Empörung über Freispruch im Mordprozess um maltesische Journalistin

2017 wurde die Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe ermordet. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech, der als mutmaßlicher Drahtzieher der Tat angeklagt war, wurde nun in allen Anklagepunkten freigesprochen. Caruana Galizia war eine der bekanntesten Journalistinnen Maltas und berichtete regelmäßig über Korruption in Politik und Wirtschaft im Land, so auch zu den Geschäften von Yorgen Fenech. Ihre Ermordung löste massive Proteste aus, die 2020 den Regierungschef Joseph Muscat zum Rücktritt zwangen. Demonstrierende warfen ihm vor, „Freunde und Verbündete“ bei den Ermittlungen zu schützen. Angehörige der Journalistin bezeichneten die Gerichtsentscheidung als eine „schreckliche Entscheidung“, die signalisiere, man könne „Journalisten ungestraft töten“. Auch Medien-Organisationen verurteilten die Entscheidung zutiefst und fordern „vollständige Gerechtigkeit" sowie „Maßnahmen zum Schutz von Journalist*innen“ von Seiten der maltesischen Regierung. (ila)

 

Der Spiegel: Jury spricht mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an maltesischer Journalistin frei

The Guardian: Maltese tycoon found not guilty of involvement in Daphne Caruana Galizia murder

tagesschau.de: Freispruch nach Mord an maltesischer Journalistin

Die Zeit: Beschuldigter im Mordfall an Enthüllungsjournalistin freigesprochen

Reporter ohne Grenzen: Empörender Freispruch im Fall der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia