Paul Girardet

Paul Girardet wurde als Sohn des Verlegers und Firmengründers Wilhelm Girardet am 6. Dezember 1878 in Essen geboren.

Nach dem Schulbesuch verbrachte er zunächst ein Jahr in der väterlichen Druckerei in Essen und besuchte danach eine internationale Handelsschule am Genfer See. Da er den Verlegerberuf von der Pike auf lernen sollte, trat er in Genf noch in ein großes Druckerei-Unternehmen ein und hörte parallel dazu an der Genfer Universität Vorlesungen über Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft. Es folgte ein längerer Auslandsaufenthalt in Schottland.

Um seine verlegerische Ausbildung zu vervollständigen, wechselte er 1901 in das zum väterlichen Unternehmen gehörende Verlagshaus der Chemnitzer Neuesten Nachrichten.

Im Oktober 1903 übernahm der nun 25-Jährige die Leitung des Girardet-Hauses in Düsseldorf, das die Düsseldorfer Nachrichten herausgab und machte diese in den folgenden Jahren zur größten Zeitung am Niederrhein. 1925 wurde er ungarischer Generalkonsul, was ihm später in der Zeit des Nationalsozialismus half, Übergriffe der Nazis auf das Verlagshaus wenigstens zeitweise abzuwehren.

Im Jahr 1929 reiste Paul Girardet in die USA, um sich dort eingehend über neueste Entwicklungen im Zeitungswesen und in der Technik zu informieren.

In der Nazi-Zeit musste der Girardet-Verlag 1936 in mehrere selbständige Unternehmen aufgeteilt werden – so wurde Paul Girardet zum Alleininhaber des Düsseldorfer Druck- und Verlagshauses.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Lizenz-Zwang aufgehoben wurde, konnten auch die Düsseldorfer Nachrichten wieder erscheinen. 1973 wurden die beim Verlag W. Girardet Düsseldorf – heute Girardet Verlag KG - erscheinenden Blätter Düsseldorfer Nachrichten, Westdeutsche Zeitung und der Generalanzeiger in Wuppertal unter dem Titel WZ Westdeutsche Zeitung vereint.

Paul Girardet starb am 28. Juli 1970 im Alter von 91 Jahren.

(hhb)