„Das ist der Preis, den die Staatsmacht für die Demokratie entrichten muss“, verkündete der damalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko im April 2015. Mit 54 Millionen Euro sollte ein unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk finanziert werden, der den ehemaligen Staatskanal Perschij Nazionalnij ablöst. Doch nach einem Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen wurde lediglich die Hälfte der zugesagten Mittel ausgezahlt. Gleichwohl hat sich das osteuropäische Land mit einer weitgehend von privaten Inhabern und Oligarchen ausgestatteten Presse - anders als Russland- in der Rangliste der Pressefreiheit um 22 Plätze verbessert und rangiert jetzt auf Platz 107 (von insgesamt 180). Die Berichterstattung über den andauernden Krieg in der Ostukraine ist für in- sowie ausländische Journalisten weiterhin von massiven Eingriffen in die Pressefreiheit geprägt. Reporter ohne Grenzen kommt zu einem gemischten Resümee, was die Pressefreiheit in der Ukraine betrifft: „Trotz tiefgreifender Probleme auf einem guten Weg.“ Ähnlich kommentiert eine ukrainische Autorin im Deutschlandfunk den „schwierigen, schmerzhaften Prozess“ zu einer demokratisch verfassten, unabhängigen Presse. (sk)