Heinz Jankofsky, ein Karikaturist und Comiczeichner, veröffentlichte in der DDR zunächst im Eulenspiegel einige Karikaturen aus seinem Arbeitsleben und wurde dann ab 1968 als erster freiberuflicher Pressezeichner in der DDR tätig. Er illustrierte aber auch Kinderbücher und Kalender und gestaltete Postkarten mit viel Witz.
Heinz Jankofsky wurde am 28. September 1935 in Berlin-Kreuzberg geboren. Er lernte Schlosser und arbeitete bis 1968 knapp 20 Jahre in diesem Beruf, zuletzt als Lokomotivschlosser bei der DR Deutsche Reichsbahn. Nebenher besuchte er die Abendschule und verbesserte dort seine zeichnerischen Fähigkeiten, sodass er ab 1968 aus dem früheren Hobby seinen Beruf machen konnte.
1959 hatte er eine erste Zeichnung im Eulenspiegel veröffentlicht und gelegentlich für die Fernsehzeitschrift FF-Dabei gezeichnet. Nun ab 1968 wurde er freiberuflicher Pressezeichner für den Eulenspiegel. Doch er arbeitete nicht nur für das Satire-Magazin, sondern illustrierte auch Kinderbücher und Kalender oder zeichnete Comics wie den Dackel-Strip „Rolf und Rudi“. So wurden auch andere DDR-Medien auf ihn aufmerksam und gaben ihm Aufträge: darunter die Wochenpost, die Ostsee-Zeitung, die Berliner Zeitung und die in Dresden erscheinende Sächsische Zeitung.
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In der NBI Neue Berliner Illustrierte veröffentlichte er ab Ende der 60er Jahre etwa 400 Folgen seiner Comic-Serien auf den Kinderseiten, über den „Zauberer Hottab“, „Die Ente Erna“ oder „Münchhausen“. Dazu illustrierte er zahlreiche Tierfabeln und Geschichten.
Charakteristisch für Jankofskys Cartoons waren seine typischen Nasenmenschen mit ihren kolbenartigen Nasen und den weit aufgerissenen Augen.
Er besaß einen bodenständigen Humor, verletzte aber niemals mit seinen zu Papier gebrachten Satiren und Witzen die Menschen um ihn herum. Jankofsky zeichnete am liebsten mit einem Fineliner auf dickem Karton, wann immer möglich bei einer Tasse Kaffee. In Berlin konnte man ihn zu DDR-Zeiten oft in der Hans-Beimler-Straße treffen, an einem der Tische im Mocca-Eck im damaligen Haus der Statistik.
Viele seiner Zeichnungen und Comics aus DDR-Zeiten erschienen 1994 im „Das dicke Jankofsky-Buch“, das der Eulenspiegel-Verlag herausbrachte.
Nach der Wende zog er in die Schorfheide und arbeitete von dort aus munter weiter, ab 1994 nun vor allem als „Hauszeichner“ für die SUPERiIllu. Da saß er nahezu an jedem Tag in einem Templiner Café, beobachtete die Menschen um sich herum, ließ sich inspirieren und bildete das nun etwas anders gewordene Leben ab: Ehepaare, Beamte, Polizisten und ihre Haustiere in Alltagssituationen. Getreu seiner Philosophie: „Nimm das Leben nicht so ernst und die Menschen so, wie sie sind.“
Einer seiner größten Verkaufserfolge war das ab 1995 in mehreren Auflagen vom Eulenspiegel-Verlag herausgegebene Buch „Der Schein fürs Sein“: Jankofskys Sicht auf den Personalausweis für die Bürger der nun „Deutschen Demolierten Republik“.
Am 2. Mai 2002 verstarb er im Alter von 66 Jahren in Bebersee bei Templin. In Abstimmung mit seiner Ehefrau Waltraud Jankofsky startete die SUPERillu nach seinem Tod einen „Heinz Jankofsky Karikaturenwettbewerb“ für junge Talente sowie Könner des Fachs. Sie sollen ihre Sicht auf das jeweilige Zeitgeschehen karikieren.
(hhb)
Quellen:
Wer war wer in der DDR? / Ch. Links Verlag
Heinz Jankofsky in DDR-Comics.de
Heinz Jankofsky / Comic-Museum Neubrandenburg
Den Verführungen zum Lachen erliegen - eine Gedenkausstellung für Heinz Jankofsky / Nordkurier vom 16.7.2002
Nachruf von Manfred Bofinger: Der Ernst des Lachens / DIE WELT 11.5.2002