Das große Thema von Eberhard Hungerbühler, Spiegel-Korrespondent in Baden-Württemberg von 1972 bis 1979, war zu der Zeit der RAF-Prozess in Stammheim und das Schicksal der Terroristen dort. Bekannt und populär wurde er allerdings unter seinem Pseudonym Felix Huby, als Schriftsteller und Drehbuchautor, der die Unterhaltungssparte im deutschen Fernsehen entscheidend prägte. Von ihm stammen verschiedene Tatort-Serien, deren Kommissare er erfand.
Eberhard Hungerbühler wurde am 21. Dezember 1938 im schwäbischen Dettenhausen bei Tübingen geboren. Er verließ das Gymnasium ohne Abitur und begann seine journalistische Laufbahn als Volontär bei der Schwäbischen Donauzeitung in Ulm. Nächste Station war das Test-Magazin DM, wo er zunächst als Chef vom Dienst und später als Chefredakteur arbeitete.
Von 1972-1979 war er Spiegel-Korrespondent in Baden-Württemberg und berichtete intensiv über den RAF-Prozess in Stammheim: Am 17.11.1974 etwa über den Suizid von Holger Meins durch Hungerstreik: „Es werden Typen dabei kaputtgehen“.
Oder über den Beginn des Prozesses gegen Baader, Ensslin, Meinhof und Raspe im Mai 1975: „BaaderMeinhof – die Materialschlacht“.
Nach Ulrike Meinhofs Tod am 9.05.1976 berichtete der Spiegel wieder verstärkt über die RAF-Rote-Armee-Fraktion – wie am 16.5.1976: „Meinhof: Wer sich nicht wehrt, stirbt.“ Und schließlich über die Urteilsverkündung am 28.04.1977.
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Im Mai 1978 soll er den früheren Marinerichter und damaligen Ministerpräsidenten Hans Filbinger/CDU interviewt und daraus den Artikel „Filbinger: Was heißt hier Todesurteile?“ mitverfasst haben.
Denn namentlich gekennzeichnet wurden in all diesen Jahren beim Spiegel lediglich die Berichte von so genannten Edelfedern wie Hermann Schreiber; alle anderen Redakteure recherchierten und schrieben nach außen hin anonym im Team.
Das Pseudonym Felix Huby verwendete Hungerbühler erstmals als Autor seines Buches „Der Atomkrieg in Weihersbronn“, weil Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein nicht einverstanden war, dass der Name eines Spiegel-Redakteurs mit einer Buchveröffentlichung in Verbindung gebracht werden konnte. Ab 1976 schrieb er als Huby auch zahlreiche Kriminalromane, woraus dann fürs deutsche Fernsehen Drehbücher wurden – mit dem Stuttgarter Kommissar Bienzle oder mit Palu aus dem Saarland. Allein der Schwabe Bienzle erschien in 25 Tatort-Folgen.
Für den WDR verfasste Huby das Drehbuch für den zweiten Schimanski-Tatort-Auftritt in „Grenzgänger“, mit ruhrpott-gerechter Sprache für den gern fluchenden Götz George als Schimanski.
Von Felix Huby gibt es zudem mehrere Theaterstücke und Komödien, dazu die Libretti für ein Musical und ein Singspiel über Heinrich Zille (‚Mach‘ Spucke drauf‘). Und auch Hörspiele für den WDR stammten aus seiner Feder.
Hungerbühler/Huby war verheiratet und lebte zuletzt in Berlin. An Krebs erkrankt starb er am 19. August 2022 im Alter von 83 Jahren.
(hhb)
Quellen:
Arnfried Schenk: Geschichten ohne Ende / ZEITonline am 8.9.2013
Zum Tod von Felix Huby: Er schuf Figuren für die halbe Ewigkeit / SZ vom 20.8.2022