RUSSLAND: Medien im staatlichen Würgegriff

Unabhängiger Journalismus ist in Russland am Ende. Wer versucht, Online-Nachrichtenportale zu erreichen, bekommt als Antwort zumeist: „Verbindung fehlgeschlagen“. Facebook ist auf vielen Rechnern seit der Nacht zum 5. März nicht mehr erreichbar. Die Behörden haben den Zugang gesperrt. Auch Twitter ist nicht mehr aufrufbar. Ebenso die Deutsche Welle, BBC, der Radiosender Echo Moskwy, das Internetportal Meduza oder die Website Tayga Info. Sie alle schreiben von „Krieg“ gegen die Ukraine. Gewünscht ist aber, von einer „militärischen Spezialoperation“ zu sprechen. Der Internetsender TV Doschd (TV Rain) und das Newsportal Znak haben ihre Arbeit bereits eingestellt. Die kremlkritische Nowaja Gazeta hat begonnen, Artikel zu löschen, in denen von „Krieg“ die Rede ist. Ausländische Medien wie ARD, ZDF, BBC und CNN haben ihre Berichterstattung aus dem Land am Wochenende vorerst gestoppt, um die Mitarbeiter vor Strafen zu schützen. (hk)

 

Süddeutsche Zeitung: Wie Russland den Krieg zensiert

Der Standard: Zensur in Russland: Es wird eng für das freie Internet

Der Spiegel: Russland zensiert das Internet in Rekordzeit