Nach wochenlangem Schweigen und Dementis hat die saudische Regierung am Wochenende zugegeben, dass der Journalist Jamal Khashoggi beim Besuch des saudischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober gestorben ist. Zunächst hatte es geheißen, der 56-Jährige habe das Konsulat nach kurzer Zeit wieder verlassen, wo er Papiere für seine geplante Hochzeit abholen wollte. Nun wurde die Version verbreitet, er sei Faustkampf gestorben. Wenig später hieß es, der Journalist sei bei einem Verhör „versehentlich erwürgt“ worden. Der saudische Außenminister Adel al-Jubeir erklärte, die Tötung sei ein „großer Fehler“ gewesen, man wisse nicht, wo seine Leiche sei. Jamal Kashoggi war ein intimer Kenner des saudischen Königshauses und entschiedener Kritiker von Kronprinz Mohammed bin Salman. Khashoggi arbeitete für die „Washington Post“. (ms)
BBC News: Khashoggi death - Saudi Arabia says journalist was murdered
Die Welt: „Er starb durch einen Würgegriff“
Spiegel online: Saudische Herrscher kondolieren Khashoggis Sohn
Die Zeit: Bloß kein Drama
Der Tagesspiegel: Regierungsvertreter schildert neue Version im Fall Khashoggi