

Manfred Eichel: Hermann Rauhe – Musik für den Menschen / Murmann Publishers

Manfred Eichel: Nur wer selbst brennt, kann andere Entzünden / 2006