Willy Brandts Kniefall von Warschau

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Am 7. Dezember 1970 unterzeichnete Willy Brandt in der polnischen Hauptstadt den "Warschauer Vertrag". Am selben Tag besucht er noch das Mahnmal über den Aufstand im Warschauer Ghetto. Dort legt er nicht nur einen Kranz nieder, sondern kniet mit einer spontanen Geste vor dem Denkmal nieder.

Dazu schrieb Hermann Schreiber im Spiegel: „Dann kniet er, der das nicht nötig hat, da für alle, die es nötig haben, aber nicht da knien - weil sie es nicht wagen oder nicht können oder nicht wagen können. Dann bekennt er sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat, und bittet um eine Vergebung, derer er selber nicht bedarf. Dann kniet er da für Deutschland".

(hhb)

 

Quellen:

Kathrin Weber: Willy Brandt: Kanzler der Ostpolitik und der Kniefall von Warschau / NDR am 21.10.2024

Kniefall angemessen oder übertrieben? / Spiegel 51/1970 vom 13.12.1970

Bundeskanzler Willy Brandt gedenkt knieend, nach der Kranzniederlegung am Mahnmal, der Opfer des Warschauer Ghetto-Aufstandes (sog. 'Kniefall von Warschau').

Copyright: Bundesarchiv B 145 Bild-F033028-0030, Fotograf Engelbert Reineke