Alfred Frankenfeld

Alfred Frankenfeld, deutscher Journalist und Publizistik-Wissenschaftler, arbeitete mehr als 50 Jahre als Journalist für verschiedene Hamburger und Berliner Zeitungen. Außerdem war er Mitglied des Deutschen Presserats, Vorsitzender der Stiftung Wissenschaft und Presse sowie Präsident der Akademie für Publizistik in Hamburg.

Alfred Georg Karl-Ludwig Frankenfeld wurde am 27. Oktober 1898 in Kühndorf bei Meiningen in Thüringen geboren, wo er aufwuchs und das Gymnasium Bernhardinum besuchte. 1916 wurde er unmittelbar nach bestandenem Abitur eingezogen und musste bis zum Ende des Ersten Weltkriegs an der Front kämpfen. Danach begann er Geschichte, Philosophie und Nationalökonomie in Göttingen, Leipzig und Breslau zu studieren und wurde 1922 zum Dr. phil. promoviert.

Schon 1921 hatte er begonnen, als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Auswärtige Amt zu arbeiten. Sein Forschungsprojekt dort war die Analyse der Außenpolitik im späten Kaiserreich und von Fragen zur angeblich deutschen Alleinschuld am Ersten Weltkrieg, wie im Versailler Vertrag festgeschrieben. Parallel dazu verfasste er außenpolitische Artikel für die DAZ Deutsche Allgemeine Zeitung, für das Berliner Tageblatt und den Berliner Lokalanzeiger. 1924 richtete er in Hamburg am Jungfernstieg eine redaktionelle Außenstelle für das liberale Berliner Tageblatt ein

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"Stiftung DIE WELT": v.l.n.r. Peter Tamm, Otto A. Friedrich, Heinz Ullstein, RA H. Arning, Hans Wallenberg, Alfred Frankenfeld

Copyright: ullstein bild - Irm Kühn

Frankenfeld war Mitglied der linksliberalen DDP Deutsche Demokratische Partei, einer entschiedenen Hüterin der Demokratie im besiegten Deutschland. In den 1920er Jahren verfasste er mehrere Schriften über den politischen Liberalismus. Gegen den aufkommenden Nationalsozialismus brachte er sich im Parteiorgan der DDP Recht und Freiheit klar und deutlich in Stellung.

Nach der Machtübernahme durch die Nazis plante er noch mit seinem Freund Alois Winbauer die Gründung einer regimekritischen Untergrundzeitung. Doch nach einer Hausdurchsuchung im Oktober 1933 gab er diesen Plan auf, um weiter für das Berliner Tageblatt tätig bleiben zu können. Doch 1939 wurde auch diese Zeitung eingestellt und Frankenfeld bei Kriegsbeginn kurzfristig eingezogen. In Bremervörde musste er vorübergehend in einem Landesschützenbataillon dienen und danach für den Deutschen Verlag den internationalen Schiffbau beobachten und bewerten.

Nach Kriegsende begann Frankenfeld sofort wieder als Journalist zu arbeiten, zunächst für die von den Briten herausgegebene Neue Hamburger Presse und für Radio Hamburg. Schon 1945 habilitierte er sich an der Universität Hamburg und wurde im Jahr darauf stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wirtschaftsressort bei der Hamburger Freien Presse. Von 1953 bis 1956 war er Chefredakteur des Hamburger Anzeiger und wechselte nach dessen Einstellung 1957 zum Axel-Springer-Verlag als Titular-Chefredakteur zur besonderen Verwendung. Dazu gehörte die Ausbildung von Volontären.

Frankenfeld hatte immer schon mit einer akademischen Laufbahn geliebäugelt und war darum seit 1951 nebenher als Lehrbeauftragter für Publizistik an der Universität Hamburg tätig. Seine redaktionellen wie universitären Tätigkeiten führten 1951 dazu, dass er zum 1. Vorsitzenden der Berufsvereinigung Hamburger Journalisten BHJ gewählt wurde, was er dann mit einer kurzen Unterbrechung bis 1968 blieb. 14 Jahre lang war er zudem Mitglied im Deutschen Presserat. Weiterhin war er zeitweise Geschäftsführer der Stiftung Die Welt, dann Vorsitzender der Stiftung Wissenschaft und Presse sowie Präsident der Akademie für Publizistik in Hamburg.

Neben seinen Karrieren im Medienbereich trat er nun als FDP-Politiker in Erscheinung – als Mitglied und ihr Fraktionsvorsitzender in der Hamburger Bürgerschaft. Der Medienhistoriker Christian Sonntag beurteilte ihn in seinem Buch „Medienkarrieren über Hamburger Nachkriegsjournalisten“ so:

„Frankenfeld war ein Repräsentant jenes aufgeklärten Bürgertums, das Hitler als Rattenfänger verachtete, den Schritt zum Widerstand aber nicht zu gehen bereit war und stattdessen Karriere durch Anpassung auch im NS-Staat machte. Dass diese Karriere nach 1945 bruchlos fortgesetzt wurde, erschien aus ihrer Sicht selbstverständlich, sahen sie sich doch als überzeugte Demokraten.“

Alfred Frankenfeld starb am 6. Dezember 1975 in Hamburg.

(hhb)

 

Quellen

Hamburger Persönlichkeiten: Alfred Georg Karl-Ludwig Frankenfeld

Alfred Frankenfeld: Typologie der Zeitung / in Praktische Publizistik Band 3, de Gruyter Verlag Berlin/München 2006

Christian Sonntag: Medienkarrieren – Alfred Frankenfeld / Archiv für Sozialgeschichte – Friedrich-Ebert-

 

Bücher

Alfred Frankenfeld: Drei Schriften gegen den falschen Nationalismus / Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik, Berlin 1926

Alfred Frankenfeld: Zum Sehen geboren. Ein Leben für Presse und Parlament / Christians Hamburg 1973.

Christian Sonntag: Medienkarrieren. Biografische Studien über Hamburger Nachkriegsjournalisten 1946-1949 / Forum Kommunikation und Medien 5 – München 2006