Hans-Georg Rauch

Der Karikaturist und Illustrator Hans-Georg Rauch arbeitete für viele europäische und amerikanische Medien: Der Spiegel, Stern, Die Zeit und Pardon in Deutschland oder Look, New York Times, Observer und Punch im Ausland. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet – so wurde er 1987 zum „Cartoonist of the Year“ ernannt.

Hans-Georg Rauch wurde am 21. Juni 1939 als uneheliches Kind in Berlin geboren. Da seine Mutter die Identität des Vaters verschwieg und die Familie seiner Mutter die Aufnahme zunächst verweigerte, wurde er von der SS in ein Kinderheim eingewiesen. Später nahm ihn sein Großvater auf und so konnte er in dessen Obhut in Wilhelmshaven aufwachsen.

Dort besuchte er die Grund- und Realschule und ließ sich zunächst zum Schaufenster-Dekorateur ausbilden. 1958 war er für kurze Zeit beim Weserkurier in Bremen als Karikaturist und Zeichner tätig. Während des Militärdienstes 1958/59 beschloss er endgültig, Karikaturist zu werden. Rauch besuchte ein Studienatelier in Hamburg und anschließend von 1961 bis 1963 dort die Hochschule für bildende Künste.

 

Nach einem Studienaufenthalt in Südfrankreich begann er ab 1965 als freiberuflicher Mitarbeiter Karikaturen und satirische Zeichnungen für mehrere Zeitschriften anzufertigen. 1970 erhielt er für diese Arbeiten den Preis der Heinrich-Zille-Stiftung für seine sozialkritische Graphik. Und konnte anschließend erstmals in die USA reisen.

1971 stellte das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover seine Arbeiten aus. Ab 1982 veröffentlichte Die Zeit regelmäßig auf ihrer letzten Seite seine graphische Kolumne „Zeitzeichen“. Das waren hintersinnige, mal heitere aber durchaus auch zornige Kommentare. Rauch machte dabei alles zum Thema, was ihm im Tages- und Zeitgeschehen auffiel oder aufregte, all die politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Ereignisse und Missstände. Dabei war er ein genauer und engagierter Beobachter. Der Literaturkritiker der Zeit Fritz J. Raddatz bezeichnete Rauch als „Zauberer mit dem Zeichenstift“, angesichts seiner faszinierend detailverliebten filigranen Federzeichnungen, Radierungen und Collagen.

1981 zeigte das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover erneut Werke aus dem Schaffen von Hans-Georg Rauch in einer umfangreichen Retrospektive. Es folgten weitere Ausstellungen – zum Teil durch das Goethe-Institut ausgerichtet oder unterstützt – in den USA, in den Niederlanden, Belgien, Kanada, Hongkong und sogar in der Volksrepublik China.

Ab 1983 wurde Rauch in der Friedensbewegung aktiv und beteiligte sich zusammen mit seiner Frau sowie anderen Künstlern und Intellektuellen an der Sitzblockade in Mutlangen, wo die US-Streitkräfte nach dem Nato-Doppelbeschluss nun Mittelstreckenraketen stationieren wollten, die Atomwaffen tragen konnten.

Hans-Georg Rauch starb am 23. Dezember 1993 im Alter von nur 54 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit im Künstlerdorf Worpswede, wo er mit seiner Frau Ursula seit 1982 lebte. Rauch wurde dort auf dem Worpsweder Friedhof an der Zionskirche beigesetzt.

 

(hhb)

 

Quellen:

H.G. Rauch: Biographie

 

Bücher:

Hans-Georg Rauch: Rauchzeichen / Nebelspalter-Verlag, 1979

Hans-Georg Rauch: Zeitzeichen / Hugendubel Verlag, 1983

Hans-Georg Rauch: Neue Zeit-Zeichen / Zinnober-Verlag, 1990