Sicher besser bekannt unter seinem Künstlernamen „MARKUS“, unter welchem er seit 1953 gesellschaftskritische Karikaturen im stern, in DIE WELT und in der ZEIT veröffentlichte. Ab 1965 arbeitete er dann exklusiv für den stern, wurde aber gern und oft im SPIEGEL nachgedruckt. Seine Karikaturen, in denen er oft selbst eine Rolle spielte, bezeichnete er als „Storykaturen“.
Jörg Mark-Ingraban von Morgen wurde am 16. Mai 1928 in Berlin geboren. Während des Zweiten Weltkriegs war er zunächst Flakhelfer und gehörte zuletzt noch als Soldat zum „letzten Aufgebots“ des NS-Regimes – eine Zeit, die er später in seiner Autobiografie als „Mein Leben unter braunen Clowns“ bespöttelte.
Nach seinem Abitur studierte er Gebrauchsgrafik und Malerei in Hamburg und war anschließend Kontaktgruppenleiter einer internationalen Werbeagentur in der Hansestadt. Nebenher zeichnete er politische Cartoons – zunächst als Hobby, das er aber bald zu seinem Beruf machte.
Copyright: Selbstportrait Jörg Mark-Ingraban von Morgen, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22797084
► Henri Nannen, der den hohen Stellenwert satirischer Zeichnungen schon in den 50er Jahren erkannt hatte, war derart begeistert von seinen als „Storykaturen“ gezeichneten Cartoons, dass er MARKUS exklusiv an den stern band und damit sein Humoristen-Team um ein weiteres Schwergewicht vergrößerte, neben ► Loriot, Papan, ► Fritz Wolf oder Erhard Kortmann:
Was sein Hobby angeht, da wechselte MARKUS zur Musik und wurde Gründer von Deutschlands ältester Jazz-Combo „Magnolia“, in welcher er donnerstags Saxophon oder Trompete spielte. Außerdem wurde er zum Fremdsprachen-Enthusiasten und sprach neben seiner Muttersprache fließend Französisch, Spanisch, Dänisch und sogar Japanisch.
Für den stern arbeitete er fast 30 Jahre als Karikaturist – bis 1993 erschienen regelmäßig seine MARKUS-Karikaturen im Heft. Sein grafisches Werk schenkte MARKUS 1996 dem „Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg“.
Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Frau schließlich nach Freiburg im Breisgau, weil ihm mit zunehmendem Alter das für Hamburg typische Schmuddelwetter auf den Geist ging – so seine Worte. Dort lebte das seit 1953 verheiratete Ehepaar im Augustinum, wo Jörg Mark-Ingraban von Morgen am 4. Oktober 2025 im Alter von 97 Jahren verstorben ist.
(hhb)
Quellen
STERN – CARTOONS: MARKUS / Stern am 1.5.2014
Nachruf von Rolf Dieckmann / auf facebook
Bücher + Schriften
Markus: Wir Anpasser / STERN-Buch 1982
Markus: Der Grosse Markus / STERN-Buch 1988
Markus, Jörg Mark-Ingraban von Morgen: Überall ist Vaterland / STERN-Buch 1990
Markus: Markus und die Besserwessis / STERN-Buch 1992
Markus, Jörg Mark-Ingraban von Morgen: Mein Leben unter braunen Clowns / Lappan 1995