Während der griechischen Wirtschaftskrise hat sich die Lage für Journalisten im Land verschlechtert. Nun sorgt Kostas Vaxevanis, der Chef der Wochenzeitung "Documento", mit einem internationalen Appell für Aufsehen – und erhebt konkrete Vorwürfe gegen den neu gewählten Premier Kyriakos Mitsotakis. Das Blatt informierte seine Leser darüber, dass Mitsotakis in persönlichen Telefonaten Unternehmer dazu aufgefordert habe, keine Anzeigen mehr bei "Documento" zu schalten. Einige Unternehmer hätten dies Vaxevanis vertraulich gesteckt. Der Grund für die vermutete Intervention: Kritische Berichte unter anderem über Offshore-Unternehmen der Ehefrau im Zusammenhang mit Schwarzgeld. Die Namen der Firmen sollen auch in den „Paradise Papers“ auftauchen, so Vaxevanis. Anfang November 2017 wurde der brisante Inhalt dieser vertraulichen Papiere öffentlich. Die Unterlagen stellen in tausenden Fällen dar, wie Reiche und einige Weltkonzerne mittels Geldwäsche und Verschleierung unter anderem durch Gründung von Briefkastengesellschaften Steuervermeidung und Steuerhinterziehung betrieben. Die Folge der Berichterstattung von "Documento" laut Vaxevanis: Leere Anzeigenseiten und ein großer Einnahmeverlust. Er sagt: „Wir sind die einzige Zeitung, die über die persönliche Rolle des Premiers und seiner Familie im Zusammenhang mit Schwarzgeld und Offshore-Unternehmen berichtet. Ich glaube, das wird so lange anhalten, bis wir dicht machen." (hk)
Deutschlandfunk: Investigativ-Journalist erhebt Vorwürfe gegen Regierung