Heiko Engelkes

Der Journalist Heiko Engelkes war eine prägende Figur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen. Anfangs arbeitete er für den NDR-Hörfunk, danach in der Tagesschau-Redaktion und berichtete als Korrespondent der ARD aus Paris stets einfühlsam und kompetent über unsere französischen Nachbarn.

Heiko Engelkes wurde am 1. April 1933 in Norden/Ostfriesland geboren, als Sohn eines Journalisten „Dort bin ich mit Rum und nicht mit Champagner getauft worden“, so Engelkes im Dezember 2005 in der deutschen Botschaft in Paris, als ihm dort das Bundesverdienstkreuz überreicht wurde.

1952 machte er in seiner Heimatstadt das Abitur und studierte von 1952 bis 1955 in Wilhelmshaven, Hamburg und Berlin politische Wissenschaften, Journalismus und Jura. Danach wechselte er als Fulbright-Stipendiat an die William Allan School of Journalism in der Kansas University.

Seine journalistische Laufbahn begann er 1956 als freier Mitarbeiter für den NDR-Hörfunk und für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt, eine Wochenzeitung der Evangelischen Kirche. 1960 stellte ihn der WDR als Mitarbeiter der Kölner Tagesschau-Redaktion ein – 1965 übernahm er deren Leitung.

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1974 ging er als ARD-Korrespondent nach Paris und übernahm ab 1978 die dortige Studio-Leitung. Seine Berichterstattung erhielt höchste Anerkennung und brachte ihm 1987 die Auszeichnung zum Ritter der Ehrenlegion. In diesen Jahren wurde er zudem Präsident der Pariser Vereinigung Internationaler Rundfunk- und Fernsehkorrespondenten.

Doch 1983 kehrte er wieder nach Deutschland zurück und wurde Mitglied der Chefredaktion von Tagesschau und Tagesthemen in Hamburg. In jenem Jahr erschien auch sein Buch über Francois Mitterand.

Am 2. Oktober 1990, am Tag vor der deutschen Wiedervereinigung, sprach Engelkes den Kommentar in den ARD-Tagesthemen, voller Sorgen für die vor allem wirtschaftlich deutlich schwächer dastehenden neuen Bundesländer: „Ich kann noch nicht so richtig jubeln und ich werde nachher, wenn diese Sendung beendet ist, auch kein Feuerwerk abbrennen. Das Wort 'Deutschland einig Vaterland' geht mir nur zögernd über die Lippen.“

Im September 1991 kehrte Engelkes ein zweites Mal als Leiter des ARD-Studios nach Paris zurück. Dort wurde er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1998 noch mehrfach auch für sein Engagement um die deutsch-französische Freundschaft ausgezeichnet: 1991 zum Offizier des Ordens Palmes Academiques, 1998 mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis und 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Im April 2003 stellte Engelkes sich den Fragen von Sabina Wolf im ► Alpha-Forum des Bayrischen Rundfunks und gab dabei interessante Einblicke preis, etwa über die Unterschiede zwischen französischen und deutschen öffentlich-rechtlichen Medien, über den Umgang von Politikern mit Journalisten und natürlich auch über generelle Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich, etwa in Bildung und Ausbildung.

Heiko Engelkes starb am 6. November 2008 nach einem langen Krebsleiden in Köln und wurde dort auf dem Friedhof Deutz beigesetzt.

Die WDR-Intendantin Monika Piel nannte ihn „einen Journalisten aus Leidenschaft, der seinen Beruf über alles liebte. Er gehörte zu den prägenden Persönlichkeiten des Westdeutschen Rundfunks und der ARD.“ Er sei zudem ein Mentor gewesen, der den Nachwuchs engagiert förderte und einen wesentlichen Beitrag für die deutsch-französischen Beziehungen geleistet habe.

(hhb)

 

Quellen

Heiko Engelkes im Gespräch mit Sabina Wolf / BR-Online/Alpha-Forum 2.4.2003

ARD-Urgestein Heiko Engelkes ist tot / Stern vom 7.11.2008

Hans-Helmut Kohl: Heiko Engelkes tot / Frankfurter Rundschau vom 29.1.2019

Bücher:

Heiko Engelkes: Mitterrand – aus der Nähe gesehen / Econ-Taschenbuch 1981

Heiko Engelkes: Bonjour, Paris – Mein Leben mit Frnkreich / Lübbe Politik/Zeitgeschichte 1999

Heiko Engelkes: König Jacques – Chiracs Frankreich / Aufbau Verlag 2005