Fritz Wolf

Fritz Wolf gehörte zu den Urgesteinen der deutschen Karikaturisten-Szene. Jahrelang arbeitete er für DIE WELT, den stern oder die Brigitte, deren Leser er mit seinen skizzenhaften politischen wie gesellschaftskritischen Karikaturen über das Geschehen in der Bonner Republik begeisterte. Und in Niedersachsen bekam er mit seinen „Bildern aus der Provinz“‘ geradezu Kultstatus.

Fritz Wolf wurde am 7. Mai 1918 als ältestes von sieben Kindern in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach seinem Besuch in der Mülheimer Knaben-Mittelschule machte er ab 1934 eine Lehre als Chemigraph beim Düsseldorfer Tageblatt – einst ein Beruf im grafischen Gewerbe. Als solcher arbeitete er dann bis zu seiner Einberufung zum Arbeitsdienst im Jahr 1938 und wurde anschließend von der Wehrmacht eingezogen. Im Elsass geriet er in Gefangenschaft.

Nach seiner Rückkehr volontierte er in einem grafischen Atelier und studierte dann von 1948 bis 1949 an der Folkwang-Schule in Essen. Anschließend verließ er den „Ruhr-Pütt“ und zog nach Osnabrück, wo er in den folgenden Jahren tausende Karikaturen schuf sowie seine berühmten „Bilder aus der Provinz“.

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Erste Zeichnungen davon veröffentlichte er in Pfadfinder-Zeitschriften, bis ihn dann Achilles Markowsky als Hauskarikaturist zur Neuen Tagespost und zum Neuen Tageblatt holte – beide Vorgänger der Neuen Osnabrücker Zeitung, der er dann ebenfalls bis zu seinem Tod eng verbunden blieb.

Wolf wurde schnell als treffsicherer und humorvoller politischer Karikaturist bekannt. Dazu vermerkte Franz Schmedt später in der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Jede Karikatur verrät Wolfs politischen Spürsinn, seine Fähigkeit, den Kern des Problems bloßzulegen, sein Engagement. Und doch ist er der Feuilletonist unter den Karikaturisten; ein Zeichner, der auch die kleine Form beherrscht, der mit leichter Hand darstellt, pointiert, der eine Schwäche für die Schwächen hat – bei Großkopferten wie beim Bürger von nebenan; ein Künstler, der durch das scheinbar Unwesentliche das Wesentliche verdeutlicht“

Das machte ihn zu einem ganz Großen unter den deutschen Karikaturisten, und so wurden seine Cartoons bald auch in DIE WELT, in BILD oder in der Rheinischen Post veröffentlicht. Und im Ausland nachgedruckt.

1958 engagierte ihn ► Henri Nannen für den stern, für den er dann 35 Jahre lang bis 1993 rund 6.000 Karikaturen lieferte. Und auch für weitere G+J-Titel wie Brigitte und Schöner Wohnen zeichnete und illustrierte er.

1978 zeigte er seine erste Einzelausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum zu Osnabrück und im Jahr darauf erhielt Fritz Wolf den Publizistikpreis des Landes Niedersachsen.

Fritz Wolf starb am 23. Dezember 2001 nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren.

Der damalige Oberbürgermeister von Osnabrück Hans-Jürgen Fip würdigte den überzeugten Wahl-Osnabrücker Fritz Wolf in einem Nachruf als herausragenden Vertreter der zeitgenössischen Karikatur, der seine politischen und gesellschaftskritischen Beobachtungen stets auf den Punkt gebracht habe. Fip erklärte: „Seine nachdenklichen, satirischen oder auch heiteren Zeichnungen schärften den Blick für das Wesentliche und wurden von zahllosen Lesern renommierter Zeitungen und Illustrierten geschätzt.“

Seit 2000 gibt es den „Fritz-Wolf-Nachwuchsförderpreis für Karikaturisten und Cartoonisten“. Und die Fritz-Wolf-Gesellschaft Osnabrück kümmert sich um die Pflege seines künstlerischen Nachlasses.

(hhb)

 

Quellen

Fritz Wolf / Wilhelm Busch Museum Hannover

Die Fritz-Wolf-Gesellschaft Osnabrück

Fritz Wolf zu Folkwang

Fritz Wolf – der Nestor unter den stern-Klassikern / STERN vom 1.5.2014

Er war ein Osnabrücker / Bistum Osnabrück am 20.2.2018

Von Washington bis Osnabrück / STERN am 25.5.2018

Julia Kiehl: Fritz Wolf / inOsna am 11.9.2023

 

Bücher + Schriften

Gisela und Dieter Burkamp: Fritz Wolf – Die Kunst der Karikatur / Fromm + Rasch GmbH & Co. KG, 2008