Der Politikwissenschaftler und Journalist Günther Nonnenmacher beendete 1982 er seine akademische Laufbahn und begann eine publizistische, zunächst im Politik-Ressort der FAZ. Von 1994 bis 2014 war er dann Mitglied des Herausgeber-Gremiums der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Günther Nonnenmacher wurde am 2. November 1948 als Sohn eines Installateurmeisters in Karlsruhe geboren. Nach seiner Schulzeit im Karlsruher Goethe-Gymnasium und seinem Grundwehrdienst studierte er Politische Wissenschaften, Geschichte, Staats- und Völkerrecht sowie Philosophie – zunächst drei Semester 1969/70 in Freiburg/Breisgau, danach zwei Semester in Frankfurt am Main und schließlich von 1971 bis 1973 in Heidelberg. 1973 machte er sein Magister-Examen und wurde dann 1975 bei Dolf Sternberger in Heidelberg zum Dr. phil. promoviert.
Danach startete Nonnenmacher zunächst eine akademische Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent im Fach Politikwissenschaft an der Gesamthochschule Wuppertal, wo er sich 1983 mit einer Schrift über „Die Ordnung der Gesellschaft. Mangel und Herrschaft in der politischen Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts“ habilitierte. Sein Versuch, die Entwicklungen im neuzeitlichen Denken aufzuzeigen, dort wo sich Politik und Ökonomie überkreuzen.
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Doch schon 1982 entschied er sich für den Journalismus – sicherlich durch seine Nähe zu ► Dolf Sternberger, aber auch, weil die für ihn interessanten Lehrstühle alle auf absehbare Zeit besetzt waren. Im Oktober 1982 begann er in der Nachrichtenredaktion der FAZ und wechselte nach dieser Lehrzeit ins Politik-Ressort. 1986 wurde er dort Außenpolitikchef, sicher auch angesichts seiner hervorragenden englischen und französischen Sprachkenntnisse. Nonnenmacher war mit einer Französin verheiratet.
Ab 1994 wurde er einer der vier ► Herausgeber im Herausgeber-Gremium der FAZ und war als solcher für den Gesamtbereich Politik verantwortlich. In diesen Jahren verfasste Nonnenmacher zahlreiche Artikel und Essays über politische Ereignisse in aller Welt und über Entwicklungen und Probleme in der EU, zum Beispiel über die „Arabellion“ in Libyen und Gaddafis Ende, über die EU-Schuldenkrise und die Sanierung Griechenlands oder über all die neuen politischen Spitzenkräfte und ihre Pläne und Herausforderungen.
2009 kehrte er zeitweilig in den Wissenschaftsbereich zurück, als Honorarprofessor für Politik- und Kommunikationswissenschaft an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie in der Universität Leipzig.
Denn Ende Juni 2014 wollte Günter Nonnenmacher eigentlich aus dem Herausgeber-Gremium der FAZ ausscheiden. Doch der frühe Tod seines Kollegen ► Frank Schirrmacher veranlasste ihn, seinen Ruhestandsbeginn noch etwas zu verschieben. Übergangsweise übernahm er die Leitung des Feuilletons und verließ die Frankfurter Allgemeine erst zum Jahresende.
Im Jahr 2018 erhielt Günther Nonnenmacher das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Schon zuvor war er Offizier der französischen Ehrenlegion geworden
Günther Nonnenmacher starb am 7. Mai 2025 im Alter von 76 Jahren in Offenbach am Main.
Berthold Kohler, einer der FAZ-Herausgeber, zum Tod von Nonnenmacher: „Wir trauern um einen herausragenden Journalisten und hochgeschätzten Kollegen. Der Name Nonnenmacher bürgte für größte journalistische Qualität. Die Leser kannten ihn als hellsichtigen Durchdringer der Innen- und Außenpolitik. Für die Redaktion war er ein Vorbild, Ermöglicher und Förderer. Die hohen Verdienste, die Günther Nonnenmacher sich in drei Jahrzehnten um die Frankfurter Allgemeine Zeitung erworben hat, werden unvergessen bleiben.“
(hhb)
Quellen
Prof. Dr. Günther Nonnenmacher / Universität Leipzig – Institut für Politikwissenschaft
Annette Milz: Günther Nonnenmacher – der Kopfarbeiter / medium magazin 04/1993
Änderung im Herausgebergremium der FAZ / Pressemitteilung der FAZ am 5.2.2014
Berthold Kohler: Ein liberaler Durchdringer des Politischen / FAZ vom 8.5.2025
Klug und ausgleichend / SPIEGELkultur am 9.5.2025
Bücher + Schriften
Günther Nonnenmacher: Theorie und Geschichte: Studien zu den politischen Ideen von James Harrington / Heidelberger politische Schriften Band 9. 1977