Ecuador: Reporter verprügelt

Seit dem Beginn der landesweiten Proteste in Ecuador gegen höhere Benzinpreise Anfang des Monats sind Reporterinnen und Reporter zur Zielscheibe von Sicherheitskräften geworden. Die Vorfälle im einzelnen: Am 3. Oktober wurden in der Hauptstadt Quito zwei Fotografen der Zeitung „El Comercio“ sowie Reporterinnen und Reporter der Zeitungen „El Expreso“, „El Universo“ und „Primicia“ von der Polizei geschlagen. Am selben Tag beschoss die Polizei zwei andere Journalisten mit Tränengas, schlug sie und nahm sie für mehr als 27 Stunden fest. Am 4. Oktober wurde ein Reporter des Radiosenders „Olímpica“ und einer von „TV Cisne“ für mehr als zwölf Stunden ohne Erklärung von der Polizei festgehalten. Ferner wurde ein Reporter des Studenten-TV „Udla Channel“ festgenommen und dessen Ausrüstung von der Polizei zerstört. In der Stadt Puyo schüchterten Sicherheitskräfte zwei Reporter von „Lanceros Digitales“ ein, damit sie das Berichterstatten von den Demonstrationen einstellten. Sie wurden festgenommen und einem Richter vorgeführt, dann aber freigelassen. Am 7. Oktober wurde eine Korrespondentin der „Vereinigung Indigener Nationalitäten“ in Ecuador (CONAIE), festgenommen, als sie von den Demonstrationen in Guayaquil berichtete. Sie wurde wegen angeblicher Misshandlung, Beleidigung und Aggression gegenüber Beamten zu fünf Tagen Haft verurteilt. (hk)

 

Reporter ohne Grenzen: Proteste in Ecuador - Medien im Fadenkreuz