Peter (Gerhard Dietrich Marie) Moosleitner war der Entwickler und Herausgeber der populärwissenschaftlichen Zeitschrift PM – Peter Moosleitners interessantes Magazin – eine Zeitschrift, die Wissen vermittelt und unsere Welt so erklärt, dass jeder es verstehen kann. Von der ersten Ausgabe im Jahr 1978 wurden mehr als 400.000 Exemplare verkauft, Lesestoff vor allem für neugierige und wissensdurstige Schüler. Moosleitners Idee war, „eine Bravo für intelligente Jugendliche zu machen“, merkte seine Frau Helga auf seinem 60sten Geburtstag an. PM half sogar, den Schulunterricht in den Naturwissenschaften zu modernisieren. An nicht wenigen Schulen war bald Schluss mit der alten Schülerweisheit: „Chemie ist, wenn es kracht und stinkt; Physik ist, wenn es nicht gelingt.“
Gerhard Dietrich Marie Moosleitner wurde am 2. Mai 1933 in Ansbach zusammen mit seinem zweieiigen Zwillingsbruder geboren. Ab 1937 wuchs er in Freilassing auf, besuchte das Gymnasium in Berchtesgaden, wo er 1951 sein Abitur machte. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er schon während dieser Schulzeit bei einer Lokalredaktion.
Nach dem Abitur ließ er sich am Werner-Friedmann-Institut ausbilden, einem Vorläufer der Deutschen Journalistenschule in München. Später, von Herbst 1952 bis Frühjahr 1953, belegte er zwei Trimester an der Medill School of Journalism, einem College der Northwestern University in Illinois/USA.
Copyright: Privat, Nachlass Peter Sternberg
Zurück in Deutschland folgte ein Volontariat bei der Münchner Abendzeitung. 1954 arbeitete Moosleitner dort dann als freier Journalist und ebenso für die Süddeutsche Zeitung und den Bayerischen Rundfunk. Im Jahr darauf, 1955, wurde er Autor für die Quick. 1959 folgte ein kurzer Abstecher nach Bonn, wo er PR für verschiedene Entwicklungshilfe-Projekte machte. Doch schon im Jahr darauf kehrte er zur Quick-Redaktion zurück und blieb dort bis 1964.
Danach war er wieder für einige Zeit freiberuflich tätig, unter anderem für das damalige Kult-Magazin twen beim Verlag Kindler & Schiermeyer, in dem auch Eltern erschien. Von Eltern bekam er 1968 das Angebot einer Festanstellung. K&S gehörte seit 1965 zum Axel Springer Verlag, der Ende der 60er Jahre mit seinem Presse-Imperium als übergroßer „Mammutverlag“ immer mehr in die Kritik geriet und darum seine Münchner Dependance 1968 an den Stuttgarter Drucker Hans Weitpert verkaufte. Der allerdings mehr Drucker als Verleger war.
1969 übernahm Gruner + Jahr den Kindler & Schiermeyer Verlag, in dem jetzt nur noch die Zeitschriften Jasmin, Eltern und twen erschienen. Darum setzte G+J auf Innovation. So erhielt Gerhard Moosleitner 1976 den Auftrag, ein populärwissenschaftliches Magazin zu entwickeln, das dann am 4. Oktober 1978 als PM – Peter Moosleitners interessantes Magazin das Licht der Medienwelt erblickte. Und Moosleitner einen neuen Vornamen verpasste, den er von da an als Künstlername akzeptierte.
P.M. erste Ausgabe 1978
Und das kam so: Gruner + Jahrs Zeitschriftenvorstand Rolf Poppe lehnte alle ihm vorgelegten Titelvorschläge ab und plädierte generell für „Moosleitners interessantes Magazin“. Als Kurzform hätte „GM“ nach Gerhard Moosleitner eventuell zu einem Konflikt mit General Motors geführt und eine DM gemäß Dietrich Moosleitner gab es bereits als Finanzzeitschrift. So entschied man sich schließlich PM und Moosleitner hatte plötzlich einen neuen Vornamen: Peter - den er sofort und mit Humor annahm.
Peter Moosleitner war von 1978 bis 1994 Chefredakteur von PM und bis 1998 ihr Herausgeber. In dieser Zeit entwickelte er PM zu einer Zeitschriftenfamilie: 1982 erschien das erste PM-Computerheft; 1986 P.M. Perspektive und 1993 P.M. History.
1998 ging Peter Moosleitner im Alter von 65 Jahren in Rente, las Bücher, spielte Golf und arbeitete auch weiter als freier Autor. Sein letztes Buch „Die unsterbliche Seele der Menschheit“ erschien im Jahr 2000.
Am 2. Dezember 2015 starb Moosleitner in Kirchheim bei München.
(hhb)