Das war ein Eigentor. Microsoft machte jüngst Schlagzeilen dadurch, dass der amerikanische Software-Riese einen Teil seiner journalistischen Mitarbeiter im firmeneigenen Nachrichtenportal MSN durch angeblich schlaue Software ersetzt. Die Rede ist von Künstlicher Intelligenz (KI). Denn die wird nicht krank, braucht keinen Urlaub, wird nicht schwanger, will keine Gehaltserhöhung, keine Beförderung und ist auch billiger. Die Künstliche Intelligenz stellt Artikel anderer Medienhäuser zusammen, die die eigenen Leser interessieren könnten. Nun ist die erste KI-Panne passiert, berichtet die britische Tageszeitung „The Guardian“. In dem betreffenden Fall hat die Software zu einem Artikel über die Sängerin Jade Thirlwall der Band „Little Mix“ ein Foto veröffentlicht, das nicht sie, sondern eine Bandkollegin zeigt. Daraufhin schrieb Thirlwall via Instagram an MSN: „Wenn ihr von anderen Medien Artikel kopiert, solltet ihr auch sicherstellen, dass ihr das Foto vom richtigen Bandmitglied nehmt.“ Der Guardian zitiert eine Sprecherin, die sagt, man habe sich dem Problem sofort angenommen und das falsche durch das richtige Foto ausgetauscht. Den Fehler hat – natürlich – ein Mensch ausgebügelt. Die Ironie der Geschichte ist, dass die verbliebenen menschlichen Mitarbeiter in den Redaktionen von Microsoft nun die Künstliche Intelligenz kontrollieren müssen, durch die ihr eigener Job gefährdet ist. (hk)
The Guardian: Microsoft's robot editor confuses mixed-race Little Mix singers
Heise online: Microsoft ersetzt Mitarbeiter durch KI und muss Mitarbeiter auf die KI ansetzen