Die britische Polizei hat vergangene Woche wegen einer Warnung an Journalisten vor der Veröffentlichung interner Regierungsdokumente scharfe Kritik auf sich gezogen. Boris Johnson, einst selbst Journalist und jetzt Kandidat für das Amt des Premierministers, meinte, Medien hätten die Pflicht, neue und interessante Fakten zu veröffentlichen, betonte Johnson am 13. Juli. Hintergrund ist die Affäre um den britischen Botschafter in den USA, Kim Darroch. Dieser war zurückgetreten, nachdem interne Vermerke veröffentlicht worden waren, in denen er US-Präsident Donald Trump als "inkompetent" und "unsicher" charakterisiert hatte. Ein führender Vertreter der Polizei hatte Journalisten daraufhin vor der Veröffentlichung derartiger Dokumente gewarnt. Dies könne sogar eine Straftat darstellen. Journalisten strafrechtlich zu verfolgen, weil sie derartige Dokumente veröffentlichen, sei undenkbar und ein Angriff auf die Pressefreiheit, sagte Johnson. Die durchgestochenen Vermerke Darrochs seien "peinlich", doch stelle ihre Veröffentlichung keine "Bedrohung der nationalen Sicherheit" dar. (hk)
Der Standard: Britische Polizei zieht wegen Warnung an Journalisten Kritik auf sich
Zeit online: Britische Polizei zieht wegen Warnung an Journalisten scharfe Kritik auf sich