Alfred Neven du Mont wurde am 29. März 1927 als Sohn des Zeitungsverlegers Kurt Neven DuMont in Köln geboren. Er studierte Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaften in München und arbeitete im Anschluss an das Studium als Volontär im Axel Springer Verlag und bei der „Süddeutschen Zeitung“. Danach studierte er noch Journalistik an der Medill School of Journalism der Northwestern University in Chicago.
1953 trat er in den väterlichen Verlag ein: „Am 1. September 1953 schnappte die Falle zu. Unkündbar, für immer gefangen, dachte ich, in Sippenhaft.“ In den Jahren darauf übernahm er sukzessive Position und Aufgaben seines Vaters, zunächst von 1957 bis 1966 die Herausgeberschaft des Kultur-Magazins „magnum“. 1964 gründete er die Kölner Boulevardzeitung „Express“ und wurde drei Jahre später Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeigers“.
Nach der Wiedervereinigung übernahm die Gruppe DuMont Schauberg das ehemalige SED-Blatt „Freiheit“ und machte daraus die „Mitteldeutsche Zeitung“ in Halle/Saale. 1999 folgte die „Kölnische Rundschau“ und 2006 erwarb der Verlag die Mehrheit an der „Frankfurter Rundschau“. So unterstrich Alfred Neven DuMont seine unerschütterliche Überzeugung: „Ich glaube an die Zukunft der Zeitung.“ Folgerichtig war er von 1980 bis 1984 Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).
Copyright: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18910546
In einem Interview mit Arno Widmann sagte er: „Aufzuhören ist das Schlimmste, wenn man alt wird. Man wird dann sofort krank, und dann ist es vorbei.“ Also übernahm der damals 63-jährige 1990 den Vorsitz im Aufsichtsrat der Verlagsgruppe DuMont Schauberg. Von 1990 bis 1998 war er zudem Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln und danach ihr Ehrenpräsident. Nach den Übernahmen der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ engagierte er sich dort erneut als deren Herausgeber.
2001 wurde er Honorarprofessor für Medienpolitik und Medienökonomie am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Privat war „der Zeitungsherr mit Geschmack“, als den ihn Hans-Jürgen Jacobs vom „Handelblatt“ bezeichnete, ein engagierter Kunstsammler und Romanschriftsteller. Und natürlich Ehrenbürger seiner Heimatstadt Köln. Dort starb Alfred Neven DuMont am 30. Mai 2015. (hhb)
Zitate: Also sprach Alfred Neven DuMont zum Download
FAZ Fragebogen Alfred Neven DuMont zum Download