Heinz Pol

Heinz Pol war ein deutscher Journalist, Filmkritiker und Schriftsteller, der als Zeitkritiker während der Weimarer Republik für die Vossische Zeitung, die Literarische Welt oder die Weltbühne arbeitete. Unmittelbar nach der Machtergreifung gehörte er zu den Initiatoren des am 19. Februar 1933 veranstalteten Kongresses „Das freie Wort“. Wonach die Nationalsozialisten ihn zunächst verhafteten und dann ausbürgerten.

Heinz Pol wurde am 6. Januar 1901 als Heinz Pollack in Berlin geboren. Von der Berliner Universität wurde er wegen einiger satirischer Veröffentlichungen relegiert und musste sein Studium abbrechen. Darum begann er 1923 zunächst ein Volontariat bei der Vossischen Zeitung und wurde danach als Redakteur übernommen. Parallel dazu schrieb er unter dem Pseudonym Jakob Links für die Literarische Welt und die Weltbühne.

In der Vossischen profilierte er sich schnell als Zeitkritiker der Weimarer Republik und als Filmkritiker des Blattes. Als er 1931 wieder einmal eine kritische Filmbesprechung über einen Ufa-Film veröffentlicht hatte, entzog die Ufa der Vossischen die Inserate, worauf Pol, offenbar deswegen gerügt, lieber aus der Redaktion ausschied. Sein Gespräch dazu mit dem Chefredakteur beschrieb er am 29. September 1931 in einem langen Artikel darüber „Ullstein und die Ufa“ in der Weltbühne: „Ich stelle also fest: man darf im Hause Ullstein nur so lange 'freie' Kritiken schreiben, wie es der Ufa gefällt. Oben in der Politik darf Herr Hugenberg als politischer Gegner bei jeder Gelegenheit angegriffen werden – für den Filmteil aber ist er der gute Geschäftsfreund des Hauses, also tabu. Unter diesen empörenden Umständen sehe ich mich gezwungen, meine Arbeit sofort niederzulegen (...)."

Pol wechselte zum Münzenberg-Konzern und wurde Redakteur für die Neue Monatszeitung und Die Welt am Abend.

Nach der Machtergreifung am 30. Januar 1933 gehörte Pol zusammen neben Georg Bernhard, Harry Graf Kessler, Heinrich Mann, Rudolf Olden und vielen anderen zu den Initiatoren der Protestkundgebung „Das Freie Wort“ – weil zuvor Grundrechte der Weimarer Verfassung wie die Versammlungs- und Pressefreiheit durch eine Verordnung des Reichspräsidenten Hindenburg eingeschränkt worden waren. An dieser Protestveranstaltung in der Kroll-Oper nahmen damals 900 Personen teil, vor allem parteilose Intellektuelle und Liberale, Sozialdemokraten wie Kommunisten.

Daraufhin wurde Pol kurzzeitig verhaftet, konnte sich aber im Juni 1933 nach Prag absetzen. Dort wurde er von Anfang Januar 1934 bis Juli 1935 Chefredakteur des Simplicissimus und Autor für die Neue Weltbühne. 1936 emigrierte er nach Paris, arbeitete dort für den Pressedienst Mitropress und schrieb für die deutsche Exilzeitung Pariser Tageblatt, deren Chefredakteur Georg Bernhard war.

1937 gehörte Heinz Pol zu den Gründern des Bundes Freie Presse und Literatur, ein Verband unabhängiger deutscher Schriftsteller und Journalisten im Exil. Ihre Mitglieder wandten sich gleichermaßen gegen den Nationalsozialismus wie den Stalinismus. Im Gründungsstatut des Bundes hieß es dazu: „Überzeugt, daß die Freiheit des Geistes und der Meinungsäußerung ein kostbares Gut ist, und daß eine unabhängige, keinem Gewissenszwang und Terror unterworfene, saubere, verantwortungsbewusste Presse und Literatur eine der entscheidenden Voraussetzungen der geistigen Entwicklung und des wirksamen geistigen Kampfes ist.“

1939 wurde Pol interniert, konnte sich aber im Mai 1940 nach New York absetzen. In den USA verfasste er Beiträge für die Zeitschriften The Nation, The New York Times oder die New York Herald Tribune. Außerdem veröffentlichte er Bücher über den Nationalsozialismus.

Nach Kriegsende wurde Heinz Pol USA-Korrespondent für die Frankfurter Rundschau und die Neue Ruhr Zeitung.

Heinz Pol starb am 13. Oktober 1972 in New Milford/Connecticut.

(hhb)