Justiz-Paradox: Journalist und Informanten vor Gericht

In Luxemburg stehen drei Männer vor Gericht, die 2014 den Skandal enthüllt hatten, dass internationale Konzerne wie Coca Cola, Google, Ikea, McDonalds oder Facebook mit Hilfe Luxemburger Finanzbehörden jahrelang Steuern in Milliarden-Höhe gespart haben. Antoine Delour, ehemaliger Mitarbeiter der Wirtschaftsberatungsfirma PricewaterhouseCoopers, hatte gemeinsam mit einem Kollegen dem französischen Journalisten Edouard Perrin umfangreiche Datensätze mit den entsprechenden Informationen zugespielt. Die Drei sitzen jetzt wegen Diebstahls, illegalem Zugriff auf ein Computersystem, Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen und Bruch der beruflichen Schweigepflicht im Bezirksgericht Luxemburg auf der Anklagebank. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu 10 Jahren Haft. „Damit wären sie die ersten politischen Gefangenen Europas in Steuersachen“, kritisierte der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold. Sein FDP-Kollege Michael Theurer lobte die Zivilcourage des Journalisten und der beiden Whistleblower. „Dieser Mut gehört belohnt und nicht bestraft.“

EU-Präsident Jean-Claude Juncker, zu Zeiten von „Luxleaks“ Premierminister und lange Zeit gleichzeitig Finanzminister des Großherzogtums geriet durch die Enthüllungen unter Druck, ermittelt wurde allerdings nie gegen ihn.

 

Luxemburg geht gegen Luxemburg-Leaks-Journalist vor - Medien ...

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"Luxemburg Leaks": Enthüller auf der Anklagebank - Spiegel Online

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