Der Funk- und Fernsehjournalist Werner Baecker arbeitete beim NWDR und später beim NDR. Ab 1948 leitete er verschiedene Hörfunk- und Fernsehsendungen redaktionell sowie als Moderator. Für das NDR-Fernsehen berichtete er viele Jahre aus New York und konzipierte mehrere neue TV-Reportagereihen, die von dort auf Sendung gingen.
Werner Baecker wurde am 17. Oktober 1917 als Sohn eines Werkmeisters in Barmen geboren, wuchs später aber in Remscheid-Lennep auf. Nach dem Schulbesuch wurde er als Soldat eingezogen und kam zum Afrika-Corps von Erwin Rommel. 1943 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wurde in die USA überführt und kam dort mit dem freien Journalismus in Kontakt. Als Kriegsgefangener durfte er ein Fernstudium der Publizistik an der University of Oregon beginnen. Als er 1946 entlassen wurde und nach Deutschland zurückgekehrt war, besuchte er sofort die Rundfunkschule des NWDR.
1948 begann er beim Sender als politischer Redakteur. Bereits 1949 kam er in Kontakt mit dem Fernsehen im Versuchsstadium und bereitete mit ► Jürgen Roland die Sendung „Was ist los in Hamburg?“ vor, die dann erstmals im April 1952 ausgestrahlt wurde. 1953 berichtete er aus London über die Krönungsfeierlichkeiten von Elizabeth II. In diesen 1950er Jahren betreute er vor allem die Hörfunksendungen „Umschau am Abend“ und das Reisemagazin „Zwischen Hamburg und Haiti“.
Werner Baecker interviewt Hildegard Knef in der "Aktuellen Schaubude"
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1957 startete er die TV-Sendereihe „Die aktuelle Schaubude“, die der amerikanischen „Today‘s Show“ nachempfunden war und leitete sie bis 1960. Gesendet wurde damals aus dem gläsernen Autosalon der Firma Opel Dello in der Dammtorstraße, genau gegenüber der Hamburger Staatsoper. Dort kamen an jedem Sonnabend ab 14.00 Uhr die Autos in den Keller, ein Übertragungswagen wurde in unmittelbarer Nähe geparkt, Verbindungskabel verlegt und dann ging es ab 18.45 Uhr los: Werner Baecker reagierte zunächst auf Tagesereignisse und stellte danach seine Gäste vor, darunter neben vielen anderen Josephine Baker, Heinz Erhardt, Theodor Heuss, Hildegard Knef, Hardy Krüger, Jean Marais, Freddy Quinn oder Romy Schneider. Diese Mischung aus Gesprächen und Musik machte die Schaubude damals zum Straßenfeger. Aber vor dem gläsernen Studio drückten sich an jedem Sendetag die Hamburger ihre Nasen platt. Und DDR-Flüchtlinge nutzten die Chance und winkten ihren Verwandten jenseits der Grenze zu.
Auf seinem Weg nach New York wird Werner Baecker auf dem Rollfeld interviewt.
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Ende 1960 ging Baecker als NDR-Auslandskorrespondent nach New York und übernahm dort das ARD-Studio am East River. Von da an wurde New York seine zweite Heimat – von dort berichtete er zum Beispiel für „Panorama“ über die deutsch-amerikanischen Beziehungen und konzipierte neue TV-Sendereihen, wie „Treffpunkt New York“ und „Besuch bei ...“. Damit gelang es ihm 1965, den ehemaligen Berliner Bühnenstar Fritzi Massary für ein Interview zu gewinnen – sie hatte 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen müssen.
Aus „Treffpunkt New York“ wurde 1966 das Reportage-Format „New York, New York“ – diese Sendereihe leitete und moderierte Werner Baecker bis 1985. Darin präsentierte er bekannte und noch unbekannte Personen aus Kultur und Politik, stellte verschiedene US-Staaten und Städte vor und prägte so das Bild der USA bei uns Deutschen. Mehr als 70 dieser jeweils 45 Minuten andauernden Reportagen soll es von „New York, New York“ gegeben haben.
Im Bild v.l.n.r.: der amerikanische Opernsänger Cesare Curzi, die amerikanische Opernsängerin Felicia Weathers, der Journalist und Moderator Werner Baecker sowie die Kessler-Zwillinge, im Hintergrund das Tanzorchester des Norddeutschen Rundfunks (NDR) 1976
Copyright: Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) - Stadtarchiv Kiel / CC BY-SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons)
Nach seiner Rückkehr startete er im Dezember 1985 wieder eine neue TV-Reihe: „Treffpunkt Kino“. Darin interviewte er Hollywood-Größen wie Steven Spielberg und international bekannte Schauspieler wie Silvester Stallone.
Für seine Fernseharbeit wurde er 1980 mit der „Goldenen Kamera“ ausgezeichnet. Schon im Jahr zuvor hatte er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten.
Werner Baecker starb am 30. Dezember 1993 in Feldafing und wurde in Remscheid-Lennep beigesetzt.
(hhb)
Quellen:
Fernsehmuseum Hamburg: Werner Baecker
Wuppertal Barmen: Werner Baecker
Biographie über Werner Baecker
Bücher:
Werner Baecker: New York, New York – fast ein ganzes Leben / 1990
Rita Bake: Verschiedene Welten II / Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg